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Schneedeckenanalyse: SnowMicroPen Räumliche SMP-Messungen
vor Durchführung eines Rutschblock Tests. Die Rutschblockfläche, der Profilort sowie
die SMP-Messpunkte sind im Foto schwarz markiert. Schneedeckenvariabilität und -stabilitätNeben Wetterdaten sind für die Prognose der Lawinengefahr Informationen über den Schneedeckenzustand von zentraler Bedeutung. Dem operationellen Warndienst stehen für die Messung und Beobachtung der Schneedecke die klassischen Methoden wie das Schneeprofil und der Rutschblocktest zur Verfügung. Der Lawinenwarndienst testet ein neues Messinstrument aus der Schneeforschung, das SnowMicroPen (SMP). Das SMP ist eine hochempfindliche und automatische Sonde, die den Eindringwiderstand des Schnees im Mikrometerbereich misst. Vorteile der Sonde liegen in der Messgeschwindigkeit, der Objektivität und Genauigkeit. Die Kosten und die Geländetauglichkeit sowie die komplexe Signalinterpretation sind noch limitierende Faktoren für den täglichen Einsatz in der Praxis. Das SMP wird im Lawinenwarndienst im Rahmen von Forschungsarbeiten verwendet, um die kleinräumige Variabilität der Schneedeckeneigenschaften sowie ihrer Bedeutung für die Schneedeckenstabilität und die Stabilitätstests zu untersuchen. Hierfür werden neue Modelle entwickelt und die Signalinterpretation verbessert. Basierend auf Vergleichsmessungen aus verschiedenen Wintern und Klimaregionen wird gezeigt, dass die Rutschblockstabilität aus dem SMP-Signal abgeleitet werden kann. Hauptfaktor für die Stabilität ist die mikro–mechanische Festigkeit der Schwachschicht. Nebenfaktor ist die Dichte der darüber liegenden Schneeschicht. Eine einzelne SMP-Messung ist jedoch noch nicht sehr zuverlässig, die Trefferquote bei der Abschätzung der Rutschblock-Stabilität liegt bei 65 %. Werden mehrere SMP-Messungen gemittelt, nimmt die Zuverlässigkeit der Stabilitätsabschätzung markant zu. Bei sieben SMP-Messungen (Photo) liegt die Trefferquote bei 85 %. Die Signifikanz einer sorgfältigen Qualitätskontrolle der SMP-Signale und eine Qualitätsklassifikation werden erstmals aufgezeigt. Untersuchungen in repräsentativen Steilhängen sollen die räumliche Variabilität der Schichteigenschaften und ihren Einfluss auf die Schneedeckenstabilität zeigen. Im Einzelnen vergleichen wir die Variabilitäten der Schichteigenschaften anhand des Variationskoeffizienten. Dieser drückt die relative Variabilität aus, d.h. die Varianz normiert auf den Mittelwert. Auf der Hangskala zeigt sich eine grosse Bandbreite in der relativen Variabilität (Variationskoeffizient) in den Schichteigenschaften. Vergleicht man stabile mit instabilen Situationen ist kein signifikanter Unterschied in der relativen Variabilität der Schichtmächtigkeit, Festigkeit und Dichte der Schwachschicht oder darüber liegenden Schicht feststellbar. Die relative Variabilität der Mächtigkeit und Festigkeit der
Schwachschicht ist jedoch höher als die relative Variabilität der Mächtigkeit
und Dichte der darüber liegenden Schicht. Schneedeckenuntersuchungen
am Hang, Pizolgebiet, SG. Allgemein kann man sagen, dass die Schneedecke grossräumig mehr variiert als kleinräumig. Mit unserem Datensatz können wir diese Aussage differenzieren, d.h. die relevanten Schichten und ihre Eigenschaften getrennt analysieren. Der Datensatz erlaubt einen Vergleich zwischen der Rutschblockskala (bis 3 m, Photo) und der Skala eines Kleinhanges (8 bis 16 m). Es zeigt sich, dass die relative Variabilität der Schwachschichteigenschaften (Mächtigkeit und Festigkeit) mit der Distanz nicht zunimmt. Die der darüber liegenden Schicht (Mächtigkeit und Dichte) nimmt jedoch signifikant zu. Die Schichteigenschaften der Schwachschichten korrelieren also über längere Distanzen als die der darüber liegenden Schicht. Neben der Schwachschicht spielt also auch die sie überlagernden Schicht und deren Variabilität eine wichtige Rolle in der Lawinenbildung. In weiteren Analysen soll gezeigt werden, welchen Einfluss die Variabilität auf die Stabilität im Hang hat. Dies auch in Bezug auf einen neueren, einfacheren Stabilitätstest, den Extended Column Test (ECT). Ein weiteres Ziel ist es, die relevanten Schwachschichten direkt aus dem SMP-Signal abzuleiten. Die bisherigen Resultate sind Bausteine für diese Weiterentwicklung. Projektpartner: Hans-Peter Marshall, Center for Geophysical
Investigation of the Shallow Subsurface, Dept. of Geosciences, Boise State
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