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Aktuell

Rückzonungen
Bauland Profilierungen
Mit Mehrwertabgabe finanzieren?

Mehrwerte aus Einzonungen abzuschöpfen könnte den Einzonungsdruck mildern. Zur Finanzierung von Rückzonungen überdimensionierter oder ungünstig gelegener Bauzonen würde die Massnahme alleine aber nicht reichen.

Flächenverbrauch und Zersiedelung

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 Uitikon (ZH). Photo: Peter Longatti

Flächenverbrauch und Zersiedelung gehören zu den Dauerbrennern
unter den raumplanerischen Themen. Seit den 1990er-Jahren wird die Dringlichkeit des Problems mit Bekenntnissen und Beteuerungen untermauert, die Reduzierung des Flächenverbrauchs spiele eine Schlüsselrolle bei der nachhaltigen Entwicklung. Doch gegengesteuert wird bisher kaum. Im konkreten Fall haben meist andere – oft ökonomische – Ziele Vorrang. Es stellt sich daher die Frage, welche existierenden raumplanerischen und ökonomischen Instrumente weiterentwickelt
und welche neuen Instrumente eingeführt werden könnten, um die  Siedlungsentwicklung in Richtung einer geringeren Flächeninanspruchnahme
und Zersiedlung zu lenken.

Die WSL erforscht und entwickelt ökonomische und raumplanerische Instrumente, die geeignet sind, die Flächeninanspruchnahme zu reduzieren. Die folgenden Themengebiete werden bearbeitet:

  • Fiskalische Anreize der Flächeninanspruchnahme
    In der Schweiz gehen von zahlreichen Steuern und Subventionen die falschen Signale aus. Sie setzen Anreize zum Flächenverbrauch und zur Zersiedlung. Ihr Potential zur Steuerung einer haushälterischen Bodennutzung und damit nachhaltigen Siedlungsentwicklung wird derzeit nicht genutzt. 
  • Flächennutzungszertifikate
    Flächennutzungszertifikate basieren - wie CO2-Zertifikate - auf dem Konzept, dass eine staatlich autorisierte Institution eine bestimmte Nutzungsmenge festlegt. Diese Menge wird verteilt oder verkauft und ein Markt etabliert, auf dem die Zertifikate gehandelt werden.
  • Bodenpreise und Flächeninanspruchnahme
    Der Preis bestimmt die Nachfrage. Wenn dieser Grundsatz auch für die Flächeninanspruchnahme gilt, dann könnten Flächeninanspruchnahme und Zersiedelung über Abgaben und Steuern beeinflusst werden. Ganz so einfach ist es aber nicht!
  • Rückzonungen von Baulandreserven
    Die Bauzonenreserven in der Schweiz sind überdimensioniert. Die Aufgabe von Rückzonungen fällt gemäss Raumplanungsrecht den Gemeinden zu. Doch Gemeinden stehen im Spannungsfeld von Siedlungs- und Spardruck sowie Eigentumsgarantie, so dass Rückzonungen nicht so einfach sind.
  • Brachflächenrecycling
    Die Wiedernutzung von Gewerbe- und Industriebrachflächen, nicht mehr benötigten militärische Liegenschaften und Infrastrukturen stellt ein bedeutsames Potenzial für die Reduzierung der Freiflächeninanspruchnahme und damit für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung dar.

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