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Gruppe Umwelt- und Ressourcenökonomie

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Der Wald auf dem Vormarsch.

Forschung ist immer für Überraschungen gut. Die sogenannte "Tragödie der Allmende", d.h. die Tendenz zur Übernutzung natürlicher Ressourcen, ist in der Umweltdiskussion allgemein bekannt. Gibt es jedoch auch eine "Unternutzung" natürlicher Ressourcen? Im Schweizer Berggebiet beispielsweise ist in den letzten Jahrzehnten vielerorts die Bewirtschaftung von Landwirtschaftsflächen und Wäldern aufgegeben worden. Warum ist das so und wie ist diese Entwicklung zu beurteilen?

Die natürliche Umwelt hat vielfältige ökologische und ökonomische Funktionen, jedoch ist ihre Leistungsfähigkeit begrenzt. Steigende menschliche Ansprüche an die Umwelt verursachen Knappheit an natürlichen Ressourcen. Es kommt zu Konflikten zwischen verschiedenen Nutzungs- und Schutzinteressen.

In dieser Situation ist es wichtig, geeignete Rahmenbedingungen für die Raumentwicklung und die Nutzung natürlicher Ressourcen zu entwickeln. Die Ökonomik als die Wissenschaft von der vernünftigen Verwendung knapper Mittel ist dabei besonders gefragt. Die Forschungsgruppe Umwelt- und Ressourcenökonomie versteht es als ihre zentrale Aufgabe, aus wirtschaftswissenschaftlicher Sicht bei der Bereitstellung von Entscheidungsgrundlagen für die Umwelt- und Ressourcenpolitik in den Bereichen Wald, Landschaft und Naturgefahren mitzuwirken.

Im Mittelpunkt umwelt- und ressourcenökonomischer Theorien und Modelle stehen die Menschen. Die Wechselbeziehungen zwischen ihren Entscheidungen und Handlungen und ihrer natürlichen Umwelt werden analysiert, erklärt und beurteilt.

Forschungsschwerpunkte

Wirkungsanalyse institutioneller Rahmenbedingungen und politischer Massnahmen mit Bezug zu Wald, Landschaft und Naturgefahren

Exemplarische Forschungsfragen: Wie beeinflussen bestehende ökonomische Instrumente (Subventionen, Abgaben u.a.) das Verhalten der Akteure im Wald (WaldeigentümerInnen, FörsterInnen, Erholungssuchende), und wie verändert sich in der Folge die Bereitstellung von Gütern des Waldes (Holzproduktion, Schutzleistungen, Erholungsqualität u.a.)?

Analyse der Interessen und Positionen im politischen Prozess

Exemplarische Forschungsfragen: Wie kann das Zustandekommen bestehender politischer Regulierungen erklärt werden, etwa zur Förderung von ökologischen Leistungen in der Landschaft (z.B. Biodiversitätsschutz)? Unter welchen Bedingungen und Interessenskonstellationen setzen sich im politischen Prozess wirksame marktwirtschaftliche Instrumente durch?

Analyse des Angebotes an Gütern (inkl. Leistungen) im Bereich Wald, Landschaft und Naturgefahren

Exemplarische Forschungsfragen: Wie können die Kosten für die Bereitstellung von Schutzleistungen des Waldes bestimmt werden? Unter welchen Bedingungen (Preise, Eigentumsverhältnisse u.a.) werden Schutzleistungen angeboten? Was kostet die Kulturlandschaftspflege an Grenzertragslagen, und wie werden sich diese Landschaften in Zukunft entwickeln?

Analyse der Nachfrage nach Gütern (inkl. Leistungen) im Bereich Wald, Landschaft und Naturgefahren

Exemplarische Forschungsfragen: Welchen Wert hat der Wald (z.B. der Stadtzürcher Wald) für die Erholungssuchenden? Welche Nachfrage besteht nach der Erhaltung der Kulturlandschaft im Schweizer Sömmerungsgebiet? Welcher Nutzen resultiert aus der Schutzleistung des Waldes vor Naturgefahren?