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ANiK: Alpine Naturgefahren im Klimawandel. Deutungsmuster und Handlungspraktiken vom 18. bis zum 21. JahrhundertHintergrund
Das Forschungsprojekt ANiK „Alpine Naturgefahren im
Klimawandel“ untersucht wie sich der Umgang mit Naturgefahren im Alpenraum im
Verlauf der vergangenen Jahrhunderte bis heute verändert hat. Von Interesse ist
dabei, wie Natur und Naturgefahren gedeutet wurden bzw. werden und welche
Strategien und Handlungspraktiken entwickelt wurden. Wurden Naturgefahren noch
bis ins 18. Jahrhundert als Strafe Gottes gedeutet, so setze sich im Laufe des
späten 18. und 19. Jahrhundert eine wissenschaftlich-technische Deutung durch.
Es etablierte sich ein staatlicher Apparat, der vor allem ingenieurtechnische
Baumassnahmen umsetzte, um die Auswirkungen von Naturgefahren zu begrenzen und
gefährdetes Gebiet nutzbar zu machen. Seit den 1970er Jahren beobachten wir
erneut Veränderungen im Umgang mit Naturgefahren. Zum einen wurde das integrale
Risikomanagement als Konzept entwickelt, mit dem nicht mehr die Sicherheit
Hauptziel des Gefahrenschutzes ist, sondern die Minimierung von Risiken durch
Einbezug aller relevanten Akteure. Zum anderen wurde der Klimawandel als eine der
treibenden Kräfte wahrgenommen, die den Umgang mit Naturgefahren verändert. Ziel des Projektes ist es, diese Veränderungsprozesse in verschiedenen Zeiträumen und auf Ebene der Ideengeschichte, der Politikentwicklung, der Handlungspraxis, der Zivilgesellschaft und der Bevölkerung zu untersuchen. Dafür wurde ein interdisziplinäres Projektteam zusammengestellt, in dem die Philosophie, Geschichtswissenschaften, Soziologie, Politologie, Ethnologie und die Umweltwissenschaften vertreten sind. Projektpartner sind die Katastrophenforschungsstelle an der Freien Universität Berlin, der Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik der Technischen Universität München, das Institut für Ethnologie der Freien Universität Berlin und das Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte der Universität Göttingen.
Teilprojekt der WSL: Politiken und Handlungspraxis des Naturgefahrenmanagements in Zeiten des Klimawandels In diesem Teilprojekt erforscht die WSL politische
und organisationale Veränderungen im Management von alpinen Naturgefahren. In einem ersten Schritt wird eine Politikfeldanalyse durchgeführt, in der untersucht wird, wie der Umgang mit Naturgefahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz rechtlich geregelt ist, welche Akteure involviert sind und mit welche Ressourcen sie ausgestattet sind. Von Interesse ist ebenfalls, inwiefern in den politischen Strategien und rechtlichen Regelungen auf den Klimawandel Bezug genommen wird. In einem zweiten Schritt wird im Rahmen einer
Interviewstudie mit Vertreter/innen von Organisationen des
Naturgefahrenmanagements untersucht, wie in der Vergangenheit mit vielseitigen
Herausforderungen umgegangen wurde (z. B. Gesetzesänderungen, zunehmendes
Schadensrisiko, Extremereignisse). Ziel ist es, besser zu verstehen, wie diese
Veränderungsprozesse ablaufen und wie sie sich innerhalb der Organisationen des
Naturgefahrenmanagements auswirken. Die Studie beruht auf der Annahme, dass aus
der Analyse der vergangenen Veränderungsprozesse, Erkenntnisse dafür gewonnen
werden können, wie sich das Naturgefahrenmanagement auf neue Herausforderung im
Rahmen des Klimawandels vorbereiten kann. Das Teilprojekt wird in den Regionen Graubünden (Schweiz), Paznaun (Österreich) und Oberallgäu (Deutschland) durchgeführt. Leitfragen
ProjektteamDas Teilprojekt wird in der Gruppe Regionalökonomie und -entwicklung der Forschungseinheit Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der WSL zusammen mit dem Lehrstuhl für Wald- und Umweltpolitik der Technischen Universität München bearbeitet.
Finanzierung Das Projekt wird im Förderschwerpunkt „Soziale
Dimensionen von Klimaschutz und Klimawandel“ im Programm „Sozial-ökologische
Forschung“ des Deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)
finanziert. Kontakt |