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Projektdauer: 2009 - 2013

Handelbare Flächennutzungszertifikate in der Schweiz

Bauland Profilierung
Bauland-Profilierung (Foto: P. Longatti WSL)

Das Wichtigste in Kürze

Beim Forschungsprojekt „Handelbare Flächennutzungszertifikate in der Schweiz“ handelt es sich um ein vom Schweizerischen Nationalfonds gefördertes und finanziertes Projekt, das im Rahmen einer Dissertation bearbeitet wird. Die Forschungsarbeit untersucht, inwiefern sich das Instrument "Handelbare Flächennutzungszertifikate (FNZ)" zur Reduktion des Flächenverbrauchs und Zersiedelung eignet. Kern des Instruments ist der Handel von begrenzten Rechten zur Bebauung von Flächen. Das Instrument wird mittels einer Agentenbasierten Simulation erforscht, in die zahlreiche georeferenzierte Daten einfliessen.

Hintergrund und Projektziel

In der Schweiz wird pro Sekunde ca. 1 m2 Land verbaut. Dies entspricht der Fläche von elf Fussballfeldern pro Tag oder zwei Mal der Fläche der Stadt Genf pro Jahr. Dieser hohe Flächenverbrauch widerspricht dem in Art. 1 des Raumplanungsgesetz (RPG) festgelegten Planungsziel eines haushälterischen Umgangs mit der Ressource Boden. Die bisher zur Erreichung dieses Ziels eingesetzten Raumplanungsinstrumente sind damit als wenig erfolgreich einzustufen. Daher sollten diese Raumplanungsinstrumente sinnvoll korrigiert und ergänzt werden.

Für die Ergänzung der bestehenden Instrumente setzt das Forschungsprojekt „Handelbare Flächennutzungszertifikate in der Schweiz“ bei den bestehenden Bauzonenreserven an. Gemäss einer Studie vom Bundesamt für Raumentwicklung ARE reichen die heutigen Bauzonenreserven aus, um die Nachfrage nach Bauland der nächsten 25 Jahre zu decken. Allerdings liegen die Reserven weitgehend nicht am Ort der Nachfrage.

Ziel des Forschungsprojekts ist es, in Ergänzung zu den bisherigen Raumplanungsinstrumenten einen Vorschlag für das Instrument der handelbaren Flächennutzungszertifikate zu entwickeln. Damit soll ein Weg aufgezeigt werden, wie mit Hilfe des Zertifikatshandels die vorhandenen Reserven (unbebaute Bauzonen) verschoben werden können und zwar dorthin, wo eine Nachfrage besteht. Dies trägt bei einer Plafonierung der Bauzonen auch zu einer Reduktion der Flächenneuinanspruchnahme bei.

Was sind Flächennutzungszertifikate?

Flächennutzungszertifikate (FNZ) sind ein mengensteuerndes, ökonomisches Instrument, vergleichbar mit dem umweltökonomischen Instrument des Emissionszertifikats. Umweltökonomische Instrumente lassen sich in fiskalische Instrumente (Steuern und Abgaben) sowie in mengensteuernde Instrumente (handelbare Zertifikate oder Kontingente) einteilen. Die mengensteuernden Instrumente verfolgen das Ziel, die Umweltbelastung – im Falle der FNZ den Flächenverbrauch – auf eine vorab festgelegte Menge an Emissionen oder nutzbarer Ressourcen zu senken. Der Preis für die Zertifikate bildet sich durch Angebot und Nachfrage auf dem entsprechenden Markt. Die Flächennutzungszertifikate in diesem Projekt beziehen sich auf ein Bebauungsrecht und nicht, wie ebenfalls möglich, auf eine neue Einzonierung, eine erlaubte Nutzungsdichte oder Stockwerkshöhe. Weitere Informationen (TDR in den USA) findet man z.B. hier: TDR: An Innovation Story

Ansprechpersonen

Administrativer Rahmen und Bearbeitung des Projekts

Das Forschungsprojekt ist vom Schweizerischen Nationalfonds SNF für den Zeitraum 2009-2012 finanziert und wird als Dissertation an der EPFL (Doktorandenprogramm EDCE) eingereicht. Unterstützt und begleitet wird das Projekt von folgenden Forschungsgruppen bzw. Instituten:

Kurzinfo

Stichworte Flächennutzungszertifikate, Raumplanung, Steuerung der Flächeninanspruchnahme, Flächennutzung, Nachhaltige Siedlungsentwicklung, Agentenbasierte Simulation, Rollenspiel