|
Biodiversität
Landschaftsentwicklung
Management von Naturgefahren
Nachhaltige Ressourcennutzung
Waldökosysteme
Forschungseinheiten
Forschungsprogramme
Im Fokus
Mitarbeitende
Organisation
Aufgaben
Geschichte
Jobs und Karriere
Kontakt und Anfahrt
Ökonomische Instrumente für eine haushälterische Flächennutzung
Der Druck auf Kulturland ist in der Schweiz beträchtlich. Jede Sekunde wird knapp ein Quadratmeter Kulturland überbaut, in Agglomerationen wie dem Kanton Zürich sind es gar 4,3 m2. Die resultierende Versiegelung ist begleitet von Zersiedelung am Rande und ausserhalb von bebautem Gebiet. Versiegelung und Zersiedelung gehen stark von den Gebäude- und Industriearealen aus. Gebäudeareale machen fast 50% der Siedlungsfläche aus, lndustrieareale etwa sieben Prozent. Vor dem Hintergrund des hohen Flächenverbrauchs, der Perspektive eines weiter - wenn auch gemässigt - steigenden Flächenbedarfs (vgl. Tochtermann et al. 1995, Zollinger 1996, Arioli et al. 1997) und dem sich zunehmend artikulierenden gesellschaftlichen und politischen Willen, das Siedlungswachstum zu begrenzen (z.B. Schweizer Bundesrat 1996), beschäftigt sich dieses Projekt mit der Frage: Welche marktwirtschaftlichen Instrumente können das Instrumentarium der Raumplanung dabei ergänzen, eine haushälterische Flächennutzung zu fördern? Ziel des ProjektsZiel dieses Projekts ist es, Vorschläge für marktwirtschaftliche Instrumente zu entwickeln, die eine haushälterische Flächennutzung fördern. Konkret geht es um eine Reduktion der (Neu-)Versiege-lung und der Zersiedelung in der Agglomeration. Diese Instrumentenvorschläge beziehen sich auf zwei Kategorien von Instrumenten:
Ansatzpunkte der Instrumente sind Baulandreserven, Industrie- und Gewerbebrachflächen und die Flächenintensität des Bauens. Diese gelten in der einschlägigen schweizerischen Diskussion als Kernprobleme und wesentliche Gründe für die hohe Versiegelung und die Zersiedelung. Wissenschaftliche MethodenLiteraturanalyse, Sammeln und Auswerten von Sekundärdaten (Flächenstatistiken, Flächennutzungspläne, GIS-Daten), Auswertung ökonomischer Entscheidungsvariablen bei der Flächennutzung (z.B. Preis, Steueranreize), Expertengespräche und –hearing, Entwicklung von Instrumentenvorschlägen und Diskussion mit Stake-holdern, Analyse der Wirkungen der Instrumentenvorschläge für verschiedene FlächennutzerInnen (Kostenberechnungen, qualitative Beschreibungen) Stand der KenntnisseDie ökonomische Forschung beschäftigt sich schon lange mit Bodenrente, Bodenpreis, Bodenbesteuerung und Wirkung auf die Bodennutzung (vgl. Kallenberger 1979). Vor dem Hintergrund des hohen Flächenbedarfs wird seit den letzten zwei Jahrzehnten zu diesem Themenbereich gearbeitet (Dieterich und Dieterich-Buchwald 1983, Franck 1992, Wachter 1996, Bizer 1997, Ladd 1998). Dabei wird insbesondere gefragt, ob der Einsatz marktwirtschaftlicher Instrumente zu einem haushälterischen Umgang mit Boden beitragen kann. Aktive Forschungsgruppen zu dieser Frage arbeiten in den USA, wo marktwirtschaftliche Instrumente oft für die staatliche Steuerung eingesetzt werden (Ladd 1998, Machemer/Kaplowitz 2002). Es gibt dort z.T. mehrjährige Erfahrung mit beiden in dem Projekt zu untersuchenden Instrumenten. In Deutschlad haben politische Vorstösse Forschung ausgelöst (Bizer/Lang 2000), die Instrumentenvorschläge sind aber bislang nicht angewendet. In der Schweiz beginnt dieses Thema auf Interesse zu stossen. Es gilt nun zu untersuchen, wie vor dem Hintergrund der Schweizer Bodennutzungssituation und den politischen Rahmenbedingungen geeignete Instrumente aussehen könnten und inwiefern sich die ausländischen Erfahrungen übertragen lassen. Bedeutung für die PraxisSeitens der Raumplanung / Amt für Raumentwicklung (ARE) besteht grosses Interesse an diesem Forschungsprojekt. Das bisherige Raumplanungsinstrumentarium scheint an seine Grenzen zu stossen, es wird nach neuen Instrumenten gesucht. Das Projekt legt in der Schweiz auch einen Grundstein für die Forschung, denn abgesehen von allgemeinen Forderungen nach Quoten für die Flächennutzung, Abgaben etc. wurde das Thema noch wenig wissenschaftlich aufgegriffen (abgesehen von Bindella 1974, Wachter 1993) und es wurden bisher keine konkreten Instrumentenvorschläge entwickelt. Zitierte Literatur
Kontakt
|