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Projektdauer: 2005 - 2008

Vergleich der Wirkung unterschiedlicher urbaner Wälder und Grünflächen auf Wohlbefinden und Gesundheit

Wald wild wald gepflegt
Wald wild
Wald gepflegt (Fotos: Dörte Martens, WSL)

Städtische Umwelten zeichnen sich durch eine hohe Dichte an Zivilisationsreizen aus, die nahezu ununterbrochen die Aufmerksamkeit der Bewohnenden erfordern. Der Aufenthalt in natürlichen Umwelten kann die Regeneration verbrauchter Ressourcen unterstützen: ein positiver Einfluss von Naturerleben auf die menschliche Gesundheit zeigt sich sowohl auf der kognitiven als auch auf der physischen und der psychischen Ebene.
Während der Vergleich von städtischer und natürlicher Umwelt bereits vielfältig untersucht wurde, wurde der Einfluss unterschiedlicher Natur bisher wenig differenziert.
In diesem sozialwissenschaftlichen Projekt, das im Rahmen der Cost-Aktion E39 „Forests, Trees and Human Health and Wellbeing“ durchgeführt wird, werden unterschiedliche Naturzustände und ihre Wirkung auf das menschliche Wohlbefinden untersucht und verglichen. Im Fokus stehen folgende Forschungsfragen:

  • Welches Wissen und welche Vorstellungen haben Nutzer über die Wirkung von Natur auf das menschliche Wohlbefinden?
  • Was ist der spezifische Effekt von gepflegten und verwilderten Waldzuständen auf das Wohlbefinden seiner Nutzer?
  • Wie kann Natur gestaltet werden unter der Berücksichtigung gesundheitsfördernder Aspekte?



Das methodische Vorgehen gliedert sich in zwei aufeinander aufbauende Phasen:

1. In einer explorativen Phase werden anhand qualitativer Interviews mit Laien und Experten subjektive Theorien der Wirkung unterschiedlicher Natur auf das menschliche Wohlbefinden untersucht.

  • halbstandardisierte Interviews über den Einfluss unterschiedlicher Naturzustände auf das individuelle Wohlbefinden
  • Interviewauswahl nach maximaler Kontrastierung: Expert/innen und Laien, Stadt- und Landbewohnende, wirtschaftliche oder freizeitlich orientierte Nutzung von Natur, Häufigkeit der Nutzung
  • Auswertung und Generierung von Hypothesen über Wirkzusammenhänge


2.  In der anschliessenden deduktiven Phase werden die Hypothesen überprüft. Dazu wird ein Experiment durchgeführt, in dem unterschiedliche Naturzustände präsentiert werden: gepflegter und verwilderter Wald.

  • Prä-Post-Messung von Wohlbefinden
  • Präsentation unterschiedlicher Naturflächen (in-situ und im Labor)
  • Stichprobe: Bewohnende Zürichs und der Agglomeration mit randomisierter Zuordnung auf die unterschiedlichen Untersuchungsbedingungen

Beteiligte

Projektleitung:  Dr. Nicole Bauer
Projektbearbeitung: Dörte Martens
Finanzierung: Cost-Aktion E39
Zusammenarbeit: Prof. Dr. Heinz Gutscher, Universität Zürich, Sozialpsychologie

Stichworte Wohlbefinden, gepflegter und verwilderter Wald, Wildnis, Gesundheit, Erholung