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Projektdauer: 2010 - 2011

Anpassung an den Klimawandel - Fallstudie Saastal: Teilprojekt Wasser

Projektinformation

Gletscher, Saas Fee
Saastal (Bild: NWB)

Das Berggebiet ist vom Klimawandel besonders betroffen. So war der beobachtete Temperaturanstieg im Alpenraum im 20. Jahrhundert mit 1 ºC bis 1.6 ºC teils fast doppelt so stark wie im globalen Mittel und es ist zu erwarten, dass der Klimawandel auch künftig in den Alpen stärker sein wird als in anderen Regionen. Vor diesem Hintergrund wurde im Frühjahr 2010 in Zusammenarbeit mit dem WWF Schweiz, hotelleriesuisse und dem Schweizerischen Versicherungsverband das Projekt "Anpassung an den Klimawandel" gestartet. Ziel des Projekts ist es, in den besonders betroffenen Bereichen Wasser, Siedlung und Infrastrukturanlagen, Biodiversität und Tourismus den Handlungsbedarf für eine Anpassung an die zu erwartenden Veränderungen zu identifizieren und Handlungsoptionen aufzuzeigen. Das Projekt untersucht in einem ersten Schritt die Verhältnisse in einer Pilotregion – Aufgrund des grossen Interesses und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit der Gemeinden und des Kantons wurde das Saastal im Kanton Wallis als Pilotregion ausgewählt. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in einem nächsten Schritt auf andere Regionen im Berggebiet übertragenund angewendet werden.

Die Projektergebnisse wurden am 24.03.2011 der Bevölkerung im Saastal vorgestellt. Am 25.03.2011 fand eine Medienkonferenz in Visp statt.

  • Projektdokumente auf berggebiete.ch >>>
  • Schlussbericht und andere Projektdokumente zum Download >>>
  • "Saastal bereitet sich auf Klimawandel vor", Tagesschau, 25.03.2011 >>>

Ergebnisse des Teilprojekts Wasser

Auswirkungen des Klimawandels

Die Auswirkungen der Klimaänderung auf den Wasserhaushalt im Saastal werden kurzfristig als gering eingeschätzt. Das Saastal wird auch in Zukunft im nationalen und internationalen Vergleich ein relativ hohes Wasserdargebot haben. Oberflächen- und Quellwasser dürfte den einzelnen Wassernutzern bis mindestens 2050 genügend zur Verfügung stehen. Dennoch stossen die kleinräumigen, sektoralen Strukturen der Wasserwirtschaft auch heute schon mitunter an ihre Grenzen.

Wasserknappheit wird für einzelne Wirtschaftsbereiche zum Problem werden, wenn die Gletscher sich soweit zurückgezogen haben, dass deren Abflüsse abnehmen. Dies könnte gemäss der verwendeten Modellierung ab 2050 der Fall sein. Bei gleichzeitig steigendem Nutzungsbedarf können Konkurrenzsituationen zwischen verschiedenen Verbrauchern und Ökosystemen entstehen. Der Druck auf die Wasserressourcen – bedingt durch Klimaänderung und zunehmende Interessenkonflikte – wird somit bei steigendem Wasserverbrauch im Saastal mittel- bis langfristig zunehmen.

Handlungsbedarf

Insgesamt wird der Handlungsbedarf im Bereich Wasser bis ins Jahr 2050 als eher klein eingestuft. Vergleichsweise hoch ist der Handlungsbedarf im Bereich Wasser in den Wirtschaftsbereichen Tourismus sowie Siedlungswasserwirtschaft (ohne Tourismus), und hier vor allem bei der Trinkwasserversorgung. In allen Wirtschaftsbereichen wurden bereits Anpassungsmassnahmen umgesetzt oder es sind solche geplant.

Handlungsoptionen

Laufende Studien zum Wasserkreislauf und die beginnenden Monitoringaktivitäten von Gemeinden und Kanton zeigen, dass es zukünftig darauf ankommen wird, gute Datengrundlagen zur Verfügung zu haben, um effektive und effiziente Massnahmen der Anpassung an den Klimawandel ableiten zu können. Alle zukünftigen Aktivitäten im Bereich Wasser sollten sich zudem am Leitbild des Einzugsgebietsmanagement orientieren, um eine integrale Wasserbewirtschaftung zu gewährleisten, die sowohl Schutz- als auch Nutzeninteressen einbezieht. So wird eine effiziente, regional abgestimmte Wasserbewirtschaftung mit klaren Prioritäten ermöglicht.

Folgende Handlungsoptionen werden aus Sicht des Teilprojektes Wasser als prioritär betrachtet:

  • Monitoringsystem: Datenlage im Bereich Wasser verbessern und auf kantonaler Ebene organisieren.
  • Zusammenschluss der Trinkwassergenossenschaften prüfen.
  • Trinkwasser: Infrastruktur auf Spitzentage ausrichten, Wasserquellen vor Verschmutzung durch Murgänge schützen, Regeln zur Versorgungsbeschränkung erarbeiten.
  • Mehrfachnutzung des Wassers, z.B. mittels Turbinierung des Abwassers oder Nutzung von Trinkwasserreservoirs für die Energieerzeugung.
  • Speichersee: Massnahmen zum Sedimentrückhalt fördern, Regeln zur Stauraumspülung überprüfen.
  • Restwasser: rechtliche Bestimmungen zur Wasserentnahme und zur Restwassersanierung prüfen und an die bereits veränderten und sich zukünftig ändernden Abflussbedingungen anpassen, um angemessene Restwassermengen in Flüssen und Bächen garantieren zu können.
  • Hochwasserschutz: Renaturierung der Bäche und Instandhaltung der Suonen prüfen.
  • Webpage zum Teilprojekt Wasser beim Netzwerk Wasser im Berggebiet >>>

Projektteam 

Projektpartner

  • econcept (Gesamtprojektleitung)
  • Netzwerk Wasser im Berggebiet NWB
  • GEOTEST
  • WWF Schweiz
  • Universität Bern

Finanzierung

Das gesamte Projekt "Anpassung an den Klimawandel - Fallstudie Saastal" wurde finanziert von:

  • Gemeinden des Saastals (Saas Fee, Saas Grund, Saas-Balen, Saas-Almagell)
  • Kanton Wallis
  • Schweizer Berghilfe
  • Schweizerischer Versichungsverband SVV
  • WWF Schweiz 

Kontakt

Stichworte Klimawandel, Klimaanpassung, Wasser, Saastal, Wallis

 

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