Link zu WSL Hauptseite Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL
 
Projektdauer: 2011 - 2013

Städtischer Wandel und Stadterneuerung in der Schweiz

Urban Regeneration in Zurich Affoltern, Switzerland (Photo: City of Zurich)
Stadterneuerung in Zürich Affoltern (Photo: Stadt Zürich)

Hintergrund

Die urbane Landschaft Europas unterliegt weitreichend Transformationsprozessen. Die Zunahme der Forschungsaktivitäten in den Bereichen Stadterneuerung, Stadtumbau, Stadtrevitalisierung oder Stadtentwicklung allgemein kann anhand dreier Trends erklärt werden:

  1. Städte und urbane Regionen unterliegen derzeit enormen strukturellen demographischen, sozioökonomischen oder städtebaulichen Veränderungen .
  2. Der Rückgang traditioneller Industrien und der zugehörige Beschäftigungs- und Bevölkerungsrückgang in den Städten zugunsten sub- und periurbaner Gebiete ist nicht länger der einzige Grund für Veränderungsprozesse in den Städten und die darauf reagierenden urbanen Strategien.
  3. Ansätze der Stadterneuerung und des Stadtumbaus haben ihren Fokus auf Public-Private-Partnerships, Wachstumskoalitionen, lokale Allianzen und Mobilisierung der Gemeinschaft, Standortmarketing, Kulturökonomie und die kreative Klasse verschoben.

In der Schweiz gibt es bisher wenig Forschung zu schrumpfenden Städten. Das erklärt sich erstens darüber, dass das Phänomen erst seit Kurzem (und nur lokal) auftritt und die Perzeption und das Bewusstsein für Schrumpfungsprozesse im Entstehen begriffen ist. Ein zweiter Grund könnte die physisch-räumliche Ausdehnung des Phänomens sein: Schrumpfung in der Schweiz bezieht sich weniger auf eine einzelne Stadt als vielmehr auf eine Agglomeration, eine Region oder ein Netzwerk von Städten. Wenn es sich auf eine Stadt bezieht, ist das Schrumpfen kein globales, sondern ein lokales Phänomen, das heisst es bezieht sich auf ein Quartier oder eine Nachbarschaft. Ausnahmen, bei welchen ganze Städte von Schrumpfung betroffen sind, können einerseits im Jura gefunden werden, einem Kanton, der von starken ökonomischen Veränderungen im Zusammenhang mit dem Rückgang der Uhrenindustrie betroffen war. Andererseits finden sich solche Ausnahmen am Bodensee: Diese Region leidet darunter, von stärkeren wirtschaftlichen Netzwerken in der Nähe eher isoliert zu sein, besonders vom Metropolitanraum Zürich. Generell kann festgehalten werden, dass Schrumpfung in der Schweiz eher qualitativer als quantitativer Natur ist.

Finanzierung

Das Projekt wird vom Schweizer Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) in der COST Action TU0803 "Cities Regrowing Smaller  (CIRES): Fostering Knowledge on Regeneration Strategies in Shrinking Cities across Europe" finanziert. 

Forschungsfragen

Wir untersuchen die Transformations- und Regenerationsprozesse in Schweizer Städten mit Hilfe der folgenden Forschungsfragen:

  • Was unternehmen Schweizer Städte, um mit strukturellen Veränderungen umzugehen, die von demographischen, sozio-ökonomischen oder anderen Faktoren ausgelöst wurden?
  • Welche Projekte der Transformation und Regeneration gibt es derzeit in Schweizer Städten?
  • Was sind sogenannte „starting points“ oder „windows of opportunities“ für Stadterneuerungsprozesse (z.B. Initiative von Entwickler, Initiative von Stadt)?
  • Welche Entwicklungspfade und Pfadabhängigkeiten charakterisieren urbane Transformations- und Regenerationsprozesse (z.B. lock-ins, Barrieren)?
  • Welche Typen von urbanen Regenerationsstrategien können identifiziert werden (z.B. a) nach Themen: Wohnen, Wirtschaft, Grünräume; b) nach Organisationsform: privat, öffentlich, PPP)?
  • Inwiefern unterscheiden sich urbane Regenerationsstrategien zwischen verschiedenen Regionen der Schweiz (z.B. zwischen der Romandie und der Deutschschweiz)?

Ziele

Das Projekt analysiert Transformations- und Regenerationsprozesse in Schweizer Städten. Das Hauptziel des Projekts ist es, urbane Governanceprozesse der Transformation und Regeneration in Schweizer Städten zu identifizieren und zu typisieren. Auf Basis der wissenschaftlichen Literatur und mit Hilfe dieser Typisierung können Good Practices erkannt und Kriterien für die Good Governance von urbanen Transformations- und Regenerationsprozessen entwickelt werden.

Unterziele des Projektes sind:

  • Einen konzeptionellen Rahmen zu entwickeln, mit dem urbane Transformations- und Regenerationsprozesse in der Schweiz analysiert und bewertet werden können;
  • Urbane Regeneration zu konzeptionalisieren als lokale Anpassung an globale /regionale demographische, ökonomische oder umweltrelevante Veränderungen;
  • Kriterien und Indikatoren zu entwickeln, um urbane Regeneration in der Schweiz identifizieren und bewerten zu können;
  • Transformationsprozesse und Regenerationsstrategien in urbanen Räumen der Schweiz zu identifizieren;
  • Eine Datenbasis zu erstellen mit a) Transformationsprozessen und b) urbanen Regenerationsstrategien in der Schweiz;
  • Regenerationsstrategien (als Bewältigungsstrategien im Umgang mit strukturellen Veränderungen) für urbane (Neu-)Entwicklungen in der Schweiz zu analysieren;
  • Entwicklungspfade und Pfadabhängigkeiten urbaner Transformationen und Regeneration zu untersuchen;
  • Politische Empfehlungen für nationale, kantonale und städtische Planungsinstanzen zu entwickeln, wie mit Transformationen in Schweizer Städten umgegangen werden kann;
  • Im wissenschaftlichen Netzwerk der COST Action TU0803 einen Beitrag zu leisten mit konzeptioneller und empirischer Arbeit über schrumpfende Städte und urbane Regenerationsstrategien in der Schweiz.

Unsere Arbeit soll dazu beitragen, Transformations- und Regenerationsprozesse in urbanen Gebieten und auf lokaler Ebene besser zu verstehen.

Team

Kontakt