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Stadterneuerung in Zürich Affoltern (Photo: Stadt Zürich)
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Hintergrund
Die urbane Landschaft Europas unterliegt weitreichend Transformationsprozessen. Die Zunahme der Forschungsaktivitäten in den Bereichen Stadterneuerung, Stadtumbau, Stadtrevitalisierung oder Stadtentwicklung allgemein kann anhand dreier Trends erklärt werden:
- Städte und
urbane Regionen unterliegen derzeit enormen strukturellen demographischen, sozioökonomischen oder städtebaulichen Veränderungen .
- Der
Rückgang traditioneller Industrien und der zugehörige Beschäftigungs- und
Bevölkerungsrückgang in den Städten zugunsten sub- und periurbaner Gebiete ist nicht länger der einzige Grund für Veränderungsprozesse in den Städten und
die darauf reagierenden urbanen Strategien.
- Ansätze der Stadterneuerung und des Stadtumbaus haben ihren Fokus auf Public-Private-Partnerships, Wachstumskoalitionen,
lokale Allianzen und Mobilisierung der Gemeinschaft, Standortmarketing,
Kulturökonomie und die kreative Klasse verschoben.
In der Schweiz gibt es bisher wenig Forschung
zu schrumpfenden Städten. Das erklärt sich erstens darüber, dass das Phänomen
erst seit Kurzem (und nur lokal) auftritt und die Perzeption und das
Bewusstsein für Schrumpfungsprozesse im Entstehen begriffen ist. Ein zweiter
Grund könnte die physisch-räumliche Ausdehnung des Phänomens sein: Schrumpfung
in der Schweiz bezieht sich weniger auf eine einzelne Stadt als vielmehr auf eine
Agglomeration, eine Region oder ein Netzwerk von Städten. Wenn es sich auf eine
Stadt bezieht, ist das Schrumpfen kein globales, sondern ein lokales Phänomen,
das heisst es bezieht sich auf ein Quartier oder eine Nachbarschaft. Ausnahmen,
bei welchen ganze Städte von Schrumpfung betroffen sind, können einerseits im
Jura gefunden werden, einem Kanton, der von starken ökonomischen Veränderungen
im Zusammenhang mit dem Rückgang der Uhrenindustrie betroffen war. Andererseits
finden sich solche Ausnahmen am Bodensee: Diese Region leidet darunter, von
stärkeren wirtschaftlichen Netzwerken in der Nähe eher isoliert zu sein,
besonders vom Metropolitanraum Zürich. Generell kann festgehalten werden, dass
Schrumpfung in der Schweiz eher qualitativer als quantitativer Natur ist.
Finanzierung
Das
Projekt wird vom Schweizer
Staatssekretariat für Bildung und Forschung (SBF) in der COST Action
TU0803 "Cities Regrowing Smaller (CIRES): Fostering Knowledge on Regeneration Strategies in Shrinking Cities across Europe" finanziert.
Forschungsfragen
Wir untersuchen die Transformations- und Regenerationsprozesse in Schweizer Städten mit Hilfe der folgenden Forschungsfragen:
- Was
unternehmen Schweizer Städte, um mit strukturellen Veränderungen umzugehen, die
von demographischen, sozio-ökonomischen oder anderen Faktoren ausgelöst wurden?
- Welche Projekte der Transformation und Regeneration gibt es derzeit in Schweizer Städten?
- Was sind
sogenannte „starting points“ oder „windows of opportunities“ für Stadterneuerungsprozesse (z.B. Initiative von Entwickler, Initiative von Stadt)?
- Welche Entwicklungspfade und Pfadabhängigkeiten charakterisieren urbane Transformations- und Regenerationsprozesse
(z.B. lock-ins, Barrieren)?
- Welche
Typen von urbanen Regenerationsstrategien können identifiziert werden (z.B.
a) nach Themen: Wohnen, Wirtschaft, Grünräume; b) nach Organisationsform: privat,
öffentlich, PPP)?
- Inwiefern
unterscheiden sich urbane Regenerationsstrategien zwischen
verschiedenen Regionen der Schweiz (z.B. zwischen der Romandie und der
Deutschschweiz)?
Ziele
Das Projekt analysiert Transformations- und Regenerationsprozesse in Schweizer Städten. Das Hauptziel des Projekts ist es, urbane Governanceprozesse der Transformation und Regeneration in Schweizer Städten zu identifizieren und zu typisieren. Auf Basis der wissenschaftlichen Literatur und mit Hilfe dieser Typisierung können Good Practices erkannt und Kriterien für die Good Governance von urbanen Transformations- und Regenerationsprozessen entwickelt werden.
Unterziele des Projektes sind:
- Einen
konzeptionellen Rahmen zu entwickeln, mit dem urbane
Transformations- und Regenerationsprozesse in der Schweiz analysiert und bewertet werden können;
- Urbane
Regeneration zu konzeptionalisieren als lokale Anpassung an globale
/regionale demographische, ökonomische oder umweltrelevante Veränderungen;
- Kriterien
und Indikatoren zu entwickeln, um urbane Regeneration in der Schweiz identifizieren und bewerten zu können;
- Transformationsprozesse
und Regenerationsstrategien in urbanen Räumen der Schweiz zu identifizieren;
- Eine
Datenbasis zu erstellen mit a) Transformationsprozessen und b) urbanen
Regenerationsstrategien in der Schweiz;
- Regenerationsstrategien
(als
Bewältigungsstrategien im Umgang mit strukturellen Veränderungen) für urbane (Neu-)Entwicklungen in der Schweiz zu analysieren;
- Entwicklungspfade und Pfadabhängigkeiten urbaner Transformationen und Regeneration zu untersuchen;
- Politische
Empfehlungen für nationale, kantonale und städtische Planungsinstanzen zu
entwickeln, wie mit Transformationen in
Schweizer Städten umgegangen werden kann;
- Im
wissenschaftlichen Netzwerk der COST Action TU0803 einen Beitrag zu leisten mit
konzeptioneller und empirischer Arbeit über schrumpfende Städte und urbane
Regenerationsstrategien in der Schweiz.
Unsere Arbeit soll dazu beitragen, Transformations- und Regenerationsprozesse in urbanen Gebieten und auf lokaler
Ebene besser zu verstehen.
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