Starthilfen in subalpinen Aufforstungen:
2. Vergleich von einheimischen und ausländischen Gebirgsbaumarten auf vier verschiedenen Standorten
Arnold Streule (Projektleiter)
Peter Lüscher
Rudolf Häsler
Foto: Picea engelmannii, Nätschen bei Andermatt
Eine Vergleichspflanzung mit einheimischen und ausländischen Gebirgsbaumarten wurde 1984 und 1985 auf vier verschiedenen Waldgrenzen-Standorten, als Begleitversuch zum Aufforstungsprojekt Stillberg angelegt:
- Haldigrat NW (1830 m.ü.M)
- Stillberg GR (2040 m.ü.M)
- Brienz BE (1750 m.ü.M)
- Törbel VS (2160 m.ü.M)
Die Vergleichspflanzung pro Standort besteht aus 1600 Pflanzen, die in Kleinrotten gesetzt wurden und sich aus folgenden Provenienzen zusammensetzen.
|
Picea abies |
Sertig |
GR |
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Picea abies |
Conters |
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Pinus cembra |
Avers |
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Picea engelmannii |
Kanada |
|
Abies lasiocarpa |

- Gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Baumarten im:
- Anwuchserfolg?
- in der Vitalität?
- Anfälligkeit auf Pilz- und Insektenschäden?
- Schneebruchgefährdung?
- und bei den Wuchseigenschaften?
- Wie verändern sich im Verlaufe der Jahre die Bodeneigenschaften, die sich durch die Aufforstung auf eine Brachfläche an der Waldgrenze ergeben (Lüscher Peter)?
- Einfluss der Mykorrhiza-Impfung (Pisolithus tinctorius)auf Topfpflanzen zu nicht geimpften Pflanzen bei der Auspflanzung in eine Brachfläche?
- Die ausländischen Gebirgsbaumarten sind auf allen vier Standorten, wie auch die einheimischen Provenienzen sehr gut angewachsen.
- In zwei Flächen wurden besonders Abies lasiocarpa, aber auch Pinus cembra durch das Wild (Haldigrat durch Rehwild, und in Brienz durch den Steinbock), stark beschädigt.
- In der Fläche Törbel sind Picea engelmannii und Pinus cembra ausgesprochen schön.
- Am Stillberg zeigt bis heute die Abies lasiocarpa die besten Wuchseigenschaften aller vier im Versuch eingebrachten Baumarten.
- Für die Veränderung der Bodeneigenschaften ist der Zeitraum seit der Aufforstung bis heute noch zu kurz.
- Ein Unterschied im Pflanzenwachstum zwischen geimpften und nicht geimpften Pflanzen konnte bis heute nicht festgestellt werden.
Auf Standorten wo die einheimischen Baumarten in der Anwuchsphase Schwierigkeiten aufweisen, könnten Abies lasiocarpa und Picea engelmannii als Pionierbaumarten eingesetzt werden, mit dem Ziel, die einheimischen Baumarten (Arve, Lärche, Bergföhre, Fichte) im Schutze der Rotten ausländischer Pioniere aufzubringen.
Siehe auch: Starthilfen in subalpinen Aufforstungen: 1.
Pflanzung mit Windschutz auf der Alp Grüm.
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Last Update: Thu Dec 4 2008