Stillberg-Aufforstungsversuch:
Umwelteinflüsse auf den Aufforstungserfolg in einem subalpinen Lawinenanrissgebiet der Zentralalpen


Werner Frey
Rudolf Häsler
Hans Item
Walter Schönenberger
Arnold Streule
Josef Senn
Ueli Wasem

Bioklimatologische Untersuchungen in der Versuchsaufforstung am Stillberg mit folgenden Schwerpunkten:
  1. Hochaufgelöste bioklimatologische Kartierungen (ca. 5 ha im 3.5m-Raster)
  2. Vegetation
  3. Strahlung
  4. Wind
  5. Untersuchungen des Wurzelwachstums und der Sprossentwicklung junger Koniferen im Klimastress der alpinen Waldgrenze.
  6. 20 Jahre meteorologisches Messprogramm: Globalstrahlung, Albedo, Sonnenscheindauer, Bodentemperaturen, Lufttemperaturen, Wind, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit, Schneehöhe
  7. Untersuchung des Berg-Talwind-Systemes im Dischmatal
  8. Schäden in der Aufforstung durch das Birkhuhn
  9. Einfluss des Mikroklimas auf den Gaswechsel von Holzpflanzen an Gebirgsstandorten

1. Vegetation

Wichtigste Pflanzengesellschaften und ihre Flächenanteile in der Aufforstung:

Kuoch, R. (1970) Die Vegetation auf Stillberg (Dischmatal, Kt. Graubünden). Eidg. Anst. forstl. Versuchswes. Mitt. 46, 329-342


2. Strahlung

Die Strahlung als primärer Faktor ist für das Pflanzenwachstum von besonderer Bedeutung. Gemessen wurde die globale Hangbestrahlung bezogen auf die Vegetationsperiode. Die Resultate wurden für einen grossen Teil der Versuchsfläche kartiert.


3. Wind

Um das Versuchsgelände in das Makro- und Mikroklima einordnen zu können wurden an mehreren meteorologischen Stationen im Talquerschnitt die wichtigsten klimatologischen Elemente aufgezeichnet. Diese Daten wurden in Beziehung zum Windfeld über der Versuchsfläche Stillberg gesetzt. Für die Vegetationszeit wurden die Windverhältnisse im Versuchsgelände in Abhängigkeit von der Grosswetterlage kartiert.


4. Untersuchungen des Wurzelwachstums und der Sprossentwicklung junger Koniferen im Klimastress der alpinen Waldgrenze


Das Spross- und Wurzellängenwachstum von 30 Jungarven, Bergföhren und Lärchen wurden je über einen Zeitraum von drei Jahren, auf den drei Hauptstandorten des Stillberges (Y-Mulde), in wöchentlichen Intervallen während der ganzen Wachstumsperiode gemessen.

Ziel und Zweck

Parallel zu den Aufforstungsversuchen im Lawinenanrissgebiet der entwaldeten oberen subalpinen Stufe am Stillberg wurden von 1971 bis 1990 Messungen des Wurzel- und Triebwachstums an Arven, Bergföhren und Lärchen durchgeführt.

Die Untersuchungen hatten den Zweck:

Ergebnisse

Referenzen:


5. 20 Jahre meteorologisches Messprogramm

Die automatische Klimastation Stillberg (2090 m) ist seit 1975 in Betrieb. Das Klima der Versuchsfläche als Ganzes und die Verteilung der Mikroklimate wurden in Turner (1988a, 1988b) diskutiert. Die praktisch unterbruchsfreie Messreihe umfasst folgende Parameter:

An den vier Hauptstandorten des Stillberg-Versuchsgebietes (grosse Mulde) wurden Satellitenstationen für zusätzliche mikroklimatische Messungen mit folgenden Messfühlern belegt:

Archivierung der Daten:

Referenzen:


6. Untersuchung des Berg-Talwind-Systemes im Dischmatal

Wind und Temperaturverhältnisse an ungestörten Schönwettertagen im Dischmatal bei Davos (Urfer-Henneberger, 1964).

Mittlere Temperatur- und Windverteilung im Dischmatal bei Davos bei typischen sommerlichen Witterungslagen (Urfer-Henneberger, 1981).

Referenzen:


7. Schäden in der Aufforstung durch das Birkhuhn

Auf winterlichen Kontrollgängen wurden an den 12 bis 15 jährigen Aufforstungspflanzen (Arven, Lärchen, Bergföhren) grössere Frass-Schäden an Knospen und Triebenden, die durch das Birkwild verursacht wurden, festgestellt. Vor allem sind die Pflanzen auf den schneearmen Kreten und Sonnhängen stark betroffen. Die Verletzungen der Pflanzen führen nicht nur zu Wachstumsverlust, sondern auch zu buschförmigem Habitus der kleinen Bäume. Ferner können die Verletzungen der Triebe auch als Eintrittspforten des Triebsterbens (Ascocalyx abietina),eine weitere Schädigung der Pflanze ermöglichen.


8. Einfluss des Mikroklimas auf den Gaswechsel von Holzpflanzen an Gebirgsstandorten



English

Die Waldgrenze in den Zentralalpen Europas ist natürlich bestimmt durch Pinus cembra und Larix decidua (Kuoch und Amiet, 1970). Picea abies wachsen von den Tälern bis in die Berge hinauf. Auf grossen Höhen, unterscheidet sich das Mikroklima mit der Topographischen Lage, und bestimmt das Ueberleben und Wachstum der Bäume (Schönenberger und Frey, 1988). An der subalpinen Waldgrenze, ist das Wachstum und die Biomassenzunahme der Bäume stark beeinflusst durch die Mikro-Verhältnisse am Standort und das Mikroklima (Turner et al., 1982; Schönenberger und Frey, 1988). Als Basis nutzten wir das Monitor Experiment der Photosynthese-Produktion, und fanden heraus das die Biomassenzunahme der Bäume an der Waldgrenze von der Bodentemperatur und der Netto-Strahlung abhängig ist (Häsler, 1982). Wie auch immer, die physiologische Charakteristik von Bäumen bleibt ein Geheimniss. Die physiologische Anpassung von Bäumen an das Mikroklima ist erforscht.

Fragen:

Welche Hauptfaktoren an der Waldgrenze reduzieren Photosynthese und Wachstum?

Gibt es eine Anpassung an die mikroklimatisch ungünstigen Verhältnisse an einem Nordhang?

An der Waldgrenze bei der Versuchsfläche Stillberg , wachsen junge Pinus cembra und Larix decidua besser am sonnigen Osthang als am schattigen Nordhang (Schönenberger, 1978). Diese Tendenz zeigt sich an den verschiedenen Pflanzstellen an Sprossen und Wurzeln von Koniferen an diesen beiden Hängen (Turner et al.,1982; Turner und Streule, 1983). Die Photosyntheseraten von P. cembra und L. decidua gepflanzt an Ost- und Nordhang wurden aufgezeichnet an zugehörigen Zweigen (Häsler and Blaser, 1981). Die Photosyntheserate von Bäumen am Osthang war grösser als die von Bäumen am Nordhang (Häsler, 1982, 1988). Messungen des täglichen Gaswechsels von L. decidua zeigen, dass die Photosynthese-Reaktion von Bäumen auf die Strahlungsdichte am Nordhang dieselbe Charakteristik zeigen wie schattige Blätter von Bäumen am sonnigen Osthang (Häsler, 1985).

Fokus:

Wie stark ist die physiologische Anpassungsfähigkeit von Koniferen an verschiedene Standorte?

Wie ist der Einfluss des Mikroklimas?

Um eine genauere Erklärung zu bekommen warum die Wachstumsraten von Bäumen am Osthang so viel höher sind, als die der Bäume am Nordhang, führten wir Experimente durch um zu klären, ob es einen Unterschied in der Photosynthesekapazität von Bäumen an den beiden Hängen gibt, und untersuchten die Biomassenzunahme und die Kohlenstoff-Aufnahme in Bezug zum Mikroklima an den Versuchsstandorten.

Cited literature:


Zusammenarbeit mit:

Prof. Dr Takayoshi Koike
Forest Dynamics Research Hokkaido University
Kita 9 Nishi 9, Kita-ku
Sapporo 060
Japan
koike@exfor.agr.hokudai.ac.jp

 

Weitere Projekte bearbeiteten:

Zurück zu Kohlenstoff- und Wasserhaushalt von Wäldern (KWW)


Risks-Home
Weitere LWF-Seiten: Einführung | Forschungsaktivitäten | LWF Flächen
Weitere Sanasilva-Seiten: Einführung | Methoden | Resultate
Andere Aktivitäten: IUFRO Task Force Env. Change | KWW


© 1998-2012 WSL - - Last Update: Thu Dec 4 2008