Edelkastaniengallwespe

Dryocosmus kuriphilus

Baumarten

Edelkastanie

Baumarten (lat.)

Castanea sativa

Symptome

An jungen Trieben, Blütenständen und Blättern werden im Frühling 0,5 bis 2,5 cm grosse, glattwandige, mehrkammerige Gallen gebildet. Sie sind hellgrün bis rosa verfärbt. Im Innern entwickeln sich mehrere weissliche Larven. Die Pflanzenorgane, welche durch die überwinterten Larven angegangen werden, wachsen wegen den Deformationen nicht vollständig aus. Einzelne Triebe können absterben. Bei grösseren Bäumen befinden sich die Gallen vorwiegend im Innern der Krone. Ein starker Befall reduziert deutlich die Frucht- und Triebbildung und führt nach mehrjährigem Auftreten zu einem Kümmern der Bäume. Grössere Edelkastanien sterben aber nicht ab. Bei der Kastanienproduktion kann es bis zu 75% Ausfälle geben.

Ursache, Zusammenhang

Die 2,5 bis 3 mm kleinen Gallwespenweibchen legen von Juni bis August bis zu 30 Eier in neu gebildete Knospen ab. Ein Ei ist nur gut 0,1 mm klein. Die winzigen Larven schlüpfen im Spätsommer oder Herbst und überwintern in den Knospen. Zu diesem Zeitpunkt sind noch keine Symptome sichtbar. Während dem Austrieb im Folgejahr werden die Larven aktiv, und es kommt an den Pflanzenteilen zur typischen Gallenbildung. Nach wenigen Wochen Frass im Innern der Galle erfolgt da auch die Verpuppung (dunkelbraune Puppe). Die neue Wespengeneration fliegt noch im gleichen Sommer aus.

Verwechslungsmöglichkeiten

keine

Gegenmassnahmen

Mechanische und chemische Massnahmen können eine Ausbreitung nicht verhindern. Die Wespenlarven sind im Innern der Gallen gut vor Insektiziden geschützt. Nur im Anfangsstadium der Ausbreitung können Gallen in Baumschulen und weiteren kleinen Befallsherden im Frühling herausgeschnitten und vernichtet werden. Wichtig ist, dass kein verseuchtes Pflanzenmaterial wie beispielsweise Jungpflanzen verschleppt wird.
In Japan ist die biologische Bekämpfung mit einer chinesischen Schlupfwespe erfolgreich. Diese wurde in den vergangenen Jahren auch in Italien freigesetzt, wo sie sich etablieren konnte.

Bemerkungen

Die Kastaniengallwespe stammt ursprünglich aus China, wurde aber weltweit verschleppt. So ist sie seit 2002 in Italien zu finden. Im Jahre 2009 wurde sie erstmals im Tessin festgestellt.
Die Verbreitung erfolgt durch den Transport von befallenen Baumschulpflanzen und Pfropfreisern oder durch den Flug der Weibchen. Anfänglich weiten sich Befallsherde pro Jahr nur wenige Kilometer aus, später kann es mit Unterstützung des Windes auch zu einer weiter reichenden Ausbreitung kommen.
Aus Befallsgebieten dürfen keine Kastanienpflanzen (Jungbäume, Pfropfreiser usw.) verschoben werden.

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Vorjährige und neue Gallen an einem Kastanienzweig.

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Detailansicht der grün bis rötlich gefärbten Gallen.

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Aufgeschnittene Galle mit den kleinen, weisslichen Larven.

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Weibchen der Kastaniengallwespe (Bild: J.A. Payne, www. forestryimages.com)