Eichensplintkäfer

Scolytus intricatus

Baumarten

Eichen-Arten, selten weiteres Laubholz

Baumarten (lat.)

Quercus sp.

Symptome

Die Grösse dieser Borkenkäfer-Art ist mit 2,5 bis 4 mm Länge recht variabel. Befallen werden vor allem geschwächte stehende Eichen oder das Restholz nach Holzschlägen. Besiedelt wird sowohl Stammholz wie auch Astmaterial bis zu nur fingerdicken Zweigen. Das Brutbild der Käfer im Bereich des Kambiums ist meist nicht leicht zu erkennen, da auch bei fortgeschrittenem Befall und auch nach allfälliger Spechttätigkeit meist grössere Mengen Bast am Holz haften bleiben. Die Muttergänge, welche sich in Rinde und Splint abzeichnen, sind querliegend und nur ein bis drei cm kurz. Von da gehen dicht stehende, unregelmässig geschlängelte Larvengänge aus, welche sich längs zur Stammachse orientieren, sich auch überschneiden können und deutlich länger werden als die Muttergänge. Die Ausfluglöcher sind kreisrund.
Auch frisch gepflanzte, grössere Jungbäume können befallen werden und absterben, dies eine unliebsame Erscheinung an Zierbäumen, beispielsweise in Parkanlagen und Alleen.
Die Jungkäfer fliegen Eichenkronen an, wo sie an den Trieben aus dem Vorjahr einen Reifungsfrass durchführen. Auch dadurch kann bei starkem Auftreten ein Schaden oder eine Schwächung entstehen - die Blattmasse wird reduziert.

Ursache, Zusammenhang

Pro Jahr wird häufig nur eine Käfergeneration ausgebildet, bei warmen und langen Vegetationsperioden manchmal auch zwei. Der Eichensplintkäfer überwintert in der Regel als Larve im Brutbild. Im Unterschied zu anderen Borkenkäferarten können kalte Winter helfen, die Population der Käfer zu reduzieren. Die Hauptflugzeit findet im Mai und Juni statt, wenn sich die überwinterten Larven zu Käfern entwickelt haben und diese zum Reifungsfrass und Neubefall übergehen.

Verwechslungsmöglichkeiten

An der Eiche gibt es nur wenig andere rindenbrütende Borkenkäferarten. Diese haben keine wirtschaftliche Bedeutung. Hingegen können Eichenstämme auch durch den Eichenprachtkäfer (Agrilus biguttatus) befallen werden. Seine Frassgänge sind jedoch wirr geschlängelt, bis 3,5 mm breit, und die Ausfluglöcher sind einseitig oval.
Liegende Eichenstämme können zudem durch diverse Nutzholzborkenkäfer-Arten oder durch den Sägehörnigen Werftkäfer befallen werden. In diesen Fällen führen die Frassgänge aber ins Holz, und es wird weisses Bohrmehl ausgestossen.

Gegenmassnahmen

Massnahmen drängen sich nur bei Stehendbefall auf. Durch rechtzeitiges Entfernen oder Häckseln von befallenem Material kann der Befallsdruck auf weitere geschwächte Eichen reduziert werden. Die Arbeiten sollten bis April abgeschlossen sein.


Beat Forster, Waldschutz Schweiz, letzte Änderung 25-AUG-10
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Der erwachsene Eichensplintkäfer: Eine typische Scolytus-Art mit gerade verlaufenden Flügeldecken und ansteigendem Hinterleib. Bild: M. Zubrik, www.forestryimages.org

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Befallener Eichenstamm: Trotz intensiver Spechttätigkeit im Laufe des Winters bleibt noch viel Bast am Stamm haften.

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Das unregelmässige Frassbild des Eichensplintkäfers am Stamm.

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Auch dünne Äste können befallen werden. Vom kurzen, querliegenden Muttergang gehen die längsgerichteten Larvengänge ab.