Zickzack-Ulmenblattwespe

Aproceros leucopoda

Baumarten

Ulme

Baumarten (lat.)

Ulmus sp.

Symptome

Nach dem Austrieb befressen grüne Afterraupen die Blätter von verschiedenen Ulmen-Arten. Der Frass beginnt am Blattrand und wird zuerst in der unverwechselbaren Zickzack-Form zwischen zwei Blattnerven zweiter Ordnung angelegt. Die grün gefärbten Raupen fressen einzeln und können über die ganze Krone verteilt auftreten. Werden die Raupen grösser, kommt es zu ausgedehntem Lochfrass. Dabei kann auch kahlfrassähnlicher Skelettierfrass beobachtet werden, bei dem nur die Hauptnerven des Blattes stehenbleiben. Erkennbar sind die Raupen an der schwarzen Zeichnung am Kopf. Die adulten, ca. 8 bis 10 mm kleinen Tiere sind schwarz gefärbt mit hellen, weisslichen Beinen.
Der Frass kann sich über die ganze Vegetationsperiode hinziehen. Auf der Blattunterseite können ca. 1cm lange Kokons mit netzartiger Struktur beobachtet werden, welche auch nach dem Schlüpfen am Blatt haften bleiben.

Ursache, Zusammenhang

Die Zickzack-Ulmenblattwespe überwintert als Puppe auf abgefallenen Blättern in der Bodenstreu. Ab Mai fliegen die Wespen und legen an den Blatträndern ihre hellgrünen, knapp 1 mm kleinen Eier einzeln ab. Eine Paarung findet nicht statt, die Wespe vermehrt sich parthenogenetisch. Pro Jahr können bis zu vier Generationen ausgebildet werden. Die Raupen durchlaufen sechs Larvenstadien bevor sie sich in einem netzartigen Kokon verpuppen. Der Überwinterungskokon im Herbst wird etwas dichter gesponnen.
Eine Ausbreitung erfolgt durch Flug oder Windverfrachtung der Wespen und kann bis mehrere Dutzend Kilometer pro Jahr betragen. Abgefallene Blätter mit Kokons oder auch Adulte können mit Lastwagen, Containern usw. ebenfalls verbreitet werden.

Verwechslungsmöglichkeiten

Findet man den charakteristischen Zickzack-Frass und die Kokons auf den Ulmenblättern, ist eine Verwechslung kaum möglich. Unspezifischer Lochfrass kann auch durch diverse andere Insekten verursacht werden, wie zum Beispiel durch Frostspanner -Raupen.

Gegenmassnahmen

Gegenmassnahmen können nur begrenzt getroffen werden. In Parkanlagen kann im Herbst das herabgefallene Laub mit den Winter-Kokons eingesammelt und vernichtet werden.

Bemerkungen

Bei dieser Blattwespe handelt es sich um eine invasive Art aus Ostasien. In Europa wurde sie 2003 erstmals in Polen und Ungarn gefunden. Seither breitet sie sich in Europa weiter aus. In der Schweiz wurde sie 2017 erstmals beobachtet. Die Blattwespe ist aber nicht als Quarantäneorganismus eingestuft.
Befallene Ulmen sterben nicht ab, werden aber anfälliger für weitere abiotische und biotische Einflüsse. In Parks und Gärten wird der Zierwert durch den deutlich sichtbaren Frass herabgesetzt.


Beat Forster, Doris.Hölling, letzte Änderung 17-AUG-17
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Der typische Zickzack-Frass der Afterraupen.

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Die grüne Afterraupe und die schwarze, erwachsene Wespe mit den hellen Beinen (Bild G. Csóka, www.forestryimages.com).

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Verlassene Kokons auf der Unterseite eines stark befressenen Ulmenblattes.

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Ulmenast mit deutlichem Frassschaden. Die Entlaubung kann bis zu 90% betragen.