Als Ursache dieser Komplexkrankheit der Stiel- und Traubeneichen wird ein Zusammenwirken von unterschiedlichen, krankheitsfördernden Faktoren vermutet. Dazu zählen Klimaextreme (Winterfröste, Trockenheit), vorausgegangener Kahlfrass und Nährstoffungleichgewichte (z. B. Stickstoff Ueberangebot). Geschwächte Eichen werden oft von Wurzelparasiten befallen wie dem Hallimasch (Armillaria sp.), dem Spindeligen Rübling (Collybia fusipes) und Mikropilzen aus der Gattung Phytophthora. Insbesondere auf der süd- bis westexponierten Seite der Stämme kann auch ein Befall durch den Zweipunkt Eichenprachtkäfer (Agrilus biguttatus) auftreten. Erkrankte Eichen weisen häufig Schleimfluss auf.
Dieser Wurzelparasit ist an den weissen Pilzmatten und/oder an den schwarzen, strangartigen Rhizomorphen zwischen Rinde und Holzkörper erkennbar (Foto: Hallimasch an Lärche; Phytopathologie, WSL).
In der Literatur wird der Pilz als Saprophyt an Baumstrünken, aber auch als Wurzelparasit beschrieben. Normalerweise vermag der Baum die vom Pilz besiedelten Stellen zum gesunden Holz abzugrenzen. In geschwächten Eichen kann sich der Pilz schnell ausbreiten und Wurzeln abtöten.


Erkennungsmerkmale: Die Fruchtkörper erscheinen von Juni bis in den Herbst am Stammfuss oder in unmittelbarer Nähe von Eichen (auch Buchen und Edelkastanien sind Wirtsbäume). Junge Fruchtkörper weisen einen rotbraunen Hut auf (Durchmesser 4 - 8 cm). Mit dem Alter verblasst die Farbe und wird fleisch-bräunlich mit rostbraunen Flecken, gegen den Hutrand hin heller. Lamellen grau bis hell rötlich-braun. Stiel mit Furchen, oft verdreht, gegen Stielbasis rübenartig zugespitzt und dunkelbraun. Meist büscheliges Wachstum, d.h. alle Fruchtkörper entspringen einer gemeinsamen Basis.
Roland Engesser, 23.5.2000
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