Der schwarze Schneeschimmel (Herpotrichia juniperi)
U. Wasem, R. Engesser, WSL Birmensdorf 2002
Bedeutung
Der schwarze Schneeschimmel ist von den Voralpen bis in das Hochgebirge
verbreitet und befällt die Nadeln von Fichte, Föhre, Arve,
Tanne und Wacholder. Dieser Schneepilz verursacht vor allem in den
Voralpen in schneereichen Lagen grosse Schäden an der Verjüngung.
Betroffen sind natürliche Verjüngungen und Aufforstungen,
wo auch sehr vitale Bäume durch Herpotrichia juniperi befallen
werden können. Häufig erkranken Bäume nesterweise auf
Standorten mit lang andauernder Schneebedeckung (Geländevertiefungen,
Mulden). Begünstigt wird die Pilzentwicklung durch eine üppige
Begleitvegetation und durch die Wühltätigkeit von Mäusen.
Dadurch entstehen unter der winterlichen Schneedecke Hohlräume
mit einer hohen, relativen Luftfeuchtigkeit, welche der Pilz für
sein optimales Wachstum braucht. Kleine Bäume, Keimlinge und
Sämlinge haben eine hohe Mortalität, welche auf den schwarzen
Schneeschimmel zurückzuführen ist.
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| Dieser Fichtenzweig ist völlig mit dem schwarz-braunen
Myzel überzogen, eingesponnen und verklebt. Die Nadeln
fallen im zweiten Jahr gebündelt mit dem Myzelfilz ab (Bild O. Odermatt, WSL). |
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| Im Frühjahr bei der Ausaperung zeigt sich das Krankheitsbild.
Diese kleine Arve ist wegen Herpotrichia juniperi eingegangen (Bild U. Wasem, WSL). |
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| Nach diesem starken Herpotrichia-Befall erholt sich dieser
Fichtenast kaum. Meist wächst das Pilzmyzel im nächsten
Winter weiter, bis die restlichen, lebenden Nadeln infiziert sind (Bild U. Wasem, WSL). |
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Folgerungen
Schematisches Auspflanzen über schattige, feuchtkalte Standorte
hinweg sollte vermieden werden. An solchen Stellen entwickelt sich
der Pilz optimal und kann weitere, benachbarte Bäume infizieren.
Sind Pflanzungen mit kleineren Bäumen (Sämlinge) vorgesehen,
empfiehlt sich nach einem Holzschlag eine Schlagräumung (Asthaufen).
Damit verringert sich die Gefahr einer Infektion durch am Boden
liegende Äste und Nadeln. Durch Freischneiden (Austrichtern)
der Bäume von üppiger, hoher Vegetation gibt es weniger
Hohlräume in der Schneedecke, welche der schwarzen Schneeschimmel
für seine Entwicklung braucht. Sind nur wenige Bäume oder
Pflanzenteile von der Pilzkrankheit betroffen, können diese
abgeschnitten und verbrannt werden. Fungizide sind im Schweizer
Wald nicht zugelassen.
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