[Armillaria]

Einfluss von Stamm- und Wurzelfäulen auf die Sturmwirkung

Daniel Rigling (Projektleiter)

Problemstellung

Neben der Holzqualität können Stamm- und Wurzelfäulen auch die Stabilität der Bäume beeinträchtigen. Sie gehören damit zu den ökonomisch und ökologisch bedeutendsten Krankheiten in unseren Wäldern.  Untersuchungen, die nach den Winterstürmen 1967 und 1990 (Vivian) durchgeführt wurden, zeigten, dass ein grosser Anteil der sturmgeschädigten Bäume Stamm- und/oder Wurzelfäulen aufwiesen (Bazzigher und Schmid, 1969; Schmid-Haas und Bachhofen, 1991). Beide Arbeiten deuten darauf hin, dass Fäulen das Ausmass der Sturmschäden bei der Fichte wesentlich mitbestimmt haben. Gleichzeitig lassen sie eine Zunahme der Stammfäule bei der Fichte im Schweizer Mittelland vermuten. Die, durch den Sturm "Lothar" verursachten Waldschäden, bieten eine einmalige Gelegenheit, Zusammenhänge zwischen Stamm- und Wurzelgesundheit und der Sturmwirkung aufzuzeigen.


Ziel des Projekts

Folgende Fragen sollen beantwortet werden:
  • Welche Rolle spielen Stamm- und Wurzelfäulen bei den aktuellen Sturmschäden? Sind wurzelfaule Bäume stärker Windwurf gefährdet als gesunde?
  • Welche Erregerpilze sind für die Fäulen verantwortlich? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Erregerpilz, Standort, Bodenversauerung und der Sturmwirkung?

Methode

Auf ca. 50 Standorten mit Streuschäden werden geschädigte (Schadkategorien) und stehengebliebene Fichten miteinander verglichen. Maximal werden drei Bäume pro Schadkategorie und Fläche untersucht. Von allen Bäumen werden Bohrkerne aus dem Stock und aus drei Hauptwurzeln entnommen und der Fäulebefall okular bestimmt. Von den Bohrkernen und von Wurzel- und Stammproben werden die Erregerpilze isoliert und mit Standard- und molekularbiologischen Methoden (PCR Identifikation) bestimmt.

Mit dem Datensatz werden folgende Hypothesen getestet:

  • Geworfene Bäume weisen mehr Wurzelfäulen auf als stehengebliebene resp. gebrochene Bäume.
  • Bäume mit Stockbrüchen weisen stärkere Stockfäulen auf als stehengebliebene resp. gebrochene Bäume.
  • Fichten mit Hallimasch-Wurzelfäulen werden eher geworfen, während solche mit Heterobasidion annosum oder Climacocystis borealis Befall eher am Stock gebrochen werden.
  • Wurzelfäulen treten umso häufiger auf, je ungünstiger der chemische Bodenzustand ist (tiefer pH, kleines BC/Al-Verhältnis).
Die Aufnahmen werden auf unterschiedlich sauren Probeflächen des Lothar-Projektes "Zusammenhänge zwischen Bodenversauerung und Wurzelsystem" durchgeführt von denen bereits Vorinformationen zum Bodenzustand vorliegen.

Erwartete Ergebnisse

Mit diesem Projekt werden statistisch abgesicherte Zusammenhänge zwischen dem Auftreten von Stock- und Wurzelfäulen und der Sturmwirkung aufgezeigt. Daneben werden für verschiedene Waldstandorte der Schweiz Informationen über das Auftreten von Stamm- und Wurzelfäulen, inkl. Erregerpilze erhalten, und zwar von Flächen, von denen bereits andere Vorinformationen vorliegen. Dies erlaubt eine Verknüpfung mit bekannten oder im Rahmen von anderen "Lothar-Projekten" neu erfassten Parametern (Wurzel-, Boden- , Bestandesparameter, etc.). Das Projekt liefert auch eine gut dokumentierte Zustandsanalyse über die Wurzelgesundheit, welche als Grundlage für weiter Untersuchungen (z.B. bei zukünftigen Sturmereignissen) verwendet werden kann.



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