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Von der Vielfalt des Lebens

Biodiversität WSL

Biodiversität lässt sich auf drei Ebenen beschreiben: die Vielfalt der Lebensräume, diejenige der Arten und jene der Gene. Die Schweiz hat sich 1994 mit der Ratifizierung der Biodiversitätskonvention von Rio verpflichtet, die Artenvielfalt zu überwachen, zu erhalten und zu fördern. Warum ist sie diese Verpflichtung eingegangen? Eine hohe Biodiversität führt dazu, dass Ökosysteme wichtige Dienstleistungen erbringen wie die Bestäubung von Kulturpflanzen oder die Erhaltung von Fruchtbarkeit und Stabilität des Bodens unter sich verändernden Umweltbedingungen. Biodiversität trägt auch zur Lebensqualität und zum Erholungswert unserer Umwelt bei. Der stete Rückgang der Biodiversität in der Schweiz macht vermehrte Anstrengungen für deren Schutz nötig.

Wissenschaft und Biodiversitätsschutz

Für die Überwachung und die Förderung der Biodiversität in der Schweiz braucht es wissenschaftliche Grundlagen. Solche zu erarbeiten ist eine Kernkompetenz der WSL. Einerseits entwickelt sie Erhebungsmethoden zur Erfassung von Veränderungen. Sie pflegt zum Beispiel die nationalen Datenzentren für Pilze und Flechten, dokumentiert deren Bestandesentwicklung und erarbeitet die Roten Listen der bedrohten Arten für beide Organismengruppen. Andererseits erforscht die WSL, welche Faktoren die Biodiversität wie beeinflussen. Die Waldbewirtschaftung hat beispielsweise Auswirkungen auf die Pflanzenvielfalt eines Waldes: Je offener der Wald ist, desto vielfältiger ist die Krautschicht. Daraus werden Empfehlungen abgeleitet, wie die Vielfalt von Pflanzen, Insekten und anderen Lebewesen durch eine angepasste Waldbewirtschaftung gefördert werden kann. Solche wissenschaftlichen Grundlagen ermöglichen es, Gefahren frühzeitig zu erkennen und geeignete Massnahmen für den Schutz und die Förderung der Biodiversität abzuleiten. Da diese oft aufwändig sind, ist es wichtig, ihren Erfolg zu überprüfen. Die WSL entwickelt deshalb Methoden für die Erfolgskontrolle und trägt dazu bei, die Umsetzung zu optimieren. So wurden in den letzten Jahren in verschiedenen Regionen der Schweiz neue Lebensräume für den gefährdeten Laubfrosch geschaffen. Mit genetischen Methoden konnte die WSL zeigen, dass diese Massnahmen erfolgreich waren und zu einer besseren Vernetzung der Bestände geführt haben.

 
 
 
 
 

 

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