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Forschungseinheiten

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Alpine Schnee- und Wasserressourcen im Zeichen des Klimawandels

Schnee

Die Schweiz gilt als „Wasserschloss Europas“. Dennoch fliesst nicht immer die „richtige“ Menge Wasser zur richtigen Zeit am richtigen Ort, unter dem Einfluss des Klimawandels wird sich dies in Zukunft noch verschärfen. An der WSL und am SLF untersuchen diverse Forschungsgruppen hydrologische und klimatologische Fragestellungen, v.a. den Zusammenhang von Schnee, Abflüssen, Klima und Naturgefahren.

Die natürliche Schneedecke ist ein riesiger Wasserspeicher, welcher bis in den Sommer die Gewässer speist und damit die Produktion von Strom aus Wasser sicherstellt. WSL-Forschende entwickeln Modelle, mit denen Wasservorräte im Schnee bestimmt und Schmelzwassermengen berechnet werden. Diese erlauben die Folgen des Klimawandels auf die Hydrologie abzuschätzen. Sie liefern der Elektrizitätswirtschaft wertvolle Entscheidungsgrundlagen und dienen der besseren Vorhersage von Frühlingshochwassern.

Permafrost : ständig gefrorener Boden

Ständig gefrorener Boden, sogenannter Permafrost, kommt auf rund 6% der Fläche der Schweizer Alpen vor und ist hauptsächlich oberhalb von 2400 m ü. M. anzutreffen. Alle Bodenarten (Felsen, Schutthalden, Moränen etc.) können gefroren sein. Im Sommer erwärmt sich nur die oberste Schicht des Bodens, die Auftauschicht. Das SLF-Permafrostmessnetz liefert seit 1996 wichtige Informationen über den Zustand der Permafrostböden und hilft, die komplexen Vorgänge zwischen Oberfläche und Untergrund besser zu verstehen. Wenn Permafrost taut, kann dies zu Problemen wie Murgängen oder instabilen Bauten (Lawinenverbauungen, Bergbahn-Infrastruktur…) führen. Hier ist nicht nur Grundlagenforschung, sondern auch Beratung der Praxis gefragt.

Schnee als Naturgefahr

Die Erforschung von Lawinenbildung, Lawinendynamik und Lawinenschutz zählen zu den zentralen Aufgaben des SLF, um einen nachhaltigen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung vor Naturgefahren zu leisten. Zwar verstehen wir heute die Entstehung von Lawinen recht gut, so dass die von vom SLF herausgegeben Lawinenbulletins Sicherheitsverantwortliche aus Skigebieten und Gemeinden sowie Skitourenfahrer, Freerider und Schneeschuhgänger zuverlässig über die Lawinengefahr informieren. Warum, wann und wo Lawinen genau losbrechen, ist aber im Detail (noch) nicht vorhersehbar.  Die Projekte rund um die Lawinenforschung und –prävention sind unter dem Forschungsthema „Naturgefahren“ zusammengefasst. Die Informationen zur aktuellen Schnee- und Lawinenwarnung werden auf www.slf.ch publiziert.

Material Schnee

Schnee ist ein poröses Material aus Eis und Luft, das sich unter äusseren Einflüssen ständig verändert. Die Wissenschaft hält selbst für poröse Materialien mit unveränderlicher Mikrostruktur nur in begrenztem Masse Theorien zu den mechanischen und thermischen Eigenschaften bereit. Für die Beschreibung der Mikrostruktur von Schnee werden daher besondere experimentelle und theoretische Konzepte benötigt - nur so können Fortschritte in der Lawinenvorhersage und Klimaforschung erzielt werden. Die Arbeit am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung reicht von der Erforschung der Schneemetamorphose über die Bestimmung der mechanischen Eigenschaften von verschiedenen Schneearten bis zur Entwicklung von Methoden und Geräten zur Untersuchung des Schneedeckenaufbaus . Dies findet unter Laborbedingungen in Kältekammern als auch im Feld in der natürlichen Schneedecke statt.

Schnee – eine wichtige Ressource für das Wintersportland Schweiz

Die Schweiz ist durch den Wintertourismus in hohem Masse abhängig von Schnee. Messungen der Schneehöhe werden darum nicht nur für die Lawinenwarnung gebraucht, sondern auch um den Einfluss der Klimaerwärmung auf die Schneedecke zu untersuchen. Um Änderungen zu quantifizieren und um einzelne schneearme oder schneereiche Winter richtig einzuordnen, sind langjährige Messreihen von grosser Wichtigkeit. Zusammen mit der MeteoSchweiz unterhält das SLF ein Messnetz von über 100 Beobachtern und Beobachterinnen, die zwischen Oktober und Mai täglich den Neuschnee und die Gesamtschneehöhe messen. Der Grossteil dieser Messreihen geht ca. 50 Jahre zurück, einzelne Stationen messen aber bereits seit mehr als 100 Jahren. Das SLF erforscht zudem in Kooperationsprojekten mit der Wirtschaft die energiesparende Produktion von technischem Schnee, die Übersommerung von Schnee und die effiziente Präparierung von Skipisten. Für den Schneesport führt das SLF Arbeiten über das System «Mensch-Material- Schnee» durch.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

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