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Vielfältige Wälder – vielfältige Aufgaben

Waldökosysteme

Der Wald produziert Holz, filtert Schadstoffe aus der Luft, schützt das Trinkwasser, verhindert Lawinen und Steinschlag, speichert Kohlenstoff und ist ein Hort der Biodiversität. Ob sattgrüne Buchenmischwälder, landschaftsprägende Kastanienwälder oder artenreiche Bergwälder, sie alle sind komplexe Ökosysteme mit tausenden von Pflanzen-, Tier- und Pilzarten, die in Wechselbeziehungen zueinander stehen. Die WSL erforscht in diesen Naturräumen wie Boden, Wasser, Luft und Klima die Wachstums- und Entwicklungsprozesse der Waldökosysteme beeinflussen. Dies geschieht zusammen mit Partnern anderer Forschungseinrichtungen, des Bundes und der Kantone.

Auswirkungen von Klimaveränderung und Naturereignissen

Besonders interessiert die WSL, welche Folgen Stürme, Feuer und Lawinen für Waldverjüngung und Biodiversität haben und wie sich der Klimawandel auf den Wald auswirkt. Beispielsweise sterben in trockenwarmen Jahren im Wallis Föhren ab, während sich die Flaumeiche ausbreitet. Und in verlassenen Wäldern des Tessins wandern immergrüne, wärmeliebende Holzarten und Palmen ein. Einige invasive Arten beginnen bereits Einheimische zu verdrängen. Die WSL analysiert die Einflüsse des Klimas und der Nutzung auf Bäume und Wälder bis hin zu Veränderungen im Stoffkreislauf. Hier spielen die in den Wald eingetragenen Nähr- und Schadstoffe sowie die Zersetzungsprozesse von Blättern, Nadeln und Totholz eine wichtige Rolle. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse lassen sich nachhaltige Nutzungsstrategien in Forstwirtschaft und Naturschutz sowie praxisnahe Empfehlungen und Weiterbildungsangebote entwickeln.

Holz nutzen, Wald erhalten, Boden schützen

Die Forstpraxis möchte wissen, wie sie den Wald, insbesondere das Holz, optimal nutzt: wirtschaftlich, aber ohne die weiteren Aufgaben des Waldes wie Erholung, Lebensraum für Pflanzen und Tiere, Schutz von Trinkwasser oder vor Naturgefahren zu beeinträchtigen. Die WSL erforscht daher den Zustand und die Entwicklung der Schweizer Wälder sowie die Lenkungsmöglichkeiten durch den Menschen. Dafür beobachtet sie ertragskundliche Versuchsflächen zum Teil seit über hundert Jahren. Gleichzeitig setzt sie modernste Computermodelle ein und führt komplexe Erhebungen wie das Landesforstinventar durch. Das gewonnene Wissen kommt der Praxis zu Gute: Als Software oder Internetplattform, als Merkblatt oder Kurs. Die WSL äussert sich konkret zu Themen wie Bodenschutz bei der Holzernte, wirtschaftliche Optimierung der Produktionskette Holz, Potenzial der Energieholznutzung oder Abschätzung des Erholungsnutzens des Waldes.

Die Wurzeln erforschen

Immer stärker in den Vordergrund der Waldforschung rücken unterirdische Prozesse, oft ein Wechselspiel zwischen Wurzeln, Pilzen, Bakterien und Waldboden. Wichtig sind dabei der Kohlenstoff- und der Stickstoffkreislauf; beide hängen stark von Temperatur und Niederschlag ab. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel liefern zum Beispiel die Studien aus der seit über 50 Jahren beobachteten Forschungsfläche «Stillberg» bei Davos wertvolle Ergebnisse. Hier, direkt an der Waldgrenze, reagieren junge Bäume besonders empfindlich. Auch alte Bäume liefern klimarelevante Daten, denn sie speichern in ihrem Holz langfristig Informationen über Umweltbedingungen. Die WSL, die weltweit das zweitgrösste Labor für Jahrringforschung betreibt, trägt zu internationalen Klimafragen regelmässig neue Erkenntnisse bei.

 
 
 
 
 
 
 
 

 

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