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Publikation

Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL (Hrsg.) 2013:

Bodenschutz im Wald: Ziele - Konflikte - Umsetzung. Forum für Wissen 2013.

WSL Ber. 6: 116 S.

Waldwissen.net

Bodenschutz

Böden erfüllen zahlreiche Funktionen. Sie sind Lebensraum von Pflanzen, Tieren, Mikroorganismen und Pilzen und bilden eine wichtige Lebensgrundlage für den Menschen. Böden regeln als Speicher, Puffer und Filter den Durchfluss von Stoffen (Wasser und darin gelöste Substanzen) und sind somit auch zentrale Schaltstelle in wichtigen Stoffkreisläufen (aktuell: Kohlenstoff-Kreislauf). Durch Bewirtschaftung und durch Schadstoffbelastungen aus unterschiedlichsten Quellen sind diese Bodenfunktionen gefährdet. Die WSL engagiert sich für den Bodenschutz und beschäftigt sich mit den hauptsächlichen Gefährdungen, deren Auswirkungen auf die Bodenfunktionen und die Bodenfruchtbarkeit.

Bodenfunktionen und Bodenbelastungen

Bodenschutz Schulung
Abb. 1: Ausbildung zum Thema
physikalischer Bodenschutz in
Zusammenarbeit mit den Kantonen.
Foto: Marco Walser (WSL)
 
Fahrspur
Abb. 2: Spuren eines schweren
Forstfahrzeuges auf einer Rückegasse
nach mehrmaliger Durchfahrt.
Foto: Marco Walser (WSL)

Das schweizerische Umweltschutzgesetz schreibt den Bodenschutz über die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit fest. Auf den Wald bezogen heisst dies, dass die Selbsterhaltung der standorttypischen Lebensgemeinschaft Wald mit Naturverjüngung nachhaltig gewährleistet sein muss. Das Wurzelwachstum der standortgerechten Baumarten darf nur durch natürliche Limiten beeinträchtigt sein und die biologische Bodenaktivität muss den ungehemmten Abbau der Vegetationsrückstände unter den gegebenen standörtlichen Verhältnissen ermöglichen. Die hauptsächlichen Einflüsse, welche die Erhaltung der für den Wald definierten Bodenfruchtbarkeit gefährden und in der Forschungseinheit Waldböden und Biogeochemie behandelt werden, sind Verdichtungen durch schwere Maschinen, Kontamination durch Schadstoffe, Klimaänderungen und deren Einfluss auf die organische Bodensubstanz sowie Bodenveränderungen durch Landnutzungsänderungen.

Laufende und zukünftige Forschungsaktivitäten umfassen Feld- und Laboruntersuchungen zum Einfluss von schweren Holzerntemaschinen auf Bodeneigenschaften und –funktionen sowie deren Regeneration. Die Forschenden untersuchen die Kartierung von Erosions- und Hangrutschungsrisiken, die Quantifizierung ökologischer Risiken (Bsp. Hochwasserschutzfunktion), den Zusammenhang zwischen Porenraum und Wurzelverteilung, die Abhängigkeit von Landnutzungsänderungen (Bsp. Aufforstungen, Streunutzung, Ausbringung von Holzasche) und bodenchemischen Eigenschaften sowie den Gasaustausch zwischen dem Boden und der Atmosphäre in Abhängigkeit der Bodenverdichtung.

Weiter gehört der Ausbau und der Unterhalt der Bodendatenbank mit chemischen und physikalischen Daten zum Aufgabengebiet der WSL. Die Bodendatenbank dient als wichtiges Instrument für die Entwicklung von Indikatoren für den Zustand und die Funktion von Böden.

Bodenkarte Ermatingen Versuch mit Holzasche auf Waldboden
Abb. 3: Kartierung der Spurtypen
(unterschiedlicher Verformungsgrad) und des
Verdichtungsrisikos als Grundlage für die
Einsatzplanung der Forstmaschinen.
Graphik: Peter Lüscher (WSL) / Stéphane
Sciacca
Abb. 4: Kleiner Versuchsplot mit
Holzascheausbringung zur Untersuchung der
Auswirkungen auf die Bodenbiologie
(entspricht 8t Holzasche pro ha).
Foto: Stephan Zimmermann (WSL)

 

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