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  • Blog von der Grönland-Expedition 2015

Grönland-Expedition 2016

Fünf WSL- und SLF-ForscherInnen und eine Wissenschaftlerin aus Cambridge berichten dieses Jahr wieder von ihrer Feldarbeit auf dem riesigen Eisschild im Innern Grönlands.

SwissCamp

Das Swiss Camp auf Grönland. Foto: Konrad Steffen, Copyright

Meldungen aus Grönland

15.06.2016: Zurück in Davos

Mit diesem Erlebnisbericht endet die Berichterstattung der diesjährigen Grönlandexpedition.... Mehr

31.5.2016: North Traverse - Komfort bei eiskalten Temperaturen

Bei eisigen Temperaturen nahmen die Forschenden die Wartung der nördlichen Wetterstationen in Angriff, bei welcher ungewohnte Annehmlichkeiten die harte Arbeit  erleichterten: So gab es in einem der Camps sogar eine Sauna... Mehr

23.5.2016: South Traverse - erfolgreiche Wartung der drei südlichen Messstationen

Von Kangerlussuaq brachen die Forschenden auf, um die drei Wetterstationen im Süden zu kontrollieren. Der erfahrene Pilot erwies sich dabei als sehr wertvoll… Mehr

19.5.2016: "Little Traverse" - sieben Tage durch das grönländische Weiss

Das ganze Team ist inzwischen im Swiss Camp angekommen. Nach einigen Tagen Vorbereitung brechen vier der Forscher zu einer 100 km langen Traverse mit verschiedenen Herausforderungen auf... Mehr

Grönland-Expedition 2016

Für den WSL-Direktor und Klimaforscher Konrad Steffen ist es die 26. Reise nach Grönland. Die SLF-Schneeforscher Martin Schneebeli und Lino Schmid begleiten ihn dabei schon zum zweiten Mal, für die SLF-Forscherinnen Nena Griessinger und Neige Calonne ist es eine Premiere: Fast den ganzen Mai verbringen sie auf dem riesigen Eisschild im Landesinneren Grönlands, das mehr als 40-mal so gross ist wie die Schweiz. Sie kommen dabei wenige Male auch nach Kangerlussuaq, einem Ort im Westen Grönlands, wo sie ausreichend Internet-Verbindung haben. Von dort aus schicken sie uns ihre Texte und Fotos und lassen uns an ihrer Forschung und ihrem Leben bei -20 Grad Celsius und kälter teilhaben.

Das Forschungs-Team

Koni_Steffen.jpg Prof. Dr. Konrad Steffen erforscht die Interaktion von Klima und Kryosphäre in Polar- und Alpengebieten mithilfe von Klimamodellen, Messungen direkt vor Ort sowie Luft- und Satellitenbildern. Er interessiert sich vor allem dafür, wie die Klimaerwärmung die Eismassen und den globalen Meeresspiegel beeinflusst. Seit 1990 verbringt er jedes Jahr mehrere Wochen in Grönland; 2014 war er zudem am Südpol. Seit 2012 ist Steffen Direktor der WSL.
Martin_Schneebeli.jpg Dr. Martin Schneebeli interessiert sich für alle physikalischen und geologischen Prozesse in der Schneedecke. Er forscht, wie sich Eigenschaften der alpinen und arktischen Schneedecke besser messen lassen und wie sich die räumliche Auflösung der Messung verfeinern lässt. Dazu entwickelt er auch neue Messgeräte. Schneebeli hat bereits an drei mehrmonatigen Antarktis-Expeditionen teilgenommen. Er leitet am SLF die Forschungsgruppe Schneephysik und bei der Grönland-Expedition die Schneedecken-Untersuchungen.
Lino_Schmid.jpg Dr. Lino Schmid ist Post-Doktorand am SLF. In seiner Forschung befasst er sich unter anderem damit, Schneeeigenschaften mit Radargeräten zu messen. Er ist bei der diesjährigen Grönland-Expedition zuständig für alle Flugaufnahmen mit der Drohne, die Schneedecken-Untersuchungen und die Wartung der aufwärtsschauenden Radargeräte, die im letzten Jahr am Swisscamp und an der Station „Summit“ installiert wurden.
Nena Griessinger Nena Griessinger ist Doktorandin am SLF in der Forschungsgruppe „Schneehydrologie“. Der Titel ihrer Doktorarbeit lautet "Relevance of snowmelt processes for cold region hydrology". Griessinger nimmt das erste Mal an einer Grönland-Expedition teil. Sie ist vor allem für die Handhabung des Radar-Schlittens zuständig, mit dem die Schneeverteilung entlang einer 100 km langen Traverse zwischen dem SwissCamp und Crawford Point gemessen wird.
Neige_Calonne Dr. Neige Calonne ist Post-Doktorandin am SLF. Sie erforscht die physikalischen Prozesse im Schnee (z.B. Schneemetamorphose) mit Experimenten im Feld und im Labor. Im Moment beschäftigt sie sich insbesondere mit der Schneemikrostruktur von arktischem Schnee. Bei der Grönland-Expedition ist sie dafür zuständig, die verschiedenen Schnee-Eigenschaften zu messen. Die Schneeproben, die sie auf der Expedition sammelt, werden später im Kältelabor des SLF noch genauer untersucht. Auch für sie ist es eine Grönland-Premiere.
Bianca Perren Dr. Bianca Perren ist Quartärwissenschaftlerin am British Antarctic Survey in Cambridge, UK, in der Forschungsgruppe Paläoökologie, Eisdeckenforschung und Klimawandel. Sie hat sich auf Umweltveränderungen in der Arktis und Antarktis spezialisiert. Mithilfe von See-Sedimentaufzeichnungen rekonstruiert sie die Veränderungen der Umweltbedingungen infolge der Klimavariabilität im Holozän, Eutrophierung und Klimaerwärmung im 20. und 21. Jahrhundert. Auf der Grönlandexpedition ist sie für die GPS-Messungen rund um das Swiss Camp zuständig.

Aufgaben und Projekte in Grönland

  • Unterstützt von der NASA und der amerikanischen National Science Foundation hat Koni Steffen seit 1990 ein Netz von 20 automatischen Wetterstationen auf dem grönländischen Eisschild aufgebaut. Steffen wird diese Stationen wie jedes Jahr warten, um die Fortführung der Messreihen sicherzustellen, die der Erforschung des Klimas und der Eismassen dienen.
  • An vielen Orten im Innern Grönlands liegt – anders als in den Alpen – eine mehrjährige Schneedecke. Martin Schneebeli, Lino Schmid und Neige Calonne untersuchen ihren Aufbau mit verschiedensten Messtechniken: dem hochauflösenden SnowMicroPen, Dichte- und Temperatur-Messungen sowie mit Schneeprofilen, die auch im nahen Infrarot-Bereich fotografiert werden. Ausserdem nehmen sie Schneeproben, die sie anschliessend an die Expedition im Computertomographen am SLF analysieren werden. Diese Schneedecken-Untersuchungen führen sie an allen 20 Wetterstationen durch.
  • Das „Herzstück“ der diesjährigen Expedition ist eine Traverse vom SwissCamp nach Crawford Point und zurück, die erstmalig durchgeführt wird. Nena Griessinger und Martin Schneebeli legen dabei zu Fuss eine Strecke von etwa 100 km zurück. Die Route führt quer zur sogenannten „Gleichgewichtslinie“ über das Eis. Die Linie markiert die Grenze, an der die Schneeschmelze genau so gross ist wie die Schnee-Zunahme. Auf der Traverse messen sie mit dem Radar-Schlitten kontinuierlich die Schneeverteilung entlang des Übergangs von vieljährigem Schnee zu jährlichem Schnee. Alle 2,5 km werden zudem Untersuchungen mit dem SnowMicroPen durchgeführt, alle 5 km wird das Schneewasser-Äquivalent gemessen und alle 20 km werden komplette Schneeprofile aufgenommen. Lino Schmid und Neige Calonne unterstützen bei diesen punktuellen Schnee-Untersuchungen und stellen die Versorgung der Gruppe sicher. Ausserdem wird Lino Schmid mit einer Drohne dreidimensionale Aufnahmen der Schnee- und Eis-Oberfläche erstellen.
  • Lino Schmid wird an den Stationen "Swiss Camp" und "Summit" die Radar-Geräte überprüfen, die die Schneedecke von unten nach oben durchleuchten. Die Geräte hat er letztes Jahr an den Stationen installiert. Damit lassen sich Schneeeigenschaften und -schichten messen, ohne die Schneedecke zu zerstören und ohne selber vor Ort sein zu müssen.
  • Parallel dazu gilt es den Alltag zu bewältigen – kochen, wohnen, schlafen, Batterien und technische Geräte am Laufen halten, etc. In Zelten auf dem Eis bei eisiger Kälte ist das durchaus eine Herausforderung … Und das Reisen zu Fuss, mit Motorschlitten und Flugzeugen erfordert eine detaillierte Planung und auch etwas Wetterglück. Keine Gefahr geht übrigens von Eisbären aus: Auf dem Eisschild im Innern Grönlands kommen sie nicht vor – denn dort gibt es in der Regel nichts zu Fressen.

Stationen der Expedition

Map 2016
  • Kangerlussuaq – Ortschaft mit rund 500 Einwohnern an der Westküste Grönlands, mit internationalem Flughafen mit Direktflügen nach Kopenhagen und Transitflügen innerhalb Grönlands. Kangerlussuaq auf Wikipedia
  • Das Swiss Camp liegt auf 69°N, 49°W und auf rund 1100 m.ü.M.; 70 Kilometer nordöstlich von Ilulissat. Das Camp existiert seit 1990.
  • Die Station "Summit" befindet sich am höchsten Punkt des Grönländischen Eisschilds auf 72°N, 38°W und 3216 m.ü.M. Sie wurde 1989 errichtet und ist seit 1997 ganzjährig besetzt.
  • Karte mit Wetterstationen, die während der Expedition gewartet werden: Automatic Weather Stations

Der Reiseplan 2016

4. Mai Ankunft in Kangerlussuaq in Grönland 
5. Mai Ankunft beim Swiss Camp
6.-18. Mai
Traverse Swiss Camp - Crawford Point
19.-21. Mai
Wartung der südlichen Wetter- und Klimastationen
21.-31. Mai
Wartung der nördlichen Wetter- und Klimastationen
24. Mai
Rückflug einiger Forschender in die Schweiz
1. Juni
Rückflug des restlichen Teams in die Schweiz

 

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