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  1. DROUGHT-CH: Früherkennung von kritischen Trockenperioden in der Schweiz
  2. Thematische Synthese "Grundlagen"

Forum für Wissen 2012 „Alpine Schnee- und Wasserressourcen gestern, heute, morgen“

Alpine Schnee- und Wasserressourcen

Die Schweiz gilt als „Wasserschloss Europas“. Dennoch fliesst nicht immer die „richtige“ Menge Wasser zur richtigen Zeit am richtigen Ort, unter dem Einfluss des Klimawandels wird sich dies in Zukunft noch verschärfen. An der WSL und am SLF untersuchen diverse Forschungsgruppen hydrologische und klimatologische Fragestellungen, v.a. den Zusammenhang von Schnee, Abflüssen, Klima und Naturgefahren.

Messstation am Göscheneralp-Stausee
Installation einer automatischen Kamera am Göscheneralp-Stausee.

Exakte Messungen und Monitoring für zuverlässige Vorhersagen

WSL und SLF unterhalten diverse schweizweite Schnee- und Wasser-Messnetze, um möglichst genau zu erfassen, zu welchen Zeitpunkten wo wie viel Schnee und Wasser zur Verfügung steht. Die Mitarbeitenden des operationellen Schneehydrologischen Dienst am SLF werten laufend die aktuellen Daten aus und liefern hydrologische Bulletins an die Hochwasser-Prognostiker des BAFU. Mit Schneedeckenmodellen berechnen die Forschenden zudem die Verteilung von Schnee im Gelände. Nur auf der Basis umfassender aktueller Messungen und Berechnungen ist es möglich, verlässliche Aussagen darüber zu treffen, wie sich die Schnee- und Wasserressourcen zukünftig entwickeln. Für diese Zukunftsszenarien koppeln die Forschenden hydrologische mit meteorologischen Computermodellen.

Schnee- und Wettermessstation

 
Schnee- und Wettermessstation. Foto: Ralph Feiner  

Die Wissenschaftler arbeiten in nationalen und internationalen Projekten eng mit Bundesämtern, der Praxis und anderen Forschungsinstituten zusammen. Mit ihren wissenschaftliche Analysen, Messsystemen und Modellen unterstützen sie die Behörden, aber auch Ingenieurbüros, lokale Naturgefahrenverantwortliche oder Kraftwerkbetreiber darin, Strategien für den Umgang mit den aktuellen aber auch den sich verändernden Schnee- und Wasserressourcen zu entwickeln.

Forum für Wissen: Austausch zwischen Forschung und Praxis

Im November 2012 widmete die WSL ihre jährlich stattfindende Tagung „Forum für Wissen“ dem Thema „Alpine Schnee- und Wasserressourcen gestern, heute, morgen“. Fachleute aus Praxis, Forschung, Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden präsentierten ihren aktuellen Wissensstand zu diesem Thema.

Herausforderungen durch den Klimawandel – eines der zahlreichen Forumsthemen

Hugo Aschwanden von der Sektion Gewässerbewirtschaftung des BAFU machte in seinem Vortrag deutlich, dass zukünftig in der Schweiz zwar insgesamt ausreichend Wasserressourcen zur Verfügung stehen werden. Da die Niederschläge tendenziell im Sommer ab- und im Winter zunehmen und ausserdem die Mengen der in Schnee und Eis gespeicherten Wassermengen stark zurückgehen, werden die Wasserressourcen jedoch in Zukunft jahreszeitlich und räumlich anders verteilt sein. Die Abflussmengen von Gebirgsbächen und Flüssen werden davon deutlich beeinflusst.

Bach im Vorfeld des Dammagletschers.

Bach im Vorfeld des Dammagletschers.

Massimiliano Zappa, der Leiter der Forschungsgruppe „Hydrologische Vorhersagen“ der WSL zeigte in seinem Beitrag, mit welchen Szenarien in Zukunft zu rechnen ist: Die Spitzenabflüsse im Frühling beispielsweise, die besonders durch die Schneeschmelze geprägt sind, werden früher stattfinden. Dies ist insbesondere für die Wasserkraft bedeutsam. Im Winter ist insgesamt mit mehr Abflüssen zu rechnen, dies könnte zu Hochwassern führen. Der Süden der Schweiz, vor allem das Tessin, wird vermehrt von Wasserknappheit betroffen sein.

Diese Veränderungen der Schnee- und Wasserressourcen können einerseits zu Versorgungs-Engpässen führen oder Nutzungskonflikte verschärfen . Die wichtigsten Herausforderungen aus wasserwirtschaftlicher Sicht seien, so Aschwanden, die Sommertrockenheit, die steigende Schneefallgrenze, das zunehmende Hochwasserrisiko und die Beeinträchtigung der Wasser-, Boden, - Luftqualität. Der Bund reagiert hierauf u.a. in seiner „Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ und definiert darin die wichtigsten Handlungsfelder, wie die Trinkwasserversorgung, die ganzheitliche Bewirtschaftung von Speicherseen, die Überprüfung der Restwasser-Vorschriften und den Hochwasserschutz (vgl. Tagungsband, S. 43-50).

Kürzlich beschloss der Bundesrat in seiner Antwort auf das Postulat von Nationalrat Hansjörg Walter weitere Massnahmen für die Bewirtschaftung der Wasserressourcen unter Berücksichtigung des Klimwandels wie z.B. die Einrichtung einer Früherkennungsplattform für Trockenheit.

 

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