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Bioakustische Forschungsprojekte
Verbreitung und Lebensraumansprüche einheimischer FledermäuseIn einer grossangelegten Felduntersuchung wurden die Lebensraumansprüche von einheimischen Fledermäusen bioakustisch mittels einer synergetischen Mustererkennung erhoben und die Resultate mittels GIS analysiert. Zuvor wurde die an der WSL entwickelte Methodik validiert und dann parallel zur Felduntersuchung in Produkte weiterentwickelt. Fledermäuse in verlassenen KastanienselvenDie Diplomarbeit von Emilie Rathey (Rathey, 2006) hatte unter Einsatz unserer bioakustischen Methode und mit gleichzeitiger Verwendung von Lichtfallen gezeigt, dass die Aktivität der Fledermäuse in gepflegten Kastanienselven signifikant höher ist, als in verlassenen, zugewachsenen Selven. Der Unterschied in der Aktivität ist einzig auf die Ausräumung junger Schosse der Kastanien, also die Pflege der Selven zurückzuführen. Erst die daraus resultierende erleichterte Zugänglichkeit des Luftraumes macht die Selven für die Fledermäuse wieder nutzbar (Obrist et al., 2011).
Artenvielfalt in der Stadt – BiodiverCityIm Rahmen des Projektes «BiodiverCity» (NFP54) des Schweizerischen Nationalfonds (www.biodivercity.ch) erhob Thomas Sattler in seiner Dissertation in den drei Städten Lugano, Luzern und Zürich die Biodiversität der Wirbellosen, Vögel und Fledermäuse (Sattler et al., 2010). Gleichzeitig wurde auch die Einstellung der Bevölkerung zu der sie umgebenden Natur im Rahmen einer sozialwissenschaftlichen Dissertation durch Robert Home eruiert. Unsere bioakustische Nachweismethode ist dabei für die Erhebung der Fledermäuse zum Einsatz gekommen. In der Studie wurden 16 der 28 heute in der Schweiz lebenden Fledermausarten nachgewiesen, fünf bis sechs Arten kommen in den drei Städten regelmässig vor (Sattler et al., 2010; Sattler et al., in prep). Revision der Roten Liste der gefährdeten FledermäuseIn einem Pilotprojekt zur Abklärung von IUCN-kompatiblen Methoden (IUCN: International Union for Conservation of Nature) zur Erstellung einer revidierten Version der Roten Liste der gefährdeten Fledermäuse wurde unsere bioakustische Nachweismethode im Jahr 2006 vergleichend mit anderen Methoden an verschiedenen Orten in der Schweiz evaluiert. Unsere Methodik erwies sich als hervorragend tauglich, reproduzierbare Artnachweise zu liefern. Anhand der Resultate liess sich auch ein Erhebungsverfahren entwickeln, das die Wahrscheinlichkeit von Artnachweisen optimiert (Obrist et al., in prep; Obrist et al., 2010). Das Verfahren wurde in der Folge 2007-2011 zur Datenaufnahme eingesetzt. Ein Vorgängermodell des erwähnten BATLOGGERS kam als Alternative zu den Computern für akustische Felderhebungen zum Einsatz. Die Auswertung erfolgt mit der Weiterentwicklung des «Synergetischen Computers», der neuen Software BatScope. Nutzung unterschiedlich vernetzter Landschaftelemente durch FledermäuseDie WSL und der Fledermausschutz des Kantons Solothurn untersuchten in den Jahren 2005 und 2006 im Rahmen der Pilotstudie «Connectivity of linear and patchy landscape elements exploitable by bats» den Talkessel im Gebiet zwischen Herbetswil und Balsthal (Kanton Solothurn) auf die räumliche Aktivität der Fledermäuse. Auf der Studie aufbauend entwickelte sich die Diplomarbeit von Annie Ehrenbold, die im Sommer 2009 bereits mit den neuen BATLOGGERN im ganzen Mittelland der Frage nachging, ob sich Fledermäuse vermehrt an gut vernetzten Vegetationsstrukturen von länglicher Form aufhalten. Ihre Arbeit beweist, dass mit den neuen Geräten mit überschaubarem Aufwand grosse Datenerhebungen automatisiert möglich sind, die mit der synergetischen Arterkennung analysiert werden können. Die Resultate zeigen, dass vor allem langsamer fliegende Arten, deren Ortungslaute nicht weit reichen, auf die vernetzten Strukturen angewiesen sind, die Form der Objekte in der Landschaft aber keine Rolle spielt. Generell nahm die Aktivität von Fledermäusen mit zunehmender Isolation von Einzelobjekten ab. WindkraftMit der Zuwendung zu erneuerbaren Energien wird auch die Windkraft vermehrt genutzt. Dabei können andere Nutzer des Luftraums in Mitleidenschaft gezogen werden, Vögel und Fledermäuse. Moderne Windturbinen reichen in Bereiche über 100 m hoch aus denen wir die Aktivität von Fledermäusen akustisch schlecht nachweisen können: Die Ultraschallechoortung reicht nur wenige Dutzend Meter weit. Unter Einsatz eines Pneukrans und 12 BATLOGGERN wird im Wallis durch die Uni Bern und den Fledermausschutz an einem möglichen Windkraftstandort ein Höhenprofil der artspezifischen Aktivität erstellt, um das Gefährdungspotential für hoch fliegende Fledermausarten abschätzen zu können.
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