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Invasive Arten: Freund oder Feind?

Die Welt ist mit der Globalisierung klein geworden. Nicht nur für uns Menschen, auch für andere Lebewesen. Immer neue Tier- und Pflanzenarten wandern bei uns ein oder werden über die verschiedensten Wege aus anderen Kontinenten eingeschleppt.

Zugewanderte Tiere und Pflanzen werden als invasiv bezeichnet, wenn sie wirtschaftlichen Schaden anrichten, die Gesundheit von Mensch, Nutztier und Pflanze beeinträchtigen oder sich auf Kosten einheimischer Arten ausbreiten. Das Bundesamt für Umwelt BAFU listet für die Schweiz insgesamt 107 invasive Arten auf. Darunter finden sich zum Beispiel der Asiatische Laubholzbockkäfer, die Beifussblättrige Ambrosie, der Buchsbaumzünsler, der Signalkrebs oder die Kanadische Goldrute.

Gefahr für die Artenvielfalt

Springkraut

Das drüsige Springkraut zählt zu den invasiven Pflanzen.

In der Literatur gelten invasive Arten wie das drüsige Springkraut heute als eine der wichtigsten Gefahren für die globale Artenvielfalt. Die Schweiz hat deshalb die Biodiversitätskonvention und das internationale Pflanzenschutzabkommen verabschiedet. Damit ist sie verpflichtet, das Eindringen invasiver Arten zu verhindern oder – sollten sie sich trotzdem ansiedeln – diese zu beseitigen oder soweit als möglich einzudämmen.

Besserer Schutz dank des Pflanzenschutzlabors

Pflanzenschutzlabor
Das neue Pflanzenschutzlabor der WSL.

Die WSL trägt dazu bei, das Ausbreiten invasiver Arten in der Schweiz zu verhindern. Sie ist vom BAFU beauftragt, Risikostandorte wie Flughäfen, Grosssägereien oder Rindenlager periodisch auf sogenannte Quarantäneschädlinge zu überprüfen. Das neue Pflanzenschutzlabor erleichtert diese Aufgabe sehr und ermöglicht den Forschenden, die Schädlinge unter strengen Sicherheitsvorrichtungen zu diagnostizieren und ihre Biologie zu untersuchen. So lassen sich ihr Schadenspotenzial besser einschätzen und geeignete Gegenmassnahmen entwickeln, z. B. biologische Gegenspieler finden wie beim Kastanienrindenkrebs in der Nordschweiz.

Mit Überwachungssystem den Schädlingsbefall möglichst früh erkennen

Asiatischer Laubholzbockkäfer
Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist einer der gefährlichsten Laubholzschädlinge weltweit.
 
 
 

Auch "Waldschutz Schweiz" leistet an der WSL einen wichtigen Beitrag im Bereich Monitoring. Seit dreissig Jahren betreibt die Forschungsgruppe ein Überwachungssystem für einheimische und eingeschleppte Waldschädlinge wie den Asiatischen Laubholzbockkäfer. Ausserdem berät sie Waldbesitzer und Förster gemäss gesetzlichem Auftrag kostenlos in Sachen Waldschutz, hilft bei der Bestimmung eines verdächtigen Befundes oder Organismus und führt regelmässig Weiterbildungskurse durch. Daneben nimmt die WSL Einsitz in verschiedenen Kommissionen zum Thema invasive Arten, z. B. in der Eidgenössischen Fachkommission für biologische Sicherheit (EFBS) oder in der Kommission bei Info Flora, welche die sogenannte Schwarze Liste der invasiven Pflanzenarten aktuell führt.

 

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