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06.12.2011

Klimaforschung an der WSL

folklore d'hiver

Foto: M. Kaennel Dobbertin (WSL)

 
Mistel

Foto: N. Hilker (WSL)

Der Klimawandel macht vor der Schweiz nicht halt – ganz im Gegenteil. Seit etwa dreissig Jahren steigen die Temperaturen in unserem Land um durchschnittlich 0,57°C pro Jahrzehnt und damit zweimal so schnell wie auf der gesamten Nordhalbkugel an. 

Diese Änderungen manifestieren sich in insgesamt milderen Wintern und häufigeren Hitzeperioden im Sommer. Des Weiteren sagen alle Klimamodelle intensivere Starkniederschläge und häufigere Trockenperioden voraus, letzteres vor allem nach 2050. 

Der Klimawandel beeinflusst die Wasserressourcen

An der Forschungsanstalt WSL untersuchen wir die  Auswirkungen des Klimawandels auf  die Wasserressourcen in unserem Land: erhöhte Gefahr von Überschwemmungen, Einfluss des Klimawandels auf Wasserkraft und Geschiebetransport, weniger Schneefall in unteren und mittleren Höhenlagen, Auftauen des Permafrosts. 

Wälder im Umbruch

Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder werden ebenfalls intensiv erforscht: Mit Messungen und Beobachtungen, was die Vergangenheit betrifft, mit Modellen, um in die Zukunft zu blicken. Trockenperioden und zunehmende Temperaturen verändern das Wachstum und die Physiologie der Bäume. Wo es an Wasser fehlt, wachsen die Bäume schlechter; in den kalten Hochlagen hingegen legen sie zu. Wärme und Trockenheit und machen die Bäume oft anfälliger für Insekten, Pilzkrankheiten und Mikroorganismen. Warme Vegetationsperioden verkürzen beispielsweise die Entwicklungsdauer der Borkenkäfer.   

Die Waldgrenze steigt an, bestimmte Baumarten kümmern und werden von anderen, besser angepassten verdrängt, und mediterrane immergrüne Arten wie die Hanfpalme entfalten sich im Tessiner Unterholz. Umgekehrt wird die Fichte im Schweizer Mittelland und in den tiefen Lagen des Juras, der Voralpen und der Alpen zurückgehen. Im Wallis verfolgen die Forscher der WSL sehr genau den Rückzug der Waldföhre zugunsten der Flaumeiche, die gegen Hitze und Trockenstress im Sommer besser gewappnet ist.

Umsetzung in die Praxis wichtig 

Welche Massnahmen können Forstleute in diesem Kontext der Unsicherheit ergreifen? Wie ist zu gewährleisten, dass die Wälder auch in Zukunft ihre verschiedenen Funktionen erfüllen, insbesondere gegen Naturgefahren schützen? Die WSL arbeitet an Lösungen, um die Risiken des Klimawandels akzeptabel zu halten, zum Beispiel mit der  Wahl geeigneter Baumarten, Herkünfte und Baumarten-Mischungen.
Trotz aller Unsicherheiten ist es absehbar, dass auch die heimische Holzproduktion wieder an Bedeutung gewinnt, denn Schweizer Holz trägt zur Reduktion der CO2-Emissionen bei, wenn es anstelle anderer Energiequellen und anderer Baumaterialen eingesetzt wird. 

Auch in Bereichen wie Raumentwicklung, Tourismus und Landwirtschaft stehen Politik und Gesellschaft vor der Herausforderung, auf verschiedenen Ebenen breit akzeptierte und ökonomisch tragbare Strategien der Klimaanpassung zu entwickeln.

Anpassung an den Klimawandel

Mit welchen Strategien und Massnahmen können wir uns an die Folgen des Klimawandels anpassen? Die Folgen des Klimawandels erfordern unterschiedliche Reaktionen: von der Vermeidung von Naturgefahren, über die Anpassung an Risiken bishin zur Vorbereitung auf langfristige Veränderungen des Klimas. Als Folge davon wächst das Risiko von gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Bevölkerung und Schäden an Gebäuden und Infrastrukturanlagen. Weiter ergeben sich für wetter- und schneeabhängige Branchen Nutzungsänderungen, die sowohl Potentiale wie auch Risiken darstellen, an die es sich anzupassen gilt.

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