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Genetische GruppeBei der Methode der genetischen Gruppierung werden Individuen aufgrund ihres genetischen Fingerabdrucks in Gruppen eingeteilt. Individuen, die sich genetisch ähnlich sind, werden der gleichen Gruppe zugeordnet und zwar unabhängig davon, wo sie gefangen, bzw. gefunden wurden. Diese Gruppierungen können mit räumlichen Daten verknüpft werden, um Informationen über die Bewegung von Tieren zwischen Populationen abzuleiten. So kann z.B. untersucht werden, ob eine Strasse für Tiere ein Hindernis darstellt. Beispiel: Blockierter WildtierkorridorWenn Wildtiere zwischen Jura und Innerschweiz hin und her wandern, nutzen sie den Wildtierkorridor Suret im Kanton Aargau. Er ist ein Nadelöhr in der Verbindung Schwarzwald-Jura-Innerschweiz, seine Durchlässigkeit ist jedoch durch Strassen, Eisenbahnlinien und die Aare beeinträchtigt.
Die WSL bestimmte in einer genetischen Studie an Rehen (Capreolus capreolus), welche Landschaftselemente die grössten Hindernisse im Wildtierkorridor sind. 176 Rehe aus der Region wurden genetisch untersucht und dann genetische Gruppen gebildet. Die Gruppierung zeigt, dass die beiden Autobahnen die Lebensräume der Rehe viel stärker trennen als die Aare. Die nicht eingezäunte SBB-Linie hingegen ist durchlässig und stellt zurzeit keine Barriere dar. Die Rehpopulationen sind deshalb mehr oder weniger stark isoliert und somit dort genetisch verschieden, wo die Lebensräume fragmentiert sind. Umfangreiche Aufwertungsmassnahmen sollen den Wildtierkorridor durchgängiger machen und die WSL-Studie trägt dazu bei, die Planung neuer Wildtierpassagen zu unterstützen. In ein paar Jahren soll eine wiederholte Untersuchung zeigen, ob die ergriffenen Massnahmen die erhoffte Wirkung erzielt und die Rehpopulationen sich untereinander vernetzt haben.
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