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16.10.2012

Landschaftsgenetik macht Verborgenes sichtbar

Sumpfschrecke
Sumpfschrecke (Stethophyma grossum). Foto: Daniela Keller
Reh
Reh (Capreolus capreolus). Foto: Josef Senn
Laubfrosch Paar
Laubfrosch-Paar (Hyla arborea). Foto: Sonia Angelone

Landschaftsgenetik verbindet Landschaftsökologie mit Populationsgenetik. Sie ermöglicht es, die Ausbreitung von Tieren und Pflanzen mit Landschaftselementen, z.B. Barrieren und Korridoren, in Verbindung zu bringen. Damit liefert Landschaftsgenetik wichtige Grundlagen für die Planung und Umsetzung im Naturschutz.

Landschaftsgenetik ist ein neues Forschungsgebiet, das die Methoden der Populationsgenetik mit jenen der Landschaftsökologie verbindet. Sie ermöglicht es Prozesse zu untersuchen, die eher im Verborgenen ablaufen und deshalb für uns Menschen schwer erkennbar sind. Beispielsweise lässt sich die Vernetzung von Populationen in einer fragmentierten Landschaft untersuchen:

  • Wo und wie breiten sich Tiere und Pflanzen aus, und wie häufig tun sie das?
  • Welche Landschaftselemente fördern oder behindern die Ausbreitung?

Mit herkömmlichen Methoden ist die Untersuchung solcher Fragen oft schwierig, weil diese die Ausbreitung von Tieren und Pflanzen nur indirekt messen. Beispielsweise kann die Ausbreitung von Tieren mit der Fang-Wiederfang-Methode untersucht werden. Dabei werden Tiere gefangen, markiert und nach einer gewissen Zeit wieder gefangen. Daraus können Forschende schliessen, wie weit und wohin ein Tier gewandert ist. Meist kann man das aber nur für ein kleines Gebiet machen. Mit genetischen Methoden hingegen lässt sich die Ausbreitung über eine ganze Landschaft hinweg messen, also dort wo Planung und Umsetzung im Naturschutz erfolgen.

Die Landschaftsgenetik gewinnt zunehmend an Bedeutung in der Forschung, aber auch im angewandten Naturschutz:

  • Erweiterung des Grundlagenwissens über die Ausbreitungspotentiale von Arten in der Landschaft, z.B. für bedrohte Arten wie die Sumpfschrecke (Methode Genetische Verwandtschaft);
  • Bedarfsanalyse für ökologische Aufwertung im Naturschutz, z.B. Analyse zu Barrierewirkung von Strassen und anderer Verkehrsinfrastruktur auf Rehe (Methode Genetische Gruppen);
  • Erfolgskontrollen für langfristigen und wirkungsvollen Naturschutz, z.B. Vernetzung von Tümpeln für den Laubfrosch (Methode Zuordnung von Individuen).

 

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