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Monitoring und Langzeitforschung
Monitoring,
Umweltbeobachtung und langfristige Forschung sind spannend, wissenschaftlich
anspruchsvoll, vielschichtig, wertvoll und gehören zu den Kernkompetenzen der
WSL. Fängt der Winter schneearm an – so wie 2011/12 – laufen am WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF die Telefone heiss: Ist das ein Winter mit Negativrekord? Wann gab es noch weniger Schnee? Die Fragen können präzis beantwortet werden: Der Winteranfang 2011/12 war in der Tat ein seltenes Ereignis, wie es etwa alle dreissig Jahre vorkommt – gefolgt von ebenfalls ausserordentlich grossen Schneehöhen im Januar. Dass dieses Ereignis eingeordnet werden kann, ist langjährigen Messreihen zu verdanken. Solche Messprogramme zu entwickeln und solche Messreihen über viele Jahrzehnte durchzuführen, zu dokumentieren und auszuwerten, ist eine wichtige und anspruchsvolle Aufgabe der WSL, die man als „Umweltbeobachtung“ oder „Monitoring“ bezeichnet. Umweltmonitoring ist immer mit einer Fragestellung verbunden. Wird Monitoring durch langfristige Experimente oder gezielte Erhebungen ergänzt, spricht man auch von langfristiger Forschung oder Langzeitforschung. Solche Projekte brauchen nicht nur langen Atem, sondern auch vertieftes Verständnis der beobachteten Systeme, forscherisches Gespür, die Fähigkeiten, Zusammenhänge zu entdecken. Und es braucht Kontinuität und Sorgfalt bei den Erhebungen sowie grosse Aufwände für die Sicherung von Daten, Datenqualität und Metadaten. Weil die WSL als Forschungsanstalt auf langfristiges Arbeiten ausgelegt und gleichzeitig in die aktuellsten Entwicklungen zahlreicher Forschungsgebiete involviert ist, ist sie für Monitoring und Langzeitforschung besonders prädestiniert. Aufgrund dieser speziellen Eignung ist die WSL für viele verschiedene Monitoring-Aufgaben und Langzeitforschungs-Projekte zuständig. Diese profitieren durch Methoden- und Wissenstransfer voneinander. Das festigt wiederum die Kompetenz der WSL in diesem Arbeitsbereich. Die Involvierung der WSL-Forschenden in verschiedensten nationalen und internationalen Monitoringprojekten tragen dazu bei, dass diese so durchgeführt werden, dass ihre Resultate kombiniert werden können, weil z.B. dasselbe Stichprobennetz verwendet wird. Mehr als Bäume zählenAuf den ersten Blick mag Monitoring einfach erscheinen: Man geht raus und zählt die Bäume, misst die Schneehöhe oder bestimmt die Flechtenarten, trägt den Messwert in eine Tabelle ein, fertig. Fertig? Nein! Um die Zählungen und Messungen auszuwerten, braucht es mehr: Die Daten müssen nach einer genau definierten, wiederholbaren Prozedur erhoben und dokumentiert werden – und diese Prozedur muss zuerst einmal entwickelt werden. Danach muss sie über mehrere Generationen von Forscherinnen und Forschern funktionieren – und über viele Generationen von technischen Entwicklungen. Als vor hundertzwanzig Jahren mit den Ertragskunde-Versuchen, vor fast hundert Jahren mit der Vegetationsentwicklungs-Beobachtung im Nationalpark oder vor rund achtzig Jahren mit den Schneemessungen am Weissfluhjoch begonnen wurde, waren Computer noch ferne Zukunftsmusik! So ist es keine Selbstverständlichkeit, dass ältere und neuere Daten kompatibel sind – man denke nur an die praktischen Probleme, wenn man ein älteres Computerprogramm auf einem neuen Gerät anwenden möchte... Nutzen für die GesellschaftDie Erkenntnisse aus Monitoring und Langzeitforschung dienen der ganzen Gesellschaft: Nur wenn Veränderungen in der Umwelt erkannt werden, kann die Politik Massnahmen gegen unerwünschte Entwicklungen ergreifen. Nur wenn man weiss, ob ergriffene Massnahmen etwas nützen und eine Veränderung in die gewünschte Richtung bringen, können sie langfristig gesichert werden. Damit tragen Monitoring und Langzeitforschung zum haushälterischen und effektiven Umgang mit öffentlichen Mitteln bei. Eine Übersicht über die Monitoring- und Langfzeitforschungs-Projekte der WSL ist unter http://www.wsl.ch/dienstleistungen/inventare zu finden. |