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Positive und negative Folgen von Waldbränden

Nach einem verheerenden Waldbrand verliert der Wald vorübergehend seine schützende Funktion, lebende Pflanzen und Tiere werden vernichtet, Siedlungen und Verkehrswege sind nach einem Brand erhöhter Erosions- und Steinschlaggefahr ausgesetzt. Weniger bekannt sind hingegen die positiven Folgen: Die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren nach Waldbränden nimmt stark zu und übertrifft schon nach wenigen Jahren jene des früheren Waldes.

Waldbrandfläche Leuk
Die Waldbrandfläche von Leuk (Wallis).
Waldbrandfläche Leuk - Weidenröschen
Schon nach zwei Jahren ist die neue Vegetation deutlich sichtbar.

Der Waldbrand oberhalb von Leuk (Kanton Wallis) 2003 ist  europaweit eines der best erforschten und dokumentierten Ereignisse. Die Forscher konnten zeigen, dass sich gewisse Baumarten nach einem Feuer durch Stockausschlag und Sameneintrag erstaunlich rasch verjüngen. Dadurch erübrigen sich gezielte Baumpflanzungen. Nach einer gewissen Zeit übersteigt die Anzahl Tier- und Pflanzenarten sogar jene eines intakten Waldes. Die vorübergehende lichtere Waldstruktur sowie kurzfristig bessere Nährstoffbedingungen nach einem Brand begünstigen die Lebensbedingungen für viele Tiere und Pflanzen.

Die Feuergeschichte beeinflusst die Erholung

Wie schnell sich der Wald erholt, ist jedoch abhängig von der Art und Häufigkeit der Feuer. Bei häufigen und intensiven Bränden überleben nur Arten, die sich an Feuer angepasst haben, sog. pyro-resistente Arten. Andererseits verändern sich durch den Waldbrand die Lebensbedingungen und begünstigen die Ausbreitung neuer Arten. Wie sich also eine Waldbrandfläche entwickelt, hängt schliesslich auch mit der Feuergeschichte zusammen.

Die Kenntnisse über die positive Auswirkung auf die Biodiversität und die Verjüngung des Waldes können in die Strategie für waldbauliche Massnahmen einfliessen. Die Erhaltung oder sogar eine Erhöhung der Artenvielfalt kann damit gezielt beeinflusst werden.

Steinschlag und Erosion setzen ein

Waldbrände, welche zum Glück auch eine positive Seite haben, können aber nebst dem vernichtenden Feuer auch weitere negative Folgen mit sich bringen: Bei Waldbränden, welche an steilen Hängen toben, setzt Steinschlag oft schon während eines Brandes ein. Wenn das Laub und die oberste Humusschicht verbrennen, geraten die nun destabilisierten Steine ins Rollen. Die schlimmeren Folgen treten erst nach dem Brand ein: Das Feuer hinterlässt meist eine dünnen bis mächtige Ascheauflage, welche wasserabstossend wirkt: Regenwasser kann für ein bis zwei Jahre kaum in den Boden versickern und fliesst dagegen oberflächlich ab. Auf diese Weise setzt, besonders bei starkem Regen, Erosion ein. Bei lang anhaltendem Regen kann dies sogar zu Murgängen führen. Auf gross und intensiv abgebrannten Flächen helfen bauliche Vorkehrungen gegen Steinschlag und Rutschungen.

 Weitere Informationen


Merkblatt für die Praxis: Leben mit Waldbrand
  • Eine Entscheidungshilfe für Forstleute und Verantwortliche der Kantone zur Erarbeitung von Massnahmen vor und nach einem Waldbrand.

Kernthema: Waldbrand im Wallis

Waldwanderung in Leuk

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