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Waldbrände vorhersagen

Die WSL forscht und entwickelt Instrumente, um die Waldbrandgefahr vorherzusagen. So hat sie mit Fireless2 ein Frühwarnsystem entwickelt, das die Bodenfeuchte lokal misst und damit sehr genaue Angaben zum Risiko an bestimmten Orten und für bestimmte Waldtypen liefert. Die landesweite Waldbranddatenbank Swissfire, die sie zusammen mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) entwickelt hat, dient als Grundlage für mittelfristige Vorhersagemethoden und Waldbrandrisikokarten.

humus sentry
Fireless2 Sensoren: Ermitteln Temperatur und Feuchtigkeit der Streu sowie die Feuchtigkeit im Humus.
Gateway für die Datenübermittlung
Fireless2  Gateway: Sammelt die Signale der Sensoren und übermittelt sie mittels Mobilfunk an die Zentrale.

Fireless2: Auf Standort und Waldtyp abgestimmte Frühwarnung

Die WSL hat zusammen mit der Tessiner Firma EnvEve SA eine kabellose Messmethode zur Frühwarnung von Waldbränden entwickelt. Das Messsystem Fireless2 erfasst die Feuchtigkeit und damit indirekt die Entzündbarkeit des Brandgutes kontinuierlich und direkt im Waldboden. Die lokalen Verantwortlichen können damit die Brandgefahr in Echtzeit abschätzen.

Fireless2 ermöglicht eine auf den Standort und Waldtyp abgestimmte Einschätzung des Waldbrandpotentials. Das System ist eine ideale Ergänzung zu den heute gängigen Feuerindizes, welche auf meteorologischen Daten wie Niederschlag, Temperatur und Wind basieren. Diese Feuerindizes können - im Gegensatz zu den neuen Feuchtigkeits-Messsensoren - nämlich nur eine grossräumige Waldbrandgefahr wiedergeben. Fireless2 liefert ausgezeichnete Testresultate im Tessin. Das BAFU plant nun das neue Messsystem auch nördlich der Alpen zu testen.

Swissfire-Datenbank hilft zukünftige Waldbrandszenarien zu untersuchen

Eine Herausforderung für die Vorhersage von Waldbränden ist der Umgang mit Veränderungen des Klimas und der Landnutzung. Verschiedene Studien befassen sich mit den Veränderungen von Feuerregimes, d.h. Intensität, Saisonalität und Häufigkeit von Waldbränden. Für das zukünftige Waldbrandmanagement wollen die Forscher die Faktoren eruieren, welche zu grösseren oder häufiger auftretenden Feuern führen. Auf diese Weise können mittelfristige Prognosen des Waldbrandrisikos für verschiedene Gebiete genügend genau erstellt werden.

Um zukünftige Waldbrandszenarien besser vorhersagen zu können, werden meteorologische Daten wie Niederschlag, Temperatur und Wind für bestimmte Gebiete abgeschätzt und mit der Wetterlage von bisherigen Waldbränden aus der Datenbank Swissfire verglichen. Das Wissen um ein grösseres Waldbrandrisiko in Zukunft dient wiederum als Grundlage für die gezielte Ausbildung von Feuerwehrleuten und Planung von Infrastrukturen wie Hydrantennetzen oder Wasserpunkten für Lösch-Helikopter.

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