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Weiterführende Informationen

Die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL und das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF feierten in 2010 und 2011 Geburtstag.

WSL Forschung

Geschichte

Direktor Flury
Erlach. Dampfschifflände mit Oberförster Schnyder, Adjunkt Flury. Aufnahmedatum: 28.7.1916
Bildautor: Fankhauser (?)
 
Streue Brockmann
Laubertag in Betlis (St. Gallen): Die ganze Gemeinde sammelt trockenes Buchenlaub zum Stopfen der Bettunterlagen. Aufnahmedatum: unbekannt
Quelle:  Brockmann-Jerosch 1928/30 I, Abb. 42
 
Sicherung der Verkehrswege
Sicherung der Landwasserstrasse bei Davos im Winter2004/05
Quelle: SLF
 
Pendlerverkehr
Morgendlicher Pendlerverkehr in der Stadt Zürich.
Bildautor: Martin Moritzi
 
Molekulargenetische Feldarbeit
Die WSL untersucht mit molekulargenetischen Methoden den Genaustausch beim Laubfrosch.
Bildautor: Corina Geiger

Bei der Gründung der Centralanstalt für das forstliche Versuchswesen in Zürich und des Schneelabors in Davos standen die Waldbewirtschaftung, die Hydrologie sowie die Schneeforschung im Zentrum. Heute erforschen wir eine Vielfalt an Themen und Lebensräumen.

Aus den beiden Instituten ist ein gemeinsames, modernes Umweltforschungsinstitut geworden. Die WSL hat fünf Standorte und mehrere tausend Versuchsflächen in der ganzen Schweiz. Regionale Verankerung und Themenvielfalt ermöglichen uns, zugleich Grundlagen für eine nachhaltige Nutzung und Entwicklung unserer Umwelt zu erarbeiten und international ausgerichtete Forschung zu betreiben.

Auf den Spuren der Pioniere

Wer die WSL in Birmensdorf besucht hat, kennt die Namen der Hörsäle Flury und Engler. Beides waren Pioniere der Waldforschung und frühere Direktoren der Eidg. Anstalt für das forstliche Versuchswesen EAFV. Und für beide war klar: ihre Forschung diente einerseits dem Erkenntnisgewinn, andererseits sollte sie der Gesellschaft Antworten auf dringende Fragen geben.

Wald und Schnee - die Themen am Anfang

Fragen gab es von Anfang an viele: Der Wald lieferte seit Jahrzehnten Brenn- und Bauholz, Laubstreu und Weideland; die Entwaldung hatte in den 1850er Jahren ihren Höhepunkt erreicht. Wie konnte der Wald wiederhergestellt werden, um seine Güter nachhaltig zu sichern und den Schutz vor Naturgefahren zu gewährleisten? Waldbewirtschaftung, Forstschutz und die Schutzwirkung des Waldes gegen Hochwasser waren deshalb über lange Zeit Schwerpunkte der 1885 gegründeten Centralanstalt für das forstliche Versuchswesen. Mit dem Auftrag, "der Forstwirtschaft in ihrem vollsten Umfange eine sichere Grundlage zu verschaffen" wurde eine Hand voll Forscher provisorisch im Eidg. Polytechnikum in Zürich einquartiert.

Auch die 1931 gegründete "Lawinenforschungskommission" und der Bau des ersten Schneelabors auf dem Weissfluhjoch 1936 sollten konkrete Probleme lösen: So verlangte der beginnende Massentourismus lawinensichere Pisten und Verkehrswege. Ausserdem war die Elektrifizierung der Schweizer Bahnen auf zuverlässige Wasserkraftwerke angewiesen. Deshalb mussten Lawinen und Schnee besser verstanden werden. 1945, wenige Jahre nach seiner Gründung, übernahm das Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung Weissfluhjoch-Davos die Verantwortung für die Lawinenwarnung. Bis dahin war dafür die Schweizer Armee zuständig. Schnee, mittlerweile nicht mehr nur als Bedrohung, sondern auch als bedrohte Ressource, ist noch heute Kernthema des SLF.

Gesellschaft und Umwelt - ein neues Spektrum an Themen

Die Bandbreite der Forschungsthemen erweiterte sich in beiden Instituten nach dem zweiten Weltkrieg. 1948 bemerkte der damalige EAFV-Direktor Hans Burger, dass "bei jedem Versuch, eine Frage abzuklären, fast immer eine Reihe neuer Geheimnisse auftaucht." Die WSL nahm Fragen stets auf, die sich aus veränderten Bedingungen in Forstwirtschaft, Gesellschaft und Umwelt ergaben, und erarbeitete wissenschaftlich fundierte Lösungen. So etablierte sich in den 1970er Jahren die Landschaftsforschung, insbesondere als 1976 die Inventarisierung der Schweizer Hochmoore begann. Mit der zunehmenden Luftverunreinigung stieg der Bedarf nach Kenntnissen zu deren Auswirkungen. Die WSL lieferte dazu massgebliche Beiträge und erarbeitet seitdem Grundlagen zum Umgang mit anthropogenen Umweltbelastungen. Auch die Biodiversität, das nachhaltige Management von natürlichen Ressourcen und der Schutz gegen Naturgefahren zählen zu ihren Aufgaben.

Starke Verankerung in Regionen und Praxis

Nicht nur die Forschungsthemen und -methoden der WSL sind im Laufe der Jahre vielfältiger geworden. Auch die Präsenz der Forschenden in den Regionen hat sich verstärkt. 1888 wurden die ersten Versuchsflächen eingerichtet, um den Ertrag des Schweizer Waldes zu erforschen. Schon 1896 gab es 459 Versuchsflächen. Heute liegt die Gesamtzahl Forschungsflächen bei über 6000. Im Jahr 1991 schuf die WSL an der EPFL und in Bellinzona, und 1995 in Sitten neue Standorte, um lokale Synergien und den Dialog mit der Praxis zu fördern.

Aus dem engen thematischen Fokus der ersten Jahre mit Pionieren wie Engler und Flury ist ein vielfältiges Umweltforschungsinstitut mit nationaler und internationaler Ausstrahlung geworden. Dieses verdankt seinen Erfolg Generationen visionärer Forschender, die ausgezeichnete Wissenschaft geleistet haben und sich für die Bedürfnisse der Gesellschaft und der Umwelt eingesetzt haben. Dank ihrer Arbeit kann die WSL auch in Zukunft Grundlagen für einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt liefern.

 

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