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Forschungsaktivitäten

Alt- und Totholzstrategie für die Schweiz

Die Erhaltung der Artenvielfalt gehört zu den Hauptaufgaben einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung des Schweizer Waldes. Insbesondere spielen sehr alte und tote Bäume eine wichtige Rolle für Tausende von Waldarten. In bewirtschafteten Wäldern sind jedoch dicke tote sowie sehr alte Bäume meist kaum vorhanden. Deshalb braucht die Schweizer Waldbewirtschaftung eine nachhaltige Strategie zur Erhaltung von Alt- und Totholz. Ich suche nach Antworten auf Fragen wie zum Beispiel: Welche Techniken des Alt- und Totholzmanagement eignen sich für die verschiedenen Schweizer Regionen am besten? Haben gewisse Regionen für die Erhaltung der Totholzarten eine besondere Bedeutung?

Traces Tridactyle Veteran Tree Sorbus aucuparia
Spuren des Dreizehen-
spechts (Picoides tridactylus)
alter Baum
Ein besonders grosses
Exemplar der Vogelbeere
(Sorbus aucuparia)
     

Erhaltung von alt- und totholzabhängigen Arten in der Schweiz

Zahlreiche alt- und totholzabhängige Arten sind in Mitteleuropa sowie auch in der Schweiz vom Aussterben bedroht. Als Hauptgrund gilt die intensive Waldbewirtschaftung in Produktionswäldern. Anlässlich der steigenden Ölpreise gewinnen Totholz und Ernterückstände zudem rasch an Bedeutung als Energieholz. Darum besteht Grund zur Besorgnis über einen möglichen Konflikt zwischen intensiver Holzenergieproduktion und Artenschutz, weil die Habitate der Totholzarten noch weiter verringert werden. Aus diesem Grund interessiere ich mich für Fragen wie zum Beispiel: Wie viel und welche Art von Totholz ist für totholzabhängige Arten nötig? Wie müssen Totholz und Altholzinseln in der Waldlandschaft verteilt sein, damit die Arten am meisten davon profitieren können?

Mushroom Mushroom Lucanus cervus
Oudemansiella mucida Ramaria sp Hirschkäfer (Lucanus cervus)
     

Forschung in Waldreservaten

Waldreservate eignen sich besonders für die Erforschung von natürlichen Waldprozessen. Da kein Holz geerntet wird, können viele Aspekte der Walddynamik über lange Zeit verfolgt und quantifiziert werden. Ich interessiere mich ganz besonders für die mengenmässige und qualitative Entwicklung von Totholz und Habitatbäumen. Andere Aspekte, mit denen ich mich befasse, sind die Zerfallsprozesse von stehenden und liegenden toten Bäumen.

Internetplattform zum Thema "Totholz und alte Bäume - kennen, schützen, fördern"

Die Förderung von alten Bäumen und Totholz ist ein Schwerpunkt der Bemühungen des Bundesamtes für Umwelt zur Erhaltung der Biodiversität im Wald. Kürzlich sind mehrere Initiativen in dieser Richtung auf kantonaler sowie lokaler Ebene entstanden. Es bestehen in der Praxis aber noch viele offene Fragen und oft mangelt es am Austausch von Informationen. Das Ziel dieser Internetplattform ist die Förderung des Informationsaustausches zwischen Praxis, Wissenschaft und Politik im Bereich des Alt- und Totholzmanagements. Die Plattform klärt über die Bedeutung von alten Bäumen und Totholz auf, macht Beispiele aus der nationalen und internationalen Fachliteratur und aus der Praxis bekannt und hilft den Forstpraktikern bei ihren Entscheidungen. Nebst Links zu weiterführenden Dokumenten, FAQ's und einer Synthese der heutigen Kenntnisse in der Fachliteratur steht auch eine Fotogalerie zur Verfügung. Link: www.totholz.ch

Pinus cembra Tree cave Cordulegaster sp.
Arve (Pinus cembra)
im Aletschgebiet
Baumhöhle
Cordulegaster sp.