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Waldentwicklung nach Windwurf im Ural

Christian W. Hoffmann (WSL), Stanislaw Motschalow (UFU Jekaterinburg)

  1. Entwicklung eines Simulationsmodells, das die Perspektiven der zukünftigen Entwicklung und Ausbreitung des Waldes aufzeigt (mit H.Lischke, C.Hoffmann).
  2. Besseres Verständnis von Waldverjüngung und Landschaftsdynamik mit Hilfe von Beobachtungsdaten aus Windwurfgebieten unter Anwendung von geostatistischen Methoden (mit R. Ghosh, C. Hoffmann).
  3. Zeitreihenanalyse von Daten über Sturmereignisse, Temperatur und Niederschlag und ihr Verhältnis zu Walddynamik und Windwurf im Ural. (mit R. Ghosh, C. Hoffmann).
  4. Komplettierung der vorliegenden Felddaten auf den zwei Windwurfflächen Schaitanka und Sergi (Waldentwicklung, -verjüngung, -ausbreitung, Bodenvegetation, Pilze, Insekten, Böden etc.). Detaillierte Analyse der Waldentwicklung auf Sturmflächen (Baumarten, Bodenvegetation, Standort und ihre Interaktionen) im Rahmen einer Dissertation an der UFU, betreut durch Prof. Dr. Z. Nagimov.
  5. Erarbeitung einer forstlichen Entscheidungshilfe zur Förderung baumartenreicher, vielfältig strukturierter und stabiler Waldbestände.
  6. Komplettierung der vorliegenden Datenbasis über Sturmhäufigkeit und Windwürfe in der Ural-Region, deren Analyse im Zusammenhang mit Waldschäden im Ural in den letzten 60 Jahren im Rahmen einer Dissertation an der UFU, betreut durch Prof. Dr. Z. Nagimov.

Seit 1993 untersucht die WSL zusammen mit Forschenden der Uralischen Forsttechnischen Universität in Jekaterinburg die Entwicklung von zwei Windwurfflächen im Ural. Die Untersuchungen sind Teil des Kooperationsprogramms mit den Ländern des ehemaligen Ostblocks, das der Schweizerische Nationalfonds im Auftrag des EDA durchführt. Die Untersuchungen im Ural finden, wie nach Vivian und Lothar in der Schweiz, auf geräumten und belassenen Windwurfflächen statt, die sich teilweise natürlich verjüngen, teilweise aber auch bepflanzt wurden. Die Wiederbewaldung der untersuchten borealen Wälder beginnt sehr dynamisch. Die Waldverjüngung ist überaus zahl- und artenreich, durch grobschlächtig durchgeführte Verfahren der Holznutzung wurde sie jedoch weitgehend zerstört. Seit den Windwürfen haben sich auf den geräumten Teilflächen junge Bäume angesamt, vorwiegend Zitterpappeln, Birken, Vogelbeeren und Weiden. Mit mehrjähriger Verzögerung nimmt die Zahl der Fichten, Tannen und Kiefern langsam zu. Entsprechend den bisherigen Ergebnissen dürfte es im Ural in Zukunft nach einem Windwurf sinnvoll sein, schonende Holzernteverfahren einzusetzen und in den natürlichen Wiederbewaldungsprozess zu Beginn möglichst wenig einzugreifen. Kommt der Jungwald ins Dickungsstadium, bietet sich an, die Entwicklung der Baumartenanteile genau zu beobachten und gegebenenfalls zugunsten der Nadelbaumarten einzugreifen, damit schneller ein Mischwald entsteht. Die Forschungsergebnisse aus den naturnahen Wäldern des Urals sind auch für Fachleute in der Schweiz von Interesse. Denn grossflächige Naturwälder gibt es bei uns praktisch keine mehr. Genauere Kenntnisse der natürlichen Entwicklungsprozesse und Biodiversität sind aber eine Voraussetzung, um hierzulande naturnähere Waldbaustrategien zu entwickeln.

In der Fortsetzungsphase 2004-2007 sollen folgende Ziele verfolgt werden: