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Uta Maria Jürgens - Persönliche Homepage

Juergens
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Sozialwiss. Landschaftsforschung
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Promotionsarbeit

Meine Promotionsarbeit trägt den Arbeitstitel „Human-Wildlife Relations in the Cultural and Mental Landscapes: From Conflict to Coexistence“. In diesem transdisziplinären Projekt mit umweltpsychologischem Fokus möchte ich die Psycho-Logik des ambivalenten Verhältnisses des Menschen zu Wildtieren untersuchen.

Die Bewahrung der biologischen Vielfalt ist eines der obersten Ziele von Naturschutz. Doch wie weit tragen die Absichtserklärungen, wenn Anpassung und Rücksichtnahme seitens des Menschen notwendig werden, um die Biodiversität – die auch dem Menschen unliebsamere Tiere umfasst – zu schützen?

In der Öffentlichkeit werden solche Wildtiere, die den Erwartungen des Menschen nicht entsprechen oder seiner Ressourcennutzung entgegenstehen, häufig unter Mitwirkung von Medienschaffenden zu „Problem“-Tieren stilisiert, wie es etwa dem dem in Mitteleuropa wieder heimisch werdenden „Problem“-Wolf oder den aufgrund von Habitatverlust immer häufiger in Städten nistenden „Terrorvögeln“, den Saatkrähen, geschieht. Doch diese Darstellungen bilden nur die Beziehung eines Teils der Gesellschaft zu diesen Tieren ab: Ein anderer Teil schätzt ganz ausdrücklich Wölfe, Krähen und andere zum „Problem“ erklärte Wildtiere; teils wächst sich diese Wertschätzung in eine regelrechte Romantisierung aus, wenn etwa der Wolf zum besseren Menschen oder zum Inbegriff von Edelmut und Loyalität erhoben wird.

In beiden Fällen, der Problematisierung und der Romantisierung von hochgradig kontrovers betrachteten Wildtieren, wird offensichtlich, dass die Konflikte ebenso wie viele Appelle für den Schutz der Tiere nicht nur durch die objektiv gegebenen Reibungspunkte oder Chancen definiert werden, sondern maßgeblich durch sub-rationale Einflüsse bestimmt sind. Im Konflikt um den Wolf etwa geht es nicht nur um die Zahl gerissener Schafe, sondern mutmaßlich auch um die oft als „Rotkäppchensyndrom“ umrissenen unterbewusst schwelenden Ängste, grundlegend verschiedenen Vorstellungen von Natur und symbolische Konstruktionen etwa eines Bösen – oder guten – Wolfes.

In meinem Projekt interessiere ich mich mich für diese psychologischen Determinanten, die im Hinter-, bzw. Untergrund des Mensch-Wildtier-Verhältnisses wirken. Dabei bediene ich mich eines breiten Methodenspektrums der Kultur- und Sozialwissenschaften und der Psychologie, etwa der hermeneutischen Analyse der Mythen verschiedener Völker bis hin zu Tiefeninterviews und Reaktionszeitmessungen. Gerade diese Vielfalt von Methoden, die die vermuteten psychischen Dynamiken quasi „durch die Hintertür“ aufspüren, ist geeignet, um die mutmaßlich bedeutsamen sub-rationalen Dynamiken dingfest zu machen.

Diese Untersuchungen sind zunächst durch ein grundlagenwissenschaftliches Interesse an der Mensch-Wildtier-Beziehung motiviert. Eine Analyse dessen, was der Mensch zu dem Konflikt um kontrovers betrachtete Wildtiere bzw. zur Möglichkeit für eine Koexistenz mit ihnen beiträgt, ist allerdings auch elementar, um fundierte Empfehlungen zu entwickeln, wie diese Human Dimensions in das naturschutzbiologische und –politische Konfliktmanagement einbezogen werden können.

So zielt meine Forschung mittelfristig darauf, Mensch-Wildtier-Konflikte zu entschärfen, ihnen vorzubeugen und Möglichkeiten für eine Koexistenz des Menschen mit potentiell „problematischen“ Wildtieren zu begründen.

Weitere akademische Arbeits- und Interessensfelder

Auf meinen weiteren akademischen Arbeits- und Interessensfeldern gedeihen darüber hinaus Gedanken zur Synästhesie-/ Ideaesthesieforschung und zu den konzeptuellen Grundlagen artübergreifender Kommunikation aus Perspektive der Psychologie und Philosophie des Geistes.

Ausserakademische Interessen

Außerakademisch führe ich die Feder in diversen praktischen Projekten, die sich der Gestaltung einer lebens- und liebenswerten Mitwelt widmen.

Weitere Informationen

 

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