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Flechtenpfad zur Bächlitalhütte SAC

Zierliche Gelbflechte
Zierliche Gelbflechte
 
Dunkelgraue Schaererie, Miriquidi Buellie und Kleinsporflechte
Dunkelgraue Schaererie, Miriquidi Buellie und Kleinsporflechte

Flechten: Grenzenlos dank Partnerschaft

Was auf den ersten Blick als einheitliche Kruste oder Sträuchlein aussieht, entpuppt sich unter dem Mikroskop als Pilz, welcher dauerhaft mit einer Alge in Symbiose lebt. Der Pilz versorgt die Alge mit Wasser und mineralischen Nährstoffen und schützt diese mit einer Vielzahl von oft farbigen Flechtenstoffen vor Fressfeinden. Im Gegenzug liefert die Alge dem Pilz­partner zuckerähnliche Nahrung über die Photo­synthese. Flechten nehmen bei nasser Witterung viel Wasser auf – was sie für den Alpinisten oft un­­be­rechenbar glitschig macht. Im feuchten Zustand ist die Flechte physiologisch aktiv und betreibt Atmung und Photosynthese. Bei trockenem Wetter kann die Flechte jedoch schadlos einen Sonnentag scheintot in Trockenstarre überdauern. «Bei Stress abschalten» ist ihre Devise und so kann sie die extremsten Lebensräume besiedeln – Trockengebiete und Felsgrate bis auf die höchsten Gipfel der Alpen. Minustemperaturen empfindet die Flechte einfach als Trockenheit, weil das Wasser in ihrem Lager einfriert – daran hat sie sich über Jahr­millionen angepasst. 

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