|
Biodiversität
Landschaftsentwicklung
Management von Naturgefahren
Nachhaltige Ressourcennutzung
Waldökosysteme
Forschungseinheiten
Forschungsprogramme
Im Fokus
Mitarbeitende
Organisation
Aufgaben
Geschichte
Jobs und Karriere
Kontakt und Anfahrt
Physikalische Modellversuche zum Fliess- und Erosionsverhalten von MurgängenDas Grossraumlabor der WSL bietet die Möglichkeit, Murgänge im Modell zu untersuchen. Dabei können die Wissenschaftler das Fliessverhalten von verschiedenen Materialien untersuchen, den Erosionsprozess studieren oder Messinstrumente testen, bevor sie im Gelände eingesetzt werden. Zudem dient die Murgangrinne immer wieder zu Demonstrationszwecken für Besuchergruppen, um charakteristische Eigenschaften von Murgängen im Labor vorzustellen.
Aktuell: Analyse von Murgangsgeschwindigkeiten aufgrund KurvenüberhöhungZiel des
Projektes ist es, das Phänomen der Kurvenüberhöhung in Experimenten
nachzustellen. Von den Ergebnissen wird eine Verbesserung der Methodik zur
Erhebung von Fliessparametern im Gelände erwartet. Die Resultate sollen zudem
zu präziseren Eingangsparametern von dynamischen Simulationsmodellen zur
Bestimmung der Reichweiten und Anprallkräften von Murgängen beitragen. mehr... Murgänge mit groben Komponenten verursachen SchädenEin Murgang ist ein rascher Massenverlagerungsprozess, bei dem sich in meist gebirgigen Lagen ein Gemisch aus Feststoffen und Wasser wellenförmig talwärts bewegt. Die Art des Abflusses hängt dabei wesentlich vom Verhältnis der festen und flüssigen Phase ab, aber in eben solchem Mass auch von der Zusammensetzung der Feststoffe. Handelt es sich eher um Feinmaterial, beobachtet man ein schlammstromartiges Abflussverhalten. Dominieren grobe Komponenten, erfolgt der Abfluss eher walzen- oder raupenartig und man spricht von granularem Verhalten. Solche Murgänge verursachen immer wieder grosse Schäden mit entsprechenden finanziellen Folgen oder gar Verlusten von Menschenleben. Projekt "Debris flow" als Beispiel für den Einsatz der MurgangrinneIm Rahmen des vom ETH-Rat mitfinanzierten Forschungsprojekts "debris flow" untersuchten Forschende der WSL anhand physikalischer Modellversuche in der Murgangrinne das Fliess- und Erosionsverhalten von Murenschüben. Da Murgänge in der Schweiz in der Mehrzahl eine granulare Materialzusammensetzung aufweisen, beschränkten sich die Untersuchungen auf diesen Materialtyp. Grundvoraussetzung und wesentlicher Unterschied zu den meisten Laboruntersuchungen war, dass die Wissenschaftler hier eine möglichst natürliche Materialmischung verwendeten und damit annähernd natürliche Bedingungen vorlagen. Sie testeten verschiedene Konzentrationen der Feststoffe, von Reinwasserpulsen bis zur Maximalkonzentration, bei der der Murenschub im Gerinne zum Stillstand kommt (Deposition). Ausserdem stand für die Experimente ein erodier- und bewässerbares Bachbett von dreidimensionaler Struktur zur Verfügung, um möglichst ähnliche Abflussverhältnisse wie in der Natur zu erreichen. Wissenschaftliche MethodenBei den Experimenten verwendeten die Forscher zwei verschiedene Materialien, wobei sie die meisten Versuche mit Material aus einem murfähigen Wildbach durchführten. Daneben veränderten sie systematisch die Anfangsbedingungen wie Neigung, Schubvolumen und Wassergehalt der Startmischung. Mit diversen Messinstrumenten erfassten die Wissenschaftler Abflussparameter und vermassen im Anschluss an die Versuche die Gerinnetopographie. Rund 170 Experimente wurden dabei durchgeführt und ausgewertet.
Ältere Arbeiten mit der MurgangrinneD. Weber schloss seine Dissertation zu den oben
beschriebenen Experimenten im Jahre 2004 ab (Abstract PDF, 208 KB). Im Anschluss wurden
weitere Experimente an der Murgangrinne durchgeführt, die z.B. das
Verhalten von Murgangnetzen
(vgl. Projekt "Flexible Debris Flow Barriers" oder Doktorarbeit C.
Wendeler, 2008)
oder Eislawinen testeten. Zudem dient die Murgangrinne immer wieder zu
Demonstrationszwecken für Besuchergruppen,
um charakteristische Eigenschaften von Murgängen im Labor vorzustellen. Kontakt |