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28. Juni 2000
1. Juli 2008 |
Die WSL betreibt seit zehn Jahren am Illgraben bei Leuk eine Beobachtungsstation für spontan auftretende Murgänge. Modernste Messinstrumente liefern wichtige Daten zum Fliessverhalten, zur Abflusstiefe, zum zeitlichen Verlauf sowie zur Form von Murgängen. Seit Frühjahr 2007 löst zudem ein mehrstufiges Alarmsystem im Einzugsgebiet und auf
dem Schuttkegel des Wildbaches Illgraben selbständig Alarme entlang des Gerinnes aus. Diese warnen die lokale Sicherheitskommission mit einer Vorwarnzeit von einigen bis maximal 15 Minuten vor drohenden Murgängen.
Der
Illgraben bei Leuk im Kanton Wallis hat
im Laufe der Zeit einen mächtigen Kegel geschüttet, welcher die Rhone
nach
Norden abgedrängt und Raum für die Bildung des Pfynwaldes geschaffen
hat. Dauernd fallen auf Grund der fortwährenden und intensiven
Verwitterung
im Einzugsgebiet grosse Mengen an feinem und grobem Lockermaterial an.
Bei
intensiven Niederschlägen (Gewitter, Schauer) oder einer Kombination
von
Schmelzwasser und Regenfällen bewegt sich dieses Material und wird in
Form von
Murgängen bis in die Rhone transportiert. Mehrmals pro Jahr werden im
Illgraben
so Murgangereignisse beobachtet.
Die WSL installierte 2000 eine automatische Murgangbeobachtungsstation am Illgraben. Im oberen Teil des Einzugsgebietes messen drei Niederschlagswippen die Niederschlagsmenge und -intensität. Alle Messgeräte zur Beobachtung des Fliessverhaltens sind auf dem Murgangkegel angeordnet. Videokameras im unteren Teil des Kegels ermöglichen die visuelle Beurteilung der Murgänge und der erfassten Daten. Entlang dem Gerinne befinden sich Geophone, welche einerseits die Aufzeichnungen auslösen und andererseits wichtige Daten über das Fliessverhalten der Murgänge im Kegelgerinne liefern. Echolot, Radar und Laser messen die Abflusstiefe und liefern wichtige Informationen über den zeitlichen Verlauf und die Form der Murgangwellen. Eine Murgangwaage, welche in der Sperre unter der Kantonsstrassenbrücke eingebaut ist, misst seit dem Winter 2003/4 das Gewicht der vorbeifliessenden Murgänge. Durch den Einbezug von Messungen der Abflusstiefe und Fliessgeschwindigkeit kann auf die Dichte des Gemisches aus Wasser und Gestein zurückgeschlossen werden. Wenig oberhalb der Brücke befindet sich eine seitliche Messeinrichtung, wo Kräfte sowie ein vertikales Geschwindigkeitsprofil erfasst werden. Weitere Messeinrichtungen werden laufend ergänzt. ...mehr
Im Frühjahr 2007 wurde im Einzugsgebiet und auf dem Schuttkegel des Wildbaches Illgraben in der Gemeinde Leuk VS ein mehrstufiges Alarmsystem in Betrieb genommen. Dieses löst selbständig Alarme entlang des Gerinnes aus. Je nach Ereignistyp (Murgang, Hochwasser) kann für den oberen Kegelbereich mit einer theoretischen Vorwarnzeit von einigen bis maximal 15 Minuten gerechnet werden. Zudem verschickt das Detektionssystem Informationen an die zuständigen Personen der neu gegründeten lokalen Sicherheitskommission. Ein Vergleich der Aufzeichnungen des Detektionssystems mit den Daten der unabhängigen Murgangbeobachtungsstation der WSL während der Pilotbetriebsphase (Sommerhalbjahre 2007 und 2008) fällt weitgehend positiv aus. In den zwei Jahren wurden 28 Alarme generiert, welche die an den drei häufig frequentierten Gerinneüberquerungen (Fusswege) installierten akustischen und optischen Alarmanlagen in Betrieb setzten. Sechs Alarme wurden dabei durch Murgänge und 21 durch Hochwasser ausgelöst. In einem Fall war ein Fehlalarm zu verzeichnen. ...mehr