Die WSL hat im Steinbruch der MTA in St. Leonard im Kanton Wallis eine
neue Steinschlag-Versuchsanlage eingerichtet. Sie besteht aus einer 20 m hohen
Beschleunigungsrampe mit automatischem Steinauslösemechanismus oberhalb eines 50 m langen und 50° steilen Felsens. Sie ermöglicht den Wissenschaftlern, die Prozesse während des Steinschlags zu überprüfen und das Verhalten
eines neuen flexiblen Steinschlagschutzsystems zu studieren.
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Die
Rampe transformiert den anfänglich senkrechten Fall der Steine in eine
horizontale Flugbahn inklusive Rotation und bildet
damit natürliche Steinschläge nach. Die Apparatur ist an der Oberseite
eines 50 m langen und 50° steilen Felsens angebracht und ermöglicht es, sowohl natürliche als auch künstliche Objekte zu testen.
Hochgeschwindigkeit-Videokameras mit bis 250 Bildern pro Sekunde sind entlang des Testhangs installiert und erfassen die gesamte Teststrecke. Die Videodaten ermöglichen den Forschenden, die Flugbahn der Steine zu analysieren und ihre Geschwindigkeit und kinetische Energie zu berechnen. Dabei können sie auch den Einfluss verschiedener Steinformen untersuchen. Zudem kalibrieren die Wissenschaftler mit den Daten verschiedene Steinschlagsimulationsprogramme.
Die
flexiblen Schutzsysteme, sogenannte "attenuating systems"
oder auch "Hybridsysteme" sind eine Kombination aus flexiblen Schutzbarrieren
und Netzvorhängen. Die eingefangenen Steine werden zwischen Fels und
Vorhang nach unten geführt, wobei deren Flugbahn und Geschwindigkeit
kontrolliert werden. Um den Dämpfungseffekt der Testbarrieren zu bestimmen, sind Anfangsenergie und Endgeschwindigkeit der Steine entscheidend. Die Prüfung der Barrieren dient jedoch nicht nur dazu, ihre Dämpfleistung zu identifizieren, sondern auch ihre Konstruktion hinsichtlich Performance und
Installation zu optimieren. Hierfür ermitteln Kraftmessdosen mit einer Messrate von 2'000 Hz die auf die Seile wirkenden Kräfte.