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Forschungsprojekt

Ausbreitungserfolg des Laubfrosches im Rahmen von Vernetzungsprojekten

Laubfrösche erkennen und unterscheiden

Laubfrosch
Foto: T. Reich (WSL)
Prélèvement de salive
An diesem Wattestäbchen kleben wertvolle genetische Informationen. Sie dienen der Kontrolle von Förderungsprojekten für den Laubfrosch. Foto: Peter Guldener

Menschen erkennen und unterscheiden wir am Gesicht. Bei den Laubfröschen (Hyla arborea) ist es die Seitenlinie, welche Frösche für uns Menschen individuell und unterscheidbar macht. Die Seitenlinie ist ein schmaler Streifen, welcher die grün gefärbte Oberseite vom weisslichen Bauch trennt. Die Unterscheidung von individuellen Fröschen anhand dieser Seitenlinien ist schwierig, wie Sie beim folgenden Spiel bald herausfinden werden.

Das Laubfrosch-Spiel

Hinter den 12 abgedeckten Bildern sind sechs Laubfrösche von der Seite dargestellt. Ziel des Spiels ist es, das richtige Bildpaar zu jedem Frosch zu finden und aufzudecken. Die Seitenlinien helfen Ihnen zu erkennen, welches Bildpaar zum gleichen Frosch gehört.

Das Spiel bestellen

Das Laubfrosch-Spiel "in echt" - als Tischspiel - kann an der WSL bestellt werden. Mit 15 Laubfrosch-Bildpaaren wird das Spiel zwar etwas anspruchsvoller, bietet aber als anschauliches Lehrmittel einen guten Einstieg in die Genetik oder am Beispiel der Reussebene-Vernetzung in die Naturschutzbiologie.

Weshalb untersucht die WSL Laubfrösche?

In den letzten Jahrzehnten wurden viele Teiche neu geschaffen und vernetzt, um den Laubfrosch in der Schweiz zu fördern. Wir untersuchen, ob diese Massnahmen den Austausch von Individuen zwischen einzelnen Teichen ermöglichten und zur genetischen Vermischung führten. 

Beides ist für das Überleben des Laubfroschs entscheidend, weil durch diesen Austausch die genetische Vielfalt erhalten bleibt und Inzucht vermieden wird. Dies sind wichtige Ziele von Vernetzungsprojekten, welche den Laubfrosch langfristig vor dem Aussterben bewahren sollen.

Wie untersuchen wir Laubfrösche?

Einzelne Frösche zu beobachten und ihr Verhalten zu untersuchen ist sehr anspruchsvoll, weil sie von Auge schwer zu unterscheiden sind, hauptsächlich nachtaktiv sind und sich gerne in Gebüschen und Tümpeln verstecken. Die Ausbreitung von Tieren kann mit der Fang-Wiederfang-Methode untersucht werden. Dabei werden Tiere gefangen und markiert. Nach einer gewissen Zeit fängt man dasselbe Tier wieder. Die Forschenden schliessen daraus, wie weit und wohin ein Tier gewandert ist. Die Frage, ob sich das Tier dort auch fortpflanzt, kann diese Methode jedoch nicht klären.

Die WSL verwendet molekulargenetische Methoden. Diese erlauben es, Frösche individuell zu erkennen und den Verwandtschaftsgrad zwischen Tieren direkt zu untersuchen. Dafür wird jedem Frosch mit einem Wattestäbchen ein Abstrich der Mundschleimhaut entnommen. Der Abstrich enthält Erbgut, mit dem im Labor genetische Fingerabdrücke der einzelnen Tiere gemacht werden. So kann ihre Verwandtschaft und damit der Individuenaustausch zwischen den Teichen festgestellt werden. Die Methode ist einfach und für die Tiere harmlos. Der grosse Vorteil dieser genetischen Methode ist es, den Erfolg von Massnahmen zur Förderung des Laubfroschs rasch und einfach abschätzen zu können.

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Kontakt

 

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