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Sind Waldameisen durch den Klimawandel gefährdet?

Waldameisen sonnen sich nach dem Winter.
Wie kleine Sonnenkollektoren liegen Waldameisen in der Frühlingssonne, um sich nach dem langen Winter aufzuwärmen.
Foto: A. Risch/WSL
 
Grosser Ameisenbau
Ameisenbauten können bis zu 2 Meter hoch und 5 Meter Durchmesser werden. Sie sind meist an windgeschützten, sonnigen Waldrändern zu finden.
Foto: A. Risch/WSL
 
 

Waldameisen bauen grosse Haufen. Damit haben sie anderen Ameisenarten gegenüber einen Vorteil. Wird es aber so bleiben, wenn unser Klima sich weiter erwärmt?

"Waldameisen" sind eine Gruppe von haufenbildenden Ameisen, die zweifarbig (schwarz und rötlich) und relativ gross (bis zu einem Zentimeter) sind. Sie sind ein wichtiger Teil des Ökosystems Wald: Sie melken Blattläuse und fressen Schädlinge (z.B. Borkenkäfer) von Waldbäumen, sind aber auch Nahrung für Tiere wie der Grünspecht.

Waldameisen spielen bei der Verbreitung von Samen eine wichtige Rolle. Sie sind besonders auffällig, weil sie grosse Hügel aus Nadelstreu bauen. Der unterirdische Teil ist in der Regel sogar grösser als der oberirdische.

Waldameisen und Klimawandel

Es ist noch nichts darüber bekannt, ob der Klimawandel den Waldameisen schaden könnte. Die haufenbildenden Ameisen haben aber einen Vorteil gegenüber anderen Ameisenarten, die keine Hügel bauen, sondern ihre Nester unter Steinen oder nur im Boden bauen. Sie können bereits früh im Jahr mit dem Aufbau des Staates beginnen, weil im Haufen rasch Temperaturen von 25°C oder mehr entstehen können.

Eine Folge des Klimawandels könnten wärmere Winter und frühere Frühlinge sein. Somit wäre es möglich, dass der Klimawandel diejenigen Ameisenarten bevorteilen könnte, die keine Haufen bilden und diese daher gegenüber Waldameisen konkurrenzfähiger werden.

Ameisen-Forschung  

An der WSL ...

... haben Schweizer Forschende mit anderen Ameisen-Spezialisten, z.B. in Finnland oder im Yellowstone National Park (USA), festgestellt, dass Ameisenhaufen in Europa häufiger auf sonnigen Hängen zu finden sind. Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie dort weniger isoliert werden müssen, um warm zu bleiben.

Auf Weiden im Schweizer Nationalpark haben WSL-Forschende beobachtet, dass Weiden-Ameisen und Hirsche sich selten an den gleichen Orten aufhalten. Auf und um ihre Haufen sammeln Ameisen Samen von Gräsern, die dann dort wachsen. Da Hirsche lieber Kräuter als Gräser fressen, meiden sie diese Gegenden. Somit können sie auch nicht die Ameisen-Haufen zertrampeln - was ganz im Sinne der Ameisen ist. Sie meiden nämlich auch Weiden, auf denen sie Hirschen begegnen könnten.

 

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