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20.12.2016

Polarforscher stechen für eine dreimonatige Antarktis-Expedition in See

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Die Akademik Treshnikov, ein 134 Meter langer russischer Eisbrecher, wurde zum Forschungsschiff umfunktioniert. (Foto: AARI)
 
Maritime University
Dies sind keine Kreuzfahrttouristen, sondern junge Wissenschaftler, die während einem Monat an der ACE Maritime University teilgenommen haben. Die Fahrt führte vom deutschen Bremerhaven nach Kapstadt in Südafrika. (Foto: V. Sentilhes)
 
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Unerwartete Bekanntschaft für die Forscherin der EPSL und der WSL Katherine Leonard während einer früheren Expedition. (Photo: EPFL)
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Das russische Forschungsschiff Akademik Treshnikov wird heute Abend den Hafen von Kapstadt verlassen. Mit an Bord: Fast 60 Wissenschaftler, die im Rahmen der Antarctic Circumnavigation Expedition (ACE) den südlichsten Kontinenten der Erde umrunden werden. Das Ziel dieser vom Swiss Polar Institute lancierten Expedition ist es, die Auswirkungen des Klimawandels und der Meeresverschmutzung auf die südpolare Region zu erforschen.

Während der ACE Expedition arbeiten etwa 60 Forschende während drei Monaten an 22 Projekten. Sie erforschen unter anderem das Leben im südlichen Polarmeer, die Gletscher sowie die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre. Dabei werden sie auch zwölf antarktische Inseln besuchen. Eine Wissenschaftlerin der EPFL und des SLF leitet eines der Forschungsprojekte.

Die Antarktis ist nicht nur die Heimat der Pinguine, sondern betrifft das Leben auf der ganzen Welt. Denn die Südpolregion nimmt eine Schlüsselrolle im globalen Klimasystem ein: Eiskalte polare Meeresströmungen wandern in der Tiefe der Ozeane zum Äquator, während warme Luft- und Wasserströmungen an der Oberfläche vom Äquator in Richtung der Pole fliessen. Ändern sich die Bedingungen an den Polen, kann dies die gesamte Meerwasserzirkulation und damit das weltweite Klima verändern. Wie die Wärme im Meerwasser zwischen den polaren und den tropischen Regionen ausgetauscht wird, betrifft auch den CO2-Haushalt der Erde: Denn die Menge an CO2, die der Ozean speichern kann, hängt stark von der Temperatur des Meerwassers ab.

Universität auf See

Um die bislang umfangreichste Expedition in die Antarktis einzuläuten, verwandelte sich die Akademik Treshnikov in eine Universität auf See: Mehr als 50 junge Forschende nahmen vom 20. November bis 15. Dezember an der Ausbildungsreise der ACE Maritime University von Bremerhaven nach Kapstadt teil. Die jungen Erd- und Ozeanwissenschaftler aus 18 Nationen bekamen einen Einblick in das Leben und die Arbeit auf einem Forschungsschiff und durften sogar selbst Hand anlegen: Sie lernten, wie man marine Proben entnimmt und analysiert. Auch die SLF-Gastdoktorandin Franziska Gerber war mit von der Partie.

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