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Was ist ein Moor?

Sörenberg
Das grösste Moorschutzgebiet der Schweiz befindet sich in Sörenberg (Wandertipp). Foto: Biosphärenreservat Entlebuch
 
Hochmoor in La Chaux-des-Breuleux
Scheidiges Wollgras im Hochmoor von La Chaux-des-Breuleux, Kt. Jura.
Foto: Elizabeth Feldmeyer-Christe / WSL
 
Sphagnum magellanicum
Sphagnum magellanicum, ein typisches Torfmoos der Hochmoore, ist durch seine rötliche Färbung leicht erkennbar.
Foto: Elizabeth Feldmeyer-Christe / WSL
 
Dactyl maculata
Der Fieberklee oder Bitterklee (Menyanthes trifoliata) ist als Wasserpflanze ein Wasserwurzler und ein Bewohner der Übergangsmoore.
Foto: Ariel Bergamini / WSL
 
Primula farinosa
Die Mehlprimel (Primula farinosa) oder Mehlige Schlüsselblume bevorzugt kalkhaltige Flachmoore und Bachufer.
Foto: Ariel Bergamini / WSL

Moore sind natürliche Lebensräume, die auf einer undurchlässigen Unterlage entstehen. Das Wasser fliesst kaum ab, so dass sie ständig nass sind. In Mooren wachsen spezialisierte Planzen, die mit wenig Nährstoffen auskommen.

In Mooren enthält der Boden sehr wenig Luft und Sauerstoff. Abgestorbene Pflanzenreste zersetzen sich darum nicht vollständig. Hingegen bilden sie mit der Zeit Torf. Darauf können nur spezialisierte, charakteristische Pflanzenarten wachsen.

Ein Gebiet, das viele Moore beherbergt, nennt man Moorlandschaft. Je nach von Herkunft und Nährstoffgehalt des Wassers, Vegetation, Torfbeschaffenheit sowie Gestalt des Moores unterscheidet man Hoch-, Flach- und Übergangsmoore.

Hochmoore

Ein Hochmoor liegt nicht in den Bergen - es ist "hoch" weil sich seine Oberfläche sich infolge des Wachstums von Torfmoosen und der Torfbildung über den Grundwasserspiegel hinaus erhoben hat.  Die oberste Torfschicht wird allein vom Niederschlagswasser bewässert, das wesentlich saurer und nährstoffärmer ist als Grundwasser, mit dem das Hochmoor keinen Kontakt hat.

Die Bildung eines typischen Hochmoores kann Jahrhunderte bis Jahrtausende dauern Diese Art von Moor ist in der Schweiz am verbreitetsten.

Flachmoore

Flachmoore sind durch Rodungen oder Verlandungen eines stehenden Gewässers entstanden. Sie bestehen aus nassem Grünland, man kann sie auch "Sumpf" nennen.  Die Böden haben Kontakt mit Grundwasser.

Zwischen- und Übergangsmoor sind Bezeichnungen für Übergangsstadien vom Flach- zum Hochmoor.

Eine schöne Möglichkeit, ein Moor kennenzulernen bietet bei einer Wanderung durch das UNESCO Biosphärenreservat Entlebuch bei Sörenberg.

     


Die wichtigsten Pflanzen im Hochmoor

Deutsch Lateinisch
Bergföhre
Besenheide
Blumenbinse
Fieberklee
Heidelbeere
Krähenbeere
Magellans-Segge
Moorbeere
Moosbeere
Preiselbeere
Rasenbinse
Rosmarinheide
Scheidiges Wollgras
Schlamm-Segge
Schnabel-Binse Weisse
Schnabel-Segge
Sonnentau Englischer
Sonnentau Mittlerer
Sonnentau Rundblättriger
Sumpf-Bärlapp
Sumpf-Blutauge
Magellan-Torfmoos
Spiess-Torfmoos
Wenigblütige Segge
Wiesen-Wachtelweizen
Pinus montana
Calluna vulgaris
Scheuchzeria palustris
Menynathes trifoliata
Vaccinium myrtillus
Empetrum nigrum
Carex magellanica
Vaccinium uliginosum
Oxycoccus quadripetalus
Vaccinium vitis-idaea
Trichophorum caespitosum
Andromeda polifolia
Eriophorum vaginatum
Carex limosa
Rhynchospora alba
Carex rostrata
Drosera anglica
Drosera intermedia
Drosera rotundifolia
Lycopodium inundatum
Comarum palustre
Sphagnum magellanicum
Sphagnum cuspidatum
Carex pauciflora
Melampyrum pratense

Die wichtigsten Pflanzen im Flachmoor

Deutsch Lateinisch
Röhricht
Grossseggenried
Kalk-Kleinseggenried
Saures Kleinseggenried
Nasswiese und Hochstaudenried
Pfeifengraswiese
Phragmition
Magnocaricion
Carcion davallianae
Caricion nigrae
Calthion und Filipendulion
Molinion

Verwandte Fragen:

 

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