Link zu WSL Hauptseite Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL
 

Warum sind Moore verschwunden?

Moore-Animation
Im 19. und 20. Jahrhundert wurden viele Moore abgetorft und trockengelegt.
Grafik anklicken, um die Animation zu starten.
Karten: Zustand und Entwicklung der Moore in der Schweiz. Animation: WSL
 
Drainage
Melioration / Drainage: Arbeiter erstellen 1943  Holzkastendrains, um das Wasser aus dem Moor abfliessen zu lassen.
Foto: Bildarchiv der Melioration der Rheinebene, Altstätten, Archiv-No. 36

Die Schweiz besass früher viele Moore. Die Menschen konnten solch sumpfige Gebiete aber kaum nutzen. Sie haben sie darum nach und nach trockengelegt.

Moorelandschaften waren für die Landwirtschaft nicht nutzbar. Die vielen darin lebenden Insekten übertrugen zudem Krankheiten. Um 1850 begann man damit, die Sumpf- und Moorgebiete intensiv zu meliorieren - also auszutrocknen und für die Landwirtschaft zu nutzen sowie mit Gebäuden, Strassen und Wegen zu überbauen.

Viele natürliche Flachmoore sind verschwunden, weil man Bäche und Flüsse zum Schutz vor Hochwasser kanalisiert hat. Flachmoore, die von Menschenhand entstanden sind, zum Beispiel nach Abholzung, sind mangels Pflege wieder verwaldet. 

In natürlichen Hochmooren hat man Torf abgebaut, um ihn in Gärten oder als Brennstoff zu verwenden. Das "Torfstechen" wurde besonders während dem 2. Weltkrieg intensiv betrieben, als man keine Kohle oder Erdöl importieren konnte.

Verlust ist unwiederbringlich

Wenn ein Moor einmal verschwunden ist, dann man es nicht wiederherstellen. So sind in den letzten 150 Jahren fast 90% der Moore in der Schweiz verschwunden.  Ähnliches geschieht weltweit. Viele Moor-Regenwälder werden zum Beispiel abgeholzt, um Ölpalmen anzupflanzen. Das Öl verwendet man unter anderem für Speisefett, Waschmittel, Kosmetikprodukte oder Bio-Dieselkraftstoff.

Moorschutz gibt es in der Schweiz seit 1987

Der Moorschutz in der Schweiz ist mit der "Rothenturm-Initiative" entstanden.  Damals wollte die Armee auf einer von Mooren bedeckten Ebene einen Waffenplatz einrichten. Die Gegner dieses Projekts haben Unterschriften gesammelt und 1983  eine Initiative eingereicht, nach der die Moore allgemein geschützt werden sollten. Am 6. Dezember 1987 hat die Schweizer Bevölkerung diese Initiative mit klarer Mehrheit angenommen.

In der Folge hat das Bundesamt für Umwelt BAFU ein Inventar von Mooren und Moorlandschaften erstellen lassen, die geschützt werden sollen. Gleichzeitig hat es festgelegt, dass der Erfolg der Schutzmassnahmen periodisch zu prüfen sei. Diese Erfolgskontrolle ist eine Aufgabe der WSL.

Hier erfährst du mehr

Verwandte Fragen:

 

Spacer