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Warum werden Moore geschützt?

Moorschutz
Ausbau alter Drainage-Kanäle, um die Austrocknung aufzuhalten.
Sonnentau
Sonnentau (Drosera) ist eine typische Pflanze in Mooren und anderen Feuchtgebieten.
Foto: M. Kaennel Dobbertin / WSL

Diese unwirtlichen Lebensräume mit wenig Nährstoffen und ständiger Nässe beherbergen seltene Pflanzen- und Tierarten, die anderswo nicht existieren könnten. Gleichzeitig spielen sie eine wichtige Rolle beim Klimaschutz.

Seit der Rothenturm-Initiative von 1987 wurden verschiedene Verordnungenzum Schutz der Moore und Moorgebiete im Bundesgesetz für den Natur und Heimatschutz aufgenommen.

Seltene Pflanzen, auch fleischfressende

Die Tiere und Pflanzen, die im Moor leben, sind speziell auf diese Umgebung angepasst. Viele von ihnen könnten ausserhalb des Feuchtgebiers nicht überleben. So zum Beispiel der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze: Sie wartet darauf, dass eine Fliege sich auf ihren klebrigen Blättern niederlässt. Im Schleim der Pflanze erstickt die Fliege. Sie löst sich danach auf und überlässt dem Sonnentau ihre Nährstoffe.

Torf speichert Kohlenstoff

Wie andere Pflanzen auch, absorbieren Moorpflanzen durch Photosynthese Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre. Den aufgenommenen Kohlenstoff speichern sie, den Sauerstoff sondern sie ab. Das Besondere an diesen Pflanzen ist, dass sie sich im Wasser nicht oder nur sehr langsam abbauen, also nicht verfaulen oder verfallen. Darum bleibt der Kohlenstoff über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende im Boden gespeichert.

Torfmoore speichern fast einen Drittel des weltweiten Kohlenstoffs im Boden und etwa die Hälfte des Kohlendioxids (CO2) aus der Luft. Damit spielen sie eine wichtige Rolle beim Schutz gegen die Klimaerwärmung. Dies, obwohl sie nur drei Prozent der Erdoberfläche bedecken.

Wenn Moore verschwinden, gibt es mehr CO2

Sobald die Moore nicht mehr unter Wasser stehen - ob durch natürliche Trockenheit oder den Eingriff von Menschen - beginnen die Pflanzen, sich abzubauen. Dadurch wird CO2 freigesetzt. Anstatt ein Kohlestoffspeicher zu sein, wird das Moor zur Quelle von CO2, was die Klimaerwärmung beschleunigt.

Wie schützen?

Damit Moore ihre Eigenschaften behalten, dürfen sie nicht zu viele Nährstoffe bekommen (zum Beispiel Dünger). Im Moorgebiet wird die Landwirtschaftliche Nutzung eingeschränkt. Der Boden darf nicht übermässig eingedrückt werden, z.B. durch Kühe oder Menschen. Auch dürfen keine neuen Gebäude oder Strassen im Moor gebaut werden. Falls es im Boden alte Drainage-Rohre gibt, werden sie ausgebaut oder verschlossen, damit das Wasser sich wieder stauen kann. Bereits ausgetrocknete Hochmoore werden wo möglich neu bewässert, um ihren Abbau aufzuhalten.

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