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Wieso werden Auen geschützt?

Auenlandschaft an der Aare
Auenlandschaft an der Aare (Foto: Markus Bolliger).
 
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Der seltene Eisvogel lebt in Auen- und anderen Feuchtgebieten. (Foto: ©Ruedi Aeschlimann)
 
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Teichfrosch in einem Auengebiet bei Fribourg (Foto: Markus Bolliger)
 
Überschwemmte Weichholzaue mit Schwarzerlen
Überschwemmte Weichholzaue mit Schwarzerlen (Bild: Markus Bolliger).

Auen bestehen aus einem Mosaik von Lebensräumen und beherbergen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Auch für uns Menschen sind sie von grosser ökologischer Bedeutung. Viele dieser schützenswerten Gebiete sind jedoch heutzutage bedroht.

Fliessendes Wasser formt Auenlandschaften: Hochwasser und Trockenheitsperioden wechseln sich ab, der Fluss ändert seinen Lauf und überschwemmt Flächen, die zuvor trocken waren. Deshalb gedeihen in Auengebieten viele spezialisierte Baum- und Pflanzenarten, die zahlreichen Arten den Lebensraum gestalten.

Auen sind die Regenwälder Europas

Naturschutzbiologen schätzen, dass etwa die Hälfte aller Schweizer Pflanzen in Auen vorkommen, und etwa 10 % der in der Schweiz lebenden Tiere auf Auen angewiesen sind. Darunter sind etliche geschützte Arten wie der Eisvogel, der Flussregenpfeifer, der Laubfrosch, der Schillerfalter und andere Schmetterlinge, der Biber und unter den Pflanzen der Kleine Rohrkolben, das Kleine Birnmoos und die Hohe Wiesenraute, sowie viele seltene Flechten und Pilze.

Jedoch sind Auen nicht nur wegen ihrer bunten Biodiversität schützenswert: Sie filtern unser Trinkwasser und schützen vor Hochwasser, da Auen als natürliche Überflutungsflächen dienen.

Wieso sind Auen verschwunden?

Viele Auen sind wegen dem wachsenden Bedarf an landwirtschaftlich nutzbarem Land verschwunden. Seit dem 19. Jahrhundert begannen die Menschen Feuchtgebiete zu entwässern sowie Flüsse einzudämmen und zu begradigen, um die Talebenen vor Überschwemmungen zu schützen. Auch stellten die Sümpfe auf den Schwemmebenen der Flüsse ein Paradies für Stechmücken dar, die ein Gesundheitsrisiko für Menschen und Tiere darstellten – Malariafälle waren deshalb im Schweizer Seeland und in der Linthebene bis ins 19. Jahrhundert hinein keine Seltenheit.

Auch heute werden immer noch Auengebiete zerstört: Wir bauen Strassen und Wohnsiedlungen und zapfen grosse Wassermengen von Flüssen ab, um mit Wasserkraft Strom zu produzieren.

Flüsse renaturieren

In den letzten 150 Jahren verschwanden so etwa 70 % aller Schweizer Auen. Deshalb entschlossen Politiker in den 90er Jahren, dass Auen geschützt und wiederhergestellt werden müssen, zum Beispiel indem man Flüsse renaturiert – das heisst, man macht die menschlichen Eingriffe in fliessende Gewässer soweit möglich wieder rückgängig. Dafür trägt man Dämme ab oder baggert Sedimentmaterial aus. Ausserdem können die Restwassermengen erhöht werden. Dies ist derjenige Teil des Wassers, der den Flüssen und Bächen nicht für die Stromproduktion entnommen werden darf.

Wo Menschen leben oder es Häuser und Strassen gibt, dürfen wir Flüsse natürlich nicht einfach überlaufen lassen. Trotzdem kann man an diesen Orten zum Beispiel ehemalige Flussarme öffnen, einzelne flussnahe Standorte überschwemmen oder Teiche entstehen lassen.

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