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Wie funktioniert der Hochwasserschutz in Zürich?

Lagedarstellung
Der Sihlsee und die Sihl mit den wichtigsten voralpinen
Einzugsgebieten. Das Einzugsgebiet ist das Gebiet,
aus dem ein Fluss sein Wasser bezieht. Zum Vergrössern
der Graphik bitte aufs Bild klicken!
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Am ersten Juniwochenende 2013 wurde für Zürich
Hochwasser erwartet. Dank der Abflussvorhersagen
der WSL konnte der Sihlsee jedoch vorgängig
abgesenkt werden, sodass die Abflussspitzen
geringer als erwartet ausfielen.
Fotos: Käthi Liechti, WSL

Hochwassergefahr droht in der Stadt Zürich vor allem von Sihl und Limmat. Wenn in den Voralpen intensive Niederschläge fallen, können die beiden Flüsse enorme Wassermengen in Richtung Zürich transportieren. Statistisch betrachtet treten sie etwa alle 100 Jahre einmal über die Ufer und überschwemmen die Stadt. Das letzte Mal war das 1910.

Im Jahr 2005 entging die Stadt Zürich nur knapp grossen Hochwasserschäden. Wäre der Starkregen statt über dem Berner Oberland über dem Sihl-Einzugsgebiet niedergegangen, hätte die Sihl grosse Teile von Zürich überschwemmt. Der Kanton baute deswegen in den Folgejahren sein Hochwassermanagement aus. Zusätzlich startete er das Projekt "Hochwasserschutz Sihl, Zürichsee, Limmat", an dem auch die WSL mit dem Hochwasserwarnsystem IFKIS Hydro-Sihl beteiligt ist, und setzte einige Sofortmassnahmen um. So wurde zum Beispiel der Durchfluss der Sihl unter dem Hauptbahnhof Zürich vergrössert. Zudem kann der Sihlsee abgesenkt werden, wenn ein Hochwasser erwartet wird.

Die heutige Situation

Mit den bisher umgesetzten Massnahmen gelang es dem Kanton Zürich, den Hochwasserschutz für die Stadt Zürich deutlich zu verbessern. Am ersten Juniwochenende 2013 etwa fiel soviel Niederschlag, dass für Zürich Hochwasser erwartet wurde. Dank der Abflussvorhersagen von IFKIS Hydro-Sihl konnte der Krisenstab des Kantons jedoch bereits vor dem Wochenende veranlassen, dass der Sihlsee abgesenkt wurde. So konnten er den Stausee während des Starkregens als Speicherbecken nutzen, um die grossen Wassermengen zurückzuhalten. Ohne diese Massnahmen wären die Abflussspitzen im Sihltal und in Zürich grösser gewesen.

Wie es in Zukunft weitergeht

Ganz gebannt ist die Hochwassergefahr für Zürich aber immer noch nicht. Im  Projekt "Hochwasserschutz Sihl, Zürichsee, Limmat" sind deswegen weitere Massnahmen geplant. Aktuell stehen zwei Alternativen zur Diskussion:

  • Ein Entlastungsstollen zwischen Langnau am Albis und Thalwil, der Wasser von der  Sihl in den Zürichsee ableiten könnte. 
  • Der Ausbau des Etzel-Pumpspeicherwerks in Einsiedeln am Sihlsee, wodurch Wasser vom Sihlsee in den Zürichsee umgelenkt werden könnte.

Die WSL leistet auch hierbei einen Beitrag. Sie berechnet mit IFKIS Hydro-Sihl , wie sich die Varianten auf die Abflussspitzen in Zürich auswirken würden. Eine wichtige Grundlage für den Entscheid, welche Variante umgesetzt werden soll, der im Jahr 2015 gefällt werden soll.

An der WSL ...

Die WSL-Gruppe "Hydrologische Vorhersagen" betreibt das Hochwasserwarnsystem IFKIS Hydro-Sihl. Die Informations-Plattform fasst eine Vielzahl von Informationen zusammen, zum Beispiel Wetter, Niederschlag und Abfluss. Dazu kommen die Meldungen der Beobachter vor Ort, um für das betreffende Gebiet bestmögliche Angaben über das aktuelle und absehbare Hochwasser- und Murganggeschehen zu erhalten. Der Kanton Zürich hat auf all diese Informationen Zugriff und kann so im Falle eines Hochwassers geeignete Massnahmen einleiten.

Hier erfährst du mehr

 

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