Link zu WSL Hauptseite Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL
 

Wie entsteht das Lawinenbulletin?

Schneedecke beobachten
Alle zwei Wochen erstellen die Beobachter ausserdem an zahlreichen Messorten Schneeprofile. Dabei wird die Schneedecke bis zum Boden aufgegraben und untersucht. Schicht für Schicht werden Kornform und -grösse, Schneetemperatur, Härte, Wassergehalt und Dichte bestimmt (Foto: Mallaun Photography).
 
automatische Station
Die automatische Stationen messen auch in hohen Lagen kontinuierlich Schnee und Wetter (Foto: SLF).
 
Briefing
Am täglichen Briefing um 15 Uhr präsentiert der Bulletindienst seine Analyse und Einschätzung (Foto: Ralph Feiner).
 
Lawinenbulletin17012016_DE_280px.jpg
Die zoombare Karte ist Teil des Lawinenbulletins.

Wie hoch ist die Lawinengefahr? Sind Strassen oder Gebäude gefährdet? Wo lässt sich am sichersten eine Skitour unternehmen? Solche Fragen werden im Lawinenbulletin beantwortet.

Informationsquellen

Ein zuverlässiges Lawinenbulletin erfordert ein dichtes Netz von Beobachtungen und Messungen. Dem Lawinenwarndienst stehen verschiedene Grundlagen zur Ausarbeitung des Lawinenbulletins zur Verfügung.

Rund 200 ausgebildete Beobachter und Beobachterinnen liefern täglich die Basisdaten für die Arbeit des Lawinenwarndienstes. Sie messen Neuschnee und Gesamtschneehöhe, beobachten das Wetter, Lawinen und schätzen die Lawinengefahr in ihrem Gebiet ein. Beobachtungen von Bergführern und Personen, die auf Touren oder Variantenabfahrten unterwegs sind, fliessen ebenfalls ins Lawinenbulletin ein.

Über 160 automatische Stationen messen rund um die Uhr Wind, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Schneehöhe. Diese Schnee- und Wetterdaten werden alle 30 Minuten an den Warndienst gefunkt. Der Lawinenwarndienst wird so mit aktuellen Informationen aus entlegenen und/oder unzugänglichen Gebieten versorgt.

Weiter sind Wetterberichte, Neuschneeprognosen und Meteomodelle für die Beurteilung der Lawinengefahr wichtig.

Zwei Mal täglich

Das Erstellen des Lawinenbulletins ist Teamarbeit, das Expertenwissen und Erfahrung voraussetzt. Von den insgesamt sieben Prognostikern sind jeweils drei im Turnus im Dienst. Vor jedem Bulletin findet ein Briefing statt, an dem die Lawinenwarner die Situation besprechen und die Gefahrenstufen festlegen. Zudem werden alle Warnprodukte vor der Publikation gegengelesen.

Ein langer Arbeitstag

Der Arbeitstag startet etwa um 5.30 Uhr im Warnraum. Das Hauptaugenmerk richtet sich auf unerwartete Entwicklungen in der Nacht und neue Informationen von Beobachtern oder Messstationen, die eine Anpassung der Einschätzung nötig machen könnten. Um 8 Uhr erscheint das aktualisierte Lawinenbulletin.

Die Einschätzung der Lawinengefahr ist ein fortlaufender Prozess. Dabei werten die Lawinenprognostiker alle Informationen mit verschiedenen, eigens dafür entwickelten Programmen aus. Um 15 Uhr findet das tägliche Briefing statt. Dort präsentiert der Bulletindienst seine Analyse und Einschätzung den Kollegen. Unsicherheiten werden thematisiert.

Anschliessend verfassen die Lawinenwarner die Gefahrenbeschreibung und produzieren die zoombare Karte. Um 17 Uhr wird das Lawinenbulletin veröffentlicht. Diese Prognose ist für die nächsten 24 Stunden gültig, also bis am Folgetag um 17 Uhr.

Internet und App

Die Hauptvertriebskanäle des Lawinenbulletins sind das Internet und die White Risk App. Die App bringt das Lawinenbulletin mit allen Funktionen inklusive zoombarer, interaktiver Karte aufs Smartphone. Sie enthält zusätzlich umfassendes Hintergrundwissen zur Beurteilung der Lawinengefahr und wird gratis für iPhone und Android angeboten.

Hier erfährst du mehr:

Verwandte Fragen:

 

Spacer