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Wie können Bergdörfer oder Strassen oberhalb der Waldgrenzen gegen Lawinen geschützt werden?

Lawinenverbauungen 3
Lawinenverbauungen (hier Schneenetze) stabilisieren die Schneedecke.
 
Lawinenverbauungen 2
Lawinenverbauungen verhindern ein Anreissen der Lawine.
 
Lawinenverbauungen 1
Die Lawinengalerie schützt die Strasse vor herabfallenden Lawinen.

Die natürlichste Form des Lawinenschutzes ist der Bergwald. Es gibt ihn allerdings nicht an jedem Hang und ab einer bestimmten Höhe (etwa 1800 Meter) hört er ganz auf. Lawinenverbauungen übernehmen hier seine Aufgabe.

Lawinenverbauungen

Verbauungen werden in Lawinenanrissgebieten erstellt. Ihre Aufgabe ist es, die Schneedecke zu stabilisieren. Sie verhinden, dass die Schneedecke abrutscht. Besonders oberhalb der Waldgrenze sind in den Alpen häufig Verbauungen installiert. Die Anrisszone vieler grosser Lawinen liegt in diesem Bereich. Wenn diese oberhalb des Waldes losbrechen würden, würden sie den Wald einfach mitreissen und die unterhalb liegenden Siedlungen und Strassen erreichen. Gebäudeschäden wären möglich. 

Unterschiedliche Verbauungstypen

Ganz  grob kann man zwischen permanenten (dauerhaften) und temporären (zeitweisen) Verbauungen unterscheiden. Temporäre Verbauungen sind meist aus Holz und sollen nur so lange bleiben, bis der Schutzwald ihre Funktion übernehmen kann. Die permanenten Verbauungen sind deutlich massiver, meist aus Stahl und sollen dauerhaft die Schneedecke stabilisieren. Ihre Lebenserwartung liegt bei etwa 100 Jahren und sie kosten, je nach Konstruktion, zwischen CHF 1500 und CHF 2500 pro Meter.

Lawinengalerien

Eine Lawinengalerie leitet eine Lawine über eine Strasse oder eine Bahnstrecke hinweg. Die Galerien ermöglichen auch in lawinenreichen Wintern, die Zufahrten zu den Bergorten offen zu halten. Die Dorfberglawine in Davos bedrohte regelmässig die Strasse zwischen Klosters und Davos. Besonders im Lawinenwinter 1950/51 hat diese Lawine grossen Schaden angerichtet. Seit 1984 ist die Strasse durch eine Galerie gesichert. Die Kosten für eine zweispurige Lawinengalerie liegen etwa bei CHF 2.5 Millionen pro 100 Meter. Durch den Galeriebau konnte der wirtschaftliche Schaden, der durch die Strassensperrungen für die Region entstanden ist, deutlich minimiert werden. Neben den Galerien, gibt es auch noch Auffang- und Ablenkdämme. Diese haben zum Ziel, Lawinen aufzufangen bzw. umzuleiten.

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